Formel1

Kein F1-Cockpit für Wehrlein Die Formel Deutsch ist Geschichte

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2010 - das Jahr der Deutschen in der Formel 1: Mit Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg, Nico Rosberg, Michael Schumacher, Adrian Sutil, Nick Heidfeld und Timo Glock hatten gleich sieben Deutsche ein Stammcockpit in der Formel 1.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nur zwei Deutsche werden 2018 in der Formel 1 starten, so wenige wie seit 22 Jahre nicht mehr. Ein Grund: Der letzte noch offene Cockpitplatz bei Williams wird nicht an Pascal Wehrlein vergeben. Auch Robert Kubicas Traum vom Sensationscomeback platzt vorerst.

Für Pascal Wehrlein ist 2018 in der Formel 1 kein Platz mehr, das deutsche Fahrerkontingent schrumpft damit auf zwei Piloten zusammen. Das letzte freie Cockpit für 2018 vergab der englische Traditionsrennstall Williams nicht an den 23-jährigen Wehrlein, sondern an den Russen Sergej Sirotkin. Der 19-jährige Kanadier Lance Stroll war nach einer ordentlichen Rookie-Saison bereits zuvor als zweiter Stammfahrer bestätigt worden. Sirotkin war zuletzt Renault-Testfahrer und bringt angeblich rund 15 Millionen Euro jährlich an Sponsorengeldern mit. "Zu sagen, ich bin glücklich und stolz in einem so berühmten Team wie Williams zu fahren, ist eine Untertreibung. Es hat mich viel Arbeit gekostet dort hinzukommen, wo ich jetzt bin - und es macht mich überglücklich. Das Team kann sich darauf verlassen, dass ich mein Bestes geben werde."

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Sebastian Vettel (l.) muss in der kommenden Saison auf Fachgespräche mit Pascal Wehrlein verzichten.

(Foto: imago/HochZwei)

Wehrlein bleibt damit in der Formel 1 nur die Rolle des Ersatzfahrers beim Weltmeisterteam Mercedes. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass der frühere DTM-Champion in der Saison 2018  parallel in einer anderen Rennserie an den Start geht. Es sei für ihn "nicht vorstellbar", im kommenden Jahr keine Rennen zu fahren, hatte Wehrlein zuletzt gesagt - und immer wieder betont, die Hoffnung auf ein Stammcockpit in der Königsklasse nicht aufzugeben.

Der 23-Jährige hatte 2016 für Manor in der Motorsport-Königsklasse debütiert. Nach der Insolvenz des Rennstalls wechselte er zur Saison 2017 zum Ferrari-Kunden Sauber, ebenfalls ein Hinterbänkler-Team. In 39 Formel-1-Rennen ergatterte Wehrlein sechs WM-Punkte.

Ohne Wehrlein starten 2018 erstmals seit 22 Jahren nur zwei Deutsche in eine Formel-1-Saison. 1996 waren Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen dabei, nun sind nur noch Sebastian Vettel (Ferrari) und Nico Hülkenberg (Renault) übrig. Zur Spitzenzeit im Jahr 2010 hatten mit Vettel, Hülkenberg, Nico Rosberg, Michael Schumacher, Adrian Sutil, Nick Heidfeld und Timo Glock gleich sieben Deutsche ein Stammcockpit in der Formel 1, die damals auch als Formel Deutsch bezeichnet wurde.

Auch Robert Kubica muss seine Ambitionen auf einen Stammplatz vorerst auf die Seite legen. Der 33-jährige Pole, der von Ex-Weltmeister Nico Rosberg beraten wird, wurde aber zumindest als Ersatz- und Entwicklungsfahrer bei dem Team (Williams) aus dem britischen Grove bestätigt. Kubica hatte sich nach einem schweren Rallye-Unfall im Februar 2011 große Hoffnungen auf ein Comeback gemacht. Der erste Grand Prix der neuen Saison findet am 25. März in Melbourne statt.

Die Cockpits für 2018 im Überblick:

Mercedes: Lewis Hamilton (England), Valtteri Bottas (Finnland)
Ferrari: Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen (Finnland)
Red Bull: Daniel Ricciardo (Australien), Max Verstappen (Niederlande)
Force India: Sergio Perez (Mexiko), Esteban Ocon (Frankreich)
Williams: Lance Stroll (Kanada), Sergej Sirotkin (Russland)
McLaren: Fernando Alonso (Spanien), Stoffel Vandoorne (Belgien)
Toro Rosso: Pierre Gasly (Frankreich), Brendon Hartley (Neuseeland)
Haas: Romain Grosjean (Frankreich), Kevin Magnussen (Dänemark)
Renault: Nico Hülkenberg, Carlos Sainz jr. (Spanien)
Sauber: Marcus Ericsson (Schweden), Charles Leclerc (Monaco).

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid