Formel1

"Action auf der Strecke schwach" Alonso rechnet mit der Formel 1 ab

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Was die Zukunft für Fernando Alonso bringt, ist noch unklar.

(Foto: imago/Motorsport Images)

Fernando Alonso lästert nach seiner Rücktrittsankündigung kräftig über die Formel 1. Er beende seine Karriere, weil die Motorsport-Serie zu wenig Action biete, so der 37-Jährige. Über seine Zukunft schweigt sich der Spanier aus - eine Hintertür lässt er jedoch offen.

Keine Action, keine Spannung, dafür viel Blabla: Drei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung zum Jahresende hat der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso zum Rundumschlag gegen die Formel 1 ausgeholt. "Ich höre auf, weil die Action auf der Strecke meiner Meinung nach richtig schwach ist", sagte der Spanier, der am Wochenende mit Toyota in der Langstrecken-Weltmeisterschaft im englischen Silverstone antritt.

Der 37-Jährige konkretisierte: "Wir reden in der Formel 1 über so viele Dinge, die abseits der Strecke stattfinden. Wir sprechen über Polemik, über Funksprüche. Wenn man das so häufig macht, ist das ein schlechtes Zeichen. Dann war die Action auf der Strecke nicht gut." Genau dieses Gefühl gebe ihm die Formel 1 derzeit. Früher sei das anders gewesen, merkte Alonso an, der seit 2013 auf einen Sieg in der Motorsport-Königsklasse wartet. Seine Einschätzung habe aber nichts mit dem Ausbleiben persönlicher Erfolge zu tun, beteuerte der Weltmeister von 2005 und 2006. "In den Jahren 2003, 2004, 2008 und 2011 habe ich nicht viele Rennen gewonnen. Aber es war schwieriger vorauszusagen, was in Spa oder Monza passieren würde", sagte der McLaren-Fahrer: "Jetzt kann man vorher schreiben, was passieren wird. Wir können die ersten 15 Plätze vorhersagen und liegen bis auf ein oder zwei Fehler richtig."

Er selbst sei mit sich und der Formel 1 allerdings im Reinen, erklärte der 32-malige Grand-Prix-Sieger, "denn ich habe in 18 Jahren mehr erreicht, als ich mir hätte erträumen können. Aber für andere oder auch junge Fahrer ist es schwierig. Sie hoffen, dass ihr Team im nächsten Jahr unglaubliche Arbeit leistet oder dass sie einen Anruf von anderen Teams bekommen. Für ambitionierte Fahrer ist es schwierig geworden. Und das wird es auch in Zukunft, wenn sich nichts ändert."

Alonso will die "Triple Crown"

Wie es für ihn persönlich weitergeht, verriet Alonso nicht. Als wahrscheinlich gilt ein dauerhaftes Engagement in der Indy-Car-Serie in den USA. Auch eine Fortsetzung seines Engagements in der Langstreckenweltmeisterschaft, in der er im Juni mit einem weit überlegenen Toyota die "24 Stunden von Le Mans" gewann, erscheint möglich.

Alonso hatte zuletzt immer wieder erklärt, die sogenannte "Triple Crown" gewinnen zu wollen. Triumphe beim Grand Prix von Monaco, in Le Mans und bei den Indy 500 hat bislang nur der Brite Graham Hill geschafft. Alonso fehlt noch der Sieg in Indianapolis, bei seinem bislang einzigen Versuch 2017 durfte er lange davon träumen, ehe ihn im letzten Rennviertel ein Motorschaden ausbremste.

Trotz all seiner Kritik wollte Alonso übrigens auch eine mittelfristige Rückkehr in die Formel 1 nicht ausschließen. Er fahre "momentan auf dem besten Level" seiner Karriere, sagte er gewohnt selbstsicher und fügte an: "Warum sollte man Türen schließen, wenn in der Zukunft alles möglich ist?" In der Formel 1 hat der Ehrgeizling aus Asturien allerdings viel verbrannte Erde hinterlassen. Wenn zuletzt Top-Cockpits zu besetzten waren, wurde Alonso trotz erwiesener Klasse stets übergangen. Sein langjähriger Ferrari-Teamkollege Felipe Massa glaubt, den Grund zu kennen. "Wenn Fernando das Visier runterklappt, wird er zu einer anderen Persönlichkeit. Er kann ein Team spalten", sagte der Brasilianer zuletzt.

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Quelle: n-tv.de, Marco Heibel, sid

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