Formel1

"Vielleicht suchen sie Ausreden"Angeblicher Motorentrick bei Mercedes sorgt für Formel-1-Ärger

02.02.2026, 15:13 Uhr
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Toto Wolff macht den Mercedes-Kritikern eine klare Ansage. (Foto: IMAGO/DeFodi Images)

Es geht schon vor dem ersten Rennen der neuen Formel-1-Saison emotional hoch her. Auf Zweifel an der Legalität des neuen Mercedes-Motors reagiert der Teamchef der Silberpfeile mit deutlichen Worten.

Teamchef Toto Wolff will von einer klaren Favoritenrolle von Mercedes für die anstehende große Reform-Saison der Formel 1 nichts wissen. Zudem schickte der 54-Jährige wegen des angeblichen Motoren-Tricks der Silberpfeile eine klare Botschaft an die misstrauische Konkurrenz. "Wie kann ich es am besten sagen, ohne despektierlich zu sein", meinte Wolff in einer digitalen Medienrunde am Tag der offiziellen Vorstellung des FW17: "Macht eure Arbeit."

Streitpunkt ist das sogenannte Verdichtungsverhältnis, das das Verhältnis zwischen dem größten und dem kleinsten Volumen eines Zylinders abbildet. Mercedes soll aus Sicht der Konkurrenten einen Trick gefunden haben, über dem erlaubten Verhältnis von 16:1 zu liegen. Angenommen wird, dass Mercedes und auch Red Bull bei ihrem ersten eigenen Motor eine Möglichkeit gefunden haben, ein höheres Verdichtungsverhältnis im Fahrbetrieb und damit bei höheren Temperaturen zu erreichen.

Wolff bezeichnete die Kritiker als "Nörgler, die um die Ecke kommen und sagen: 'Das gefällt uns nicht'." Die Regularien, deren Interpretation und deren Umsetzung seien völlig klar. "Vielleicht suchen sie nach Ausreden für ihr Stakeholdermanagement, dass etwas nicht legal ist", befand Wolff. "Also bitte, wenn sie sich selbst unterhalten wollen damit, ist gut."

Mercedes liefert Antriebe an drei weitere Teams

In diesem Jahr beginnt wieder eine neue Motorenära in der Formel 1 mit ihren V6-Turbomotoren. Fast 50 Prozent der Leistung liefert nun die Batterie, der Kraftstoff ist 100 Prozent synthetisch. Auch die Aerodynamik der nun kürzeren und schmaleren Autos wurde massiv überarbeitet.

Bereits 2014, als die bis zu diesem Jahr größte Motorenreform in der Königsklasse angestanden hatte, war Mercedes mit dem damaligen Antrieb der entscheidende Faktor im WM-Kampf gelungen. Von 2014 bis einschließlich 2020 hatten Mercedes-Fahrer die WM gewonnen, den Konstrukteurstitel sicherte sich das deutsche Team von 2014 bis einschließlich 2021. Vor den ersten öffentlichen Testfahrten in der kommenden Woche betonte Wolff, dass sein Team realistisch mit dabei sein sollte im Kampf um Siege und "dann hoffentlich auch eine WM. Aber zum jetzigen Zeitpunkt würde ich uns definitiv nicht als klaren Favoriten einordnen." Bisher gab es nur private Runden der Teams in Barcelona.

Die Saison mit 24 Grand Prix beginnt mit dem Großen Preis von Australien am 8. März in Melbourne. Mercedes liefert als Hersteller seine Antriebe auch noch an das Weltmeister-Team McLaren sowie Williams und neuerdings auch Alpine. Weitere Motorenbauer sind Ferrari mit dem eigenen Team sowie den Kundenteams Cadillac und Haas. Honda baut den Motor für Aston Martin, Neueinsteiger Audi seinen Antrieb selbst.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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