Formel1

Abschied nach 18 Jahren Der ewige Alonso verlässt die Formel 1

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Nur noch bis Saisonende in Formel-1-Boliden zu bestaunen: Doppel-Weltmeister Fernando Alonso

(Foto: imago/Motorsport Images)

18 Jahre sind genug, findet der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso. Zum Ende der Saison verlässt der Spanier die Königsklasse des Motorsports. Womöglich, um künftig in den USA seinen letzten großen Speed-Traum zu jagen: die "Triple Crown".

Fernando Alonso verabschiedet sich am Ende dieser Saison aus der Formel 1. Diese Entscheidung teilte der 37-jährige Spanier mit. "Mal sehen, was die Zukunft so bringt; es warten neue aufregende Herausforderungen", erklärte der zweimalige Weltmeister, der in dieser Saison für McLaren fährt. Er habe diese Entscheidung bereits "vor einigen Monaten getroffen, und es war eine feste Entscheidung".

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Im McLaren war Alonso in dieser Saison nicht konkurrenzfähig.

(Foto: imago/Motorsport Images)

Alonso hatte in Australien 2001 sein erstes Formel-1-Rennen bestritten und insgesamt 32 Rennen gewonnen. Zuletzt war immer wieder über seinen Ausstieg und seinen Wechsel in die US-amerikanische Indy-Car-Serie spekuliert worden. Alonso hatte zuletzt immer wieder damit geliebäugelt, weiter seinen letzten großen Traum verfolgen zu wollen: sich die sogenannte "Triple Crown" aufzusetzen. Triumphe beim Grand Prix von Monaco, den 24 Stunden von Le Mans und bei den Indy 500 hat bislang nur der Brite Graham Hill geschafft.

Der "Nudeltopf" fehlt noch

Das Formel-1-Rennen von Monaco hat Alonso schon zweimal gewonnen (2006 und 2007), in Le Mans siegte er im vergangenen Juni gleich bei seinem Debüt mit Toyota. Damit fehlt einzig ein Triumph in Indianapolis. Im weltberühmten "Nudeltopf" startete Alonso bereits 2017 als Gast, schied aber vorzeitig aus.

Die Formel 1 hatte für den Weltmeister von 2005 und 2006 in den vergangenen Jahren zunehmend an Reiz verloren. 2001 hatte er für Minardi debütiert und wechselte anschließend zu Renault, wo er später zweimal den WM-Titel gewann. Seit seinem Wechsel von Ferrari zu McLaren im Jahr 2015 sitzt Alonso allerdings in keinem siegfähigen Auto mehr, der einstige Top-Rennstall ist nur noch ein Mittelfeldteam. Sein letzter Grand-Prix-Sieg liegt mehr als fünf Jahre zurück.

Alonso hatte zuletzt mehrfach kritisiert, dass der Fahrer in der Formel 1 angesichts der Dominanz von Mercedes, Ferrari und Red Bull keinen Unterschied mehr ausmachen könne. In der deutlich ausgeglicheneren IndyCar-Serie verwenden die Teams Einheitschassis von Dallara und kaufen ihre Motoren bei den Lieferanten Honda und Chevrolet ein.

Großartiger Fahrer mit Hang zum Chaos

Alonso konnte seine üble Laune in diesem Jahr nicht mehr verbergen. Vor dem letzten Formel-1-Rennen vor der Sommerpause in Ungarn bot er in der verregneten Qualifikation mit dem McLaren-Kommandostand einen denkwürdigen Dialog. Auf die Frage, welchen Satz Reifen man an seinem störrischen Auto aufziehen solle, antwortete der Spanier ätzend: «Keine Ahnung, welchen auch immer ihr wollt. Im letzten Sektor ist es unmöglich zu fahren, selbst wenn ihr ein Raketenschiff aufzieht». Seinen Unmut über den überforderten Motorenbauer Honda hatte der frühere Ferrari-Fahrer Alonso bereits in den drei Jahren zuvor geäußert. Ende 2017 trennte sich McLaren dann von den Japanern. Doch weil das Traditionsteam mit dem Design des Chassis danebenlag, hellte sich Alonsos Miene nicht auf.

Überhaupt galt der Asturier als Quertreiber. "Ich habe riesigen Respekt vor Fernando, er ist ein großartiger Fahrer", sagte jüngst Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Alonso habe aber "immer dazu geneigt, ein bisschen Chaos zu verursachen, wo immer er auch hingegangen ist". Unvergesslich ist die Saison 2007, als der Spanier an der Seite von Lewis Hamilton McLaren nahe an den Kollaps brachte. Die verbleibenden neun Saisonrennen werden für den Asturier nun zu einer Art Ehrenrunde. Das Saisonfinale in der Formel 1 steigt am 25. November vor der Glitzerkulisse von Abu Dhabi.

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Quelle: n-tv.de, cwo/dpa/sid

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