Formel1

Protest gegen Formel-1-Team Benutzt Renault ein illegales Bremssystem?

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Das Racing-Point-Team um Sergio Perez wirft Renault mit Nico Hülkenberg vor, illegale Hilfsmittel eingesetzt zu haben.

(Foto: imago images/HochZwei)

Profitieren die Renault-Piloten Hülkenberg und Ricciardo in Japan von einer verbotenen Hilfe? Das wirft das Racing-Point-Team dem französischen Formel-1-Rennstall vor. Um die komplexe Technik zu prüfen, beschlagnahmt der Weltverband die Lenkräder. Bestätigt sich der Verdacht, droht die Disqualifikation.

Die Qualifikation zum Großen Preis von Japan verlief für Renault alles andere als optimal. Der deutsche Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg startete nur von Platz 15, einen Platz vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo. Dass nach 52 Runden trotzdem beide Fahrer in den Punkterängen lagen - Ricciardo als Sechster, Hülkenberg als Zehnter -, war also eigentlich ein Grund zur Freude. Eigentlich, denn: Dem Renault-Team droht die nachträgliche Disqualifikation. Der Racing-Point-Rennstall hat Protest eingelegt, weil Renault in Japan ein illegales Bremssystem eingesetzt haben soll.

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Dabei geht es um die Bremsbalance, also die Verteilung der Bremskraft zwischen vorderer und hinterer Bremse. Diese Balance können die Fahrer über ihr Lenkrad verstellen - allerdings nur von Hand. Das Renault-Team soll in Japan dem Protest zufolge eine automatische Anpassung eingesetzt haben, die je nach Position auf der Rennstrecke die Bremskraft-Verteilung anpasst. Das ist allerdings verboten - weshalb Racing Point sich in einem mehrseitigen Schreiben an den Motorsport-Weltverband FIA den Einsatz dieses Systems beschwert.

Erste Anhörung bleibt ohne Ergebnis

Zwar gab es bereits am Sonntag kurz nach dem Rennen eine erste Anhörung, jedoch noch ohne Ergebnis. Zu komplex ist der Vorwurf und dessen Untersuchung. Um die Anschuldigungen genauer zu prüfen, beschlagnahmte der Weltverband die Lenkräder von Hülkenberg und Ricciardo sowie die Steuergeräte. Ein Fia-Verantwortlicher werde eine detaillierte Analyse der Hard- und Software vornehmen, wie "motorsport-magazin.de" schreibt.

Bestätigt sich der Betrugsverdacht, droht Renault die nachträgliche Disqualifikation beider Autos. Damit würde der französische Rennstall neun seiner 77 Punkte in der Konstrukteurs-WM verlieren. Zwar bliebe mit 68 Zählern der fünfte Platz erhalten, doch würden Toro Rosso (aktuell 59 Punkte, bei erfolgreichem Protest 63) und Racing Point (aktuell 54, dann 58 Punkte) deutlich näherrücken. In der Fahrerwertung würde Hülkenberg von Rang zehn auf 13 zurückfallen, Ricciardo von neun auf zwölf.

Wann die Entscheidung fällt, ist bislang offen. Sie dürfte jedoch vor dem nächsten Rennen in Mexiko (Sonntag, 27. Oktober, 20.10 Uhr/RTL und im Liveticker bei n-tv.de) erfolgen.

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Quelle: n-tv.de, tsi

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