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2019 läuft's nicht Zverev verzweifelt auch in "Wohlfühloase"

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(Foto: imago images / Hasenkopf)

Obwohl er beim ATP-Turnier in München eine "positive Energie" spürt, kann der deutsche Tennis-Star Alexander Zverev seine Formkrise auch hier nicht überwinden. Es laufe alles gegen ihn, jammert er nach seinem Aus. Kurz vor den anstehenden großen Turnieren steht er unter Erfolgsdruck.

Alexander Zverev machte ein derart betrübtes Gesicht, als müsse er gleich anfangen zu heulen. In München, so hatte er vor dem dortigen ATP-Turnier geglaubt, werde er seinem bislang deprimierenden Jahr eine Wende geben können. In München, behauptete er nach seinem Auftaktsieg, spüre er "irgendwie immer Selbstvertrauen", sobald er auf den Platz gehe, auch treibe ihn die "positive Energie" auf der Anlage des MTTC Iphitos an. Doch dann saß er am Freitagabend da, niedergeschlagen, der Zauber seiner Wohlfühloase, wo er zuletzt zweimal gewonnen hatte, war verflogen.

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Die Krise von Zverev hält an.

(Foto: imago images / Xinhua)

Aus seinem beunruhigenden Formtief wird Zverev freilich auch die angenehmste Dienstreise nicht herausholen können. Zuletzt hat er vor nunmehr zwei Monaten bei seinem Finaleinzug in Acapulco zwei Matches nacheinander gewonnen, München war seitdem bereits die sechste Station und die vierte auf Sand, auf der er spätestens seinem zweiten Gegner unterlag. In München verlor er sein Viertelfinale gegen Cristian Garin aus Chile, Nummer 47 der Weltrangliste, mit 4:6, 7:5, 5:7 - nachdem er im zweiten Satz drei Matchbälle abgewehrt und im dritten zwei eigene vergeben hatte.

"Es läuft gerade alles gegen mich, es geht alles nicht in meine Richtung", jammerte ein schon verzweifelt wirkender Zverev. "Letztes Jahr", ergänzte er, "habe ich solche Matches gewonnen, dieses Jahr verliere ich sie oft. Deswegen muss ich das irgendwie mal ändern." Auf die Frage, wie das denn gehen soll, fiel Zverev nur eine Floskel ein: "Zum nächsten Turnier fahren und sich gut vorbereiten." Es folgt das Masters in Madrid, wo er im Vorjahr gewonnen hat, danach das Masters in Rom, wo er im Vorjahr Finalist war. Neues Unheil droht.

Schafft er in Paris endlich die Wende?

Die Voraussetzungen dafür, dass Zverev ausgerechnet bei den beiden kommenden großen Turnieren und danach bei den French Open in Paris die Wende gelingt, sind ungünstig. Der ATP-Champion, der nach dem frühen Ausscheiden in München in der Weltrangliste vom dritten auf den vierten Rang zurückfällt, leidet offensichtlich unter den Ereignissen der vergangenen Monate und deren Nachwirkungen.

Die Trennung von der Freundin, der Rechtsstreit mit seinem bisherigen Manager Patricio Apey, die wochenlange Abwesenheit des Vaters - Zverev hat in dieser Phase offenkundig sein Spiel verloren. Während Zverevs Coach Ivan Lendl nach wie vor in den USA weilt, ist zumindest Vater Alexander senior wieder an seiner Seite. Auf beide wartet jede Menge Arbeit: In München ließ Zverev keine Konstanz in seinem Spiel erkennen, bisweilen wirkte er etwas planlos und fast hilflos, wenn er auf einen Gegner trifft wie Garin, der ihn attackierte und kaum eigene Fehler beging. Er sei unsicher, sagte Zverev. Auf die Frage, ob es denn vielleicht "Kopfsache" sei, dass gerade alles gegen ihn laufe, zögerte er lange mit der Antwort und sagte dann: "Nächste Frage."

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein, sid

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