Der Sport-Tag

Der Sport-Tag Seehofer kritisiert IOC und Olympia-Gigantismus

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Seehofer findet Olympia in Deutschland prinzipiell gut - setzt aber auf dezentrale Konzepte.

(Foto: dpa)

Bundesinnenminister Horst Seehofer steht einer erneuten Olympiabewerbung Deutschlands offen gegenüber - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. "Deutschland würde es gut zu Gesicht stehen, wieder einmal Olympia auszurichten. Allerdings mit einem umsichtigen, einem maßvollen Konzept", sagte der CSU-Politiker bei seiner Rede auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

  • Seehofer benannte dabei den "Gigantismus" als Problem. "Olympische Spiele werden immer größer und teurer. Umweltzerstörung und Nachhaltigkeit der Sportstätten dürfen nicht übersehen werden. Diese Faktoren sind für immer mehr Menschen zurecht ganz entscheidende Faktoren", sagte Seehofer und lobte ausdrücklich die Initiative Rhein Ruhr City, die mit einem dezentralen Konzept für eine Kandidatur um die Sommerspiele 2032 in NRW wirbt.
  • Die Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber Großereignissen sei keine "Anti-Haltung" gegenüber dem Sport, erklärte Seehofer. "Es sind die Kommerzialisierung und der Gigantismus, die die Menschen bei solchen Veranstaltungen skeptisch machen."
  • Kritik äußerte Seehofer am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Der Umgang mit Dopingfällen in der internationalen Sportwelt habe "zu einem Vertrauensverlust in der Bevölkerung" geführt. "Das IOC und auch die WADA haben sich aus meiner Sicht im Umgang mit den Dopingproblemen in Russland nicht gerade mit Ruhm bekleckert", sagte Seehofer: "Wie sollen unsere Athleten es verstehen, dass die Wada die russische Anti-Doping-Agentur Rusada wieder zuließ, ohne dass diese die ursprünglich formulierten Voraussetzungen erfüllt hat."

Quelle: n-tv.de