Formel1

"Einfach richtig schlecht" Bottas quält Mercedes und sich selbst

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Bottas, nur abgekämpft, ohne Freude.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Heftiger Gegenwind für Mercedes-Pilot Valtteri Bottas. Nachdem der Finne auch beim Formel-1-Rennen in Aserbaidschan enttäuscht hat, schießt TV-Experte und Ex-Fahrer Jolyon Palmer scharf gegen den 31-Jährigen. Für Mercedes wird die Personalie zunehmend zum Problem.

Mick Schumacher, Nikita Mazepin, Nicholas Latifi und Lewis Hamilton: Das waren die vier Fahrer, die Valtteri Bottas beim Großen Preis von Aserbaidschan am Ende hinter sich ließ. Hätte sich Hamilton nach dem Re-Start nicht böse verbremst, wäre der Finne sogar nur vor den beiden hoffnungslos unterlegenen Haas und Latifi ins Ziel gekommen. Ein Armutszeugnis, findet Ex-Formel-1-Pilot und TV-Experte Jolyon Palmer.

Bottas ist auch selbst ernüchtert: "Ich kann mich nicht erinnern, je so ein Wochenende gehabt zu haben", sagte er. "Ok, es gab mal Wochenenden, an denen ich schlechte Sessions hatte, aber irgendwann hatte ich dann die Pace. Aber dieses Wochenende lief es ständig schlecht und ich habe noch immer nicht verstanden, warum. Ich kenne mein Limit, schneller als das kann ich nicht und dann ist man immer noch sechs, sieben, acht Zehntel hinten. Das ist nicht normal, das müssen wir verstehen, bevor wir nach Frankreich gehen."

Sein Limit kritisiert auch Palmer: "Er hat hinter Lando Norris festgesteckt, war aber mit der gleichen Strategie und der gleichen Power Unit in einem Auto unterwegs, in dem Lewis Hamilton viel schneller als der McLaren war", sagte er im "Chequered Flag"-Podcast: "Im Kampf Rad an Rad, das sieht man jedes Mal, ist er (Bottas, Anm.d.Red.) einfach richtig schlecht."

Bottas fehlt laut Palmer vor allem eins: der sprichwörtliche Ellbogen im Zweikampf. "Steck ihn in das Mittelfeld mit einigen anderen Autos um ihn herum und er wird nicht nach vorne kommen. Im besten Fall hält er seine Position, wahrscheinlich geht es für ihn aber sogar nach hinten." Und seine harsche Kritik geht sogar noch weiter: "Könnt ihr euch an ein gutes Überholmanöver von Bottas erinnern?", fragte Palmer, der vergeblich in seinen eigenen Erinnerungen kramte und dann zu einer eindeutigen Antwort kam: "Er ist im Mittelfeld und er bleibt im Mittelfeld."

Zerstört er den nächsten WM-Titel?

Für das Mercedes-Team wird das zunehmend zum Problem. Die Gerüchte über eine Trennung vom Finnen werden bei diesen Leistungen nicht gerade weniger. Noch vor einem Monat hatte Bottas sich über den "Bullshit" aufgeregt. Und auch Teamchef Toto Wolff hatte beschwichtigt. Doch der Finne hat erst 47 Punkte gesammelt, steht nur auf Platz sechs des Rankings aller Fahrer. Zum Vergleich: Der WM-Führende, Max Verstappen, hat in derselben Zeit 105 Punkte eingefahren, Teamkollege Lewis Hamilton 101. Da auch der zweite Red-Bull-Pilot, Sergio Perez, neuerdings siegt, trägt der Mexikaner nun schon 69 Punkte zur Konstrukteurswertung bei: Red Bull ist Mercedes enteilt.

Die Wochenenden in Monaco und Aserbaidschan seien die "härtesten" in seiner Amtszeit als Mercedes-Teamchef gewesen, sagte Wolff. "Ich denke, viele Dinge funktionieren nicht so glatt wie in den letzten paar Jahren. Wir operieren nicht auf unserem höchsten Level." Es gebe "so viele Dinge", die das Team verbessern müsse, "damit wir überhaupt in der Lage sind, um die WM zu kämpfen", betonte Wolff. "Wir können nicht weiterhin Punkte verlieren wie in Monaco und hier in Baku. Das ist einfach nicht akzeptabel für uns alle."

Kein gutes Standing von Bottas, erst recht nicht, wenn zudem auch noch der Serien-Weltmeister Hamilton patzt: Nicht selten werde Bottas auch durchgereicht, bekräftigte Palmer seine Kritik. "Der Re-Start (in Baku, Anm.d.Red.) war so ähnlich wie sein Start in Monza im letzten Jahr, als er von vorne losfuhr und in jeder Kurve überholt wurde." Es bleibt nur Platz zwölf für den Finnen, nachdem er in Monza sogar wie schon in Imola ausgeschieden war. Das sonst so dominante Mercedes dürfte langsam, aber sicher zweifeln. Am Fahrer und am WM-Titel.

Quelle: ntv.de, ara

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