Formel1

Katalonien gilt nicht als sicher Die Formel 1 rast zum Corona-Hotspot

8bdcaac1f2527766324abab681d613bc.jpg

Auf direktem Weg in den Corona-Hotspot Katalonien.

(Foto: imago images/HochZwei)

Nicht nur das Auswärtige Amt warnt mittlerweile wieder vor Reisen nach Katalonien. Die Formel 1 tritt dort am Wochenende trotzdem an. Und fühlt sich offenbar recht wohl damit. Allerdings wird die Augen-zu-und-durch-Taktik auch sehr kritisch beäugt.

Max Verstappen geht die Sache pragmatisch an. Ein Formel-1-Rennen im Corona-Hotspot Barcelona? "Ich erwarte keine Schwierigkeiten", sagt der Red-Bull-Star, "Corona gibt es doch nicht nur in Spanien. Wir müssen einfach vorsichtig sein." Allerdings sind die Infektionszahlen rund um die Metropole vor dem Rennen am Sonntag (15.10 Uhr bei RTL und im Liveticker bei ntv.de) wieder deutlich gestiegen, und das mit der Vorsicht ist bei einem unsichtbaren Virus ja nicht so einfach. Das Robert-Koch-Institut hat Katalonien daher längst wieder zum Risikogebiet ernannt, das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin.

Auch international gilt die Region nicht mehr als sicher, die Augen-zu-und-durch-Taktik der Formel 1 wird daher auch kritisch beäugt. Innerhalb der Blase ist man sich allerdings recht sicher - weil der Reisetross Königsklasse auch bislang schon kaum Kontakt zur Außenwelt hatte. Selbst innerhalb der Formel 1 und sogar innerhalb der Teams sind die Bereiche klar getrennt.

"Ich bleibe ja in meiner Blase, für mich ändert sich nichts", sagt Weltmeister Lewis Hamilton. "Ich habe weiter nur mit ein paar wenigen Menschen direkt zu tun, ich komme am Flughafen an, fahre zu meinem Motorhome an der Strecke. Und dort bleibe ich für vier Tage, so wie zuletzt auch." Man ist mittlerweile selbstbewusst im Fahrerlager. 25.000 Tests hat die Formel 1 seit dem Auftakt ihrer Geister-Saison Anfang Juli durchgeführt, darunter waren drei positive Fälle - und ein prominenter: Der Mexikaner Sergio Perez setzte zuletzt die Rennen in Silverstone aus, in Barcelona wird er im Racing-Point-Cockpit zurückerwartet.

"... dass die Formel 1 alles richtig gemacht hat"

"Ich denke, die Resonanz der ersten Rennen hat gezeigt, dass die Formel 1 alles richtig gemacht hat", sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko bei F1-insider.com: "Dass die Rennen im Moment ohne Zuschauer stattfinden, ist ein Kompromiss, den wir eingehen mussten. Alles geht um die hohe Kunst des Abwägens." Und so war es zwischenzeitlich auch durchaus eine Option, das Barcelona-Rennen abzusagen und durch einen weiteren, dritten WM-Lauf in Silverstone zu ersetzen.

Indes vor allem aus organisatorischen Gründen: Da Katalonien auch aus Sicht der britischen Regierung nicht mehr zu den sicheren Regionen zählt, müssen Reisende nach ihrer Rückkehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Und eine solche, sagt Marko, "würde den Formel-1-Betrieb lahmlegen". Der Grund: Die große Mehrzahl der Teams sitzt in England, und nur zwei Wochen nach dem Rennen in Spanien ist bereits der Grand Prix im belgischen Spa angesetzt. 14 Tage Isolation wären da nicht umsetzbar.

Die Lösung ist eine Sondergenehmigung. Formel-1-Reisende, ebenso wie Teilnehmer anderer Events im Profisport, können die Quarantäne-Regelung unter bestimmten Auflagen umgehen. "Wir haben trotz des Anstiegs der Corona-Zahlen in Spanien grünes Licht bekommen", sagt Marko.

Quelle: ntv.de, Raphaelle Peltier & Thomas Weitekamp, sid