Formel1

Ferrari-Affäre geht weiter Fia-Präsident Todt wettert gegen Vorwürfe

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Jean Todt findet die Vorwürfe der F1-Teams "völlig inakkurat".

(Foto: imago images/Independent Photo Agency)

Die Formel 1 pausiert wegen des Coronavirus, doch der Präsident des Motorsport-Weltverbandes, Jean Todt, hat trotzdem viel zu tun. In der Affäre um vermeintliche Tricksereien von Ferrari sollte er die Wogen glätten. Stattdessen empört er sich über die Klüngelei-Vorwürfe der anderen Teams.

Die vermeintliche Klüngelei zwischen Ferrari und dem Motorsport-Weltverband Fia erzürnt alle anderen Formel-1-Teams. Die mutmaßlichen Tricks der Scuderia aus der vergangenen Saison hatten kein Nachspiel, weil eine Einigung mit der Fia zustande kam. Dass dagegen nun wiederum alle weiteren Rennställe wetterten und in einem gemeinsamen Schreiben Transparenz über den Deal forderten, empörte Fia-Präsident Jean Todt.

Laut "Daily Mail" wehrte er sich gegen die Kritik der anderen Teams - und zwar überaus deutlich. Die Teams hätten "völlig inakkurate und voreingenommene" Darstellungen gezeichnet und "die Integrität der Fia und ihrer Vertreter in Frage gestellt", sagte er. Es sei von einer "betrügerischen Absprache" die Rede gewesen. Das gehe "weit über die legitime Forderung nach einer Klarstellung hinaus".

"Verletzend und rufschädigend"

Todt betonte dabei, er habe gar nichts gegen eine weitere Klarstellung einzuwenden gehabt. "Die Fia weist Ihre Anschuldigungen aufs Schärfste zurück. Die Teams haben auf gedankenlose Art und Weise ernsthafte Vorwürfe gegen die Fia und ihre Funktionäre, besonders den Präsidenten, geäußert." Für ihn sei dies "verletzend und rufschädigend".

Allerdings hat die Fia auch seitdem keine weiteren Informationen über die Untersuchung bei Ferrari veröffentlicht. Und so bleibt es bei dem Verdacht, dass Ferrari mit der Power-Unit gegen das Reglement verstoßen hat. Claire Williams, die stellvertretende Teamchefin des Williams-Rennstalls, sagte, die Teams könnten nur abwarten, ob die geforderte Transparenz noch erfolge. Und fügte an: "Ich glaube, es liegt an Ferrari, eine Offenlegung gutzuheißen." Danach allerdings relativierte sie diesen Vorwurf, wonach Ferrari die Offenlegung des Deals blockiere: "Ich denke, es liegt wahrscheinlich an beiden Seiten. Ich denke, die Verantwortung dafür tragen beide."

Quelle: ntv.de, ara