Formel1

Sainz folgt auf den Deutschen Ferrari hat schon den Vettel-Nachfolger

Am Dienstag verkündet Ferrari die Trennung vom vierfachen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel. Während die Zukunft des Piloten noch unsicher ist, hat der Rennstall bereits den Nachfolger gefunden.

Nach dem Abschied von Sebastian Vettel wurde der Spanier Carlos Sainz Jr. schnell als einer der Top-Kandidaten auf die Nachfolge des Deutschen im Cockpit des Traditionsrennstalls gehandelt. Jetzt steht fest: Der McLaren-Pilot wird ab der kommenden Saison zusammen mit Spitzenfahrer Charles Leclerc das Fahrer-Duo der Scuderia bilden.

Offiziell verkündet wurde die Personalie aus der Ferrari-Zentrale in Maranello noch nicht, aber nach Informationen der RTL/ntv-Sportredaktion ist der Deal in trockenen Tüchern. Noch in dieser Woche könnte Sainz als neuer Pilot der Scuderia vorgestellt werden. Der Madrilene hatte sich bei McLaren für höhere Weihen empfohlen, im Vorjahr war er als WM-Sechster "best of the rest". Mit ihm würde Ferrari zudem die eigene Garage befrieden. Sainz ist kein klassisches Alphatier, dem Vernehmen nach wurde auch eine klare Rollenverteilung festgelegt. Der Monegasse Leclerc (Vertrag bis 2024), der in der vergangenen Saison Gesamtvierter wurde und damit vor Sebastian Vettel lag, soll der Nummer-eins-Fahrer bei Ferrari werden, Carlos Sainz die Nummer zwei.

Das durch den Wechsel des Spaniers freigewordene Cockpit bei McLaren könnte nun auch für Sebastian Vettel selbst eine spannende Karriereoption werden. Das einstige Weltmeisterteam steckt immer noch in der Umstrukturierung - es geht aber aufwärts. Daran hat nicht zuletzt Teamchef Andreas Seidl großen Anteil. Der Passauer und Vettel schätzen sich seit der gemeinsamen Zeit bei BMW-Sauber, als der Rennfahrer 2007 in den USA sein Formel-1-Debüt im BMW feierte.

Genügt dem Heppenheimer aber allein gegenseitiger Respekt? Will er nach wohl am Ende sechs Jahren ohne WM-Titel mit Ferrari einen Neuanfang bei einem Team wagen, das ihm den Kampf um Siege oder sogar Titel nicht garantieren kann? McLaren hat letztmals 2012 durch Jenson Button in Brasilien einen Grand Prix gewonnen.

Vielleicht können Seidl und McLaren aber Vettels Ehrgeiz im Herbst seiner Karriere für ein ganz besonderes Motorsportabenteuer wecken. Dass es dazu kommt, hält RTL/ntv-Motorsport-Experte Felix Görner zumindest nicht für abwegig. "McLaren fände ich hoch spannend. Denn sie bekommen zur nächsten Saison, also 2021, Motoren von Mercedes. Das dürfte ein ganz starkes Paket werden." Und Vettel ginge es "zum einen um die Wertschätzung seiner Person und seiner Leistung. Und zum anderen hat er immer die Perspektive des Teams im Auge. Er ist ja nicht nur Pilot, sondern auch jemand, der das Auto entwickeln möchte."

Quelle: ntv.de, ter/dpa/sid