Formel1

Nach Niki Laudas Tod Formel-1-Zirkus macht keine Pause

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Trauert um seinen Freund Niki Lauda: Lewis Hamilton, hier ein Bild vom November 2014.

(Foto: imago/LaPresse)

Nach dem Tod von Niki Lauda ist die Stimmung bei den Fahrern der Formel 1 vor dem Grand Prix in Monaco gedrückt. Weltmeister Lewis Hamilton muss nicht mit den Journalisten sprechen, sein Rennstall Mercedes plant das Gedenken an Lauda. Und doch geht die Show im PS-Zirkus zügig weiter.

Nach der Nachricht vom Tod Niki Laudas nimmt eine der schnellsten Sportarten der Welt flugs ihre gewohnte Geschwindigkeit auf. Auch wenn die Stimmung im Fahrerlager gedrückt ist, laufen die Vorbereitungen für den Großen Preis von Monaco am Sonntag (ab 15.10 Uhr bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de) wie gewohnt. Die Show geht weiter - ein Ansatz, der dem stets rastlosen und effizienz-orientierten Lauda vermutlich gefallen hätte.

An die Stelle der Trauer rückten erste Gedanken, wie der verstorbenen Legende in würdiger Weise gedacht werden kann. Der Mercedes-Rennstall, zu dessen Erfolg Lauda als Team-Aufsichtsratschef seit 2012 erheblich beigetragen hatte, will dem dreimaligen Weltmeister beim Grand Prix im Fürstentum die Ehre erweisen, Details sind noch nicht bekannt. Der britische Weltmeister Lewis Hamilton musste derweil nicht an der Pressekonferenz der Fahrer teilnehmen. Sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas vertrat ihn. Auch nach den Trainings am Donnerstag (live ab 10.55 Uhr und 14.55 Uhr bei n-tv.de) wird Hamilton nicht mit den Journalisten sprechen.

Der WM-Spitzenreiter hatte sich erschüttert gezeigt: "Ich kann es kaum glauben, dass Du nicht mehr da bist. Ich werde unsere Gespräche vermissen, das gemeinsame Lachen, die Umarmungen nach gewonnenen Rennen. Danke, dass Du so ein strahlendes Licht in meinem Leben warst. Ich werde für Deine Familie immer da sein, wenn sie mich braucht. Ich liebe Dich." Lauda war am Montagabend im Alter von 70 Jahren verstorben.

"Eine echte Rennsportikone"

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel würdigte Lauda als "eine echte Rennsportikone". Der dreimalige Weltmeister hinterlasse eine "Lücke, die schwer zu füllen sein wird". Dennoch lenkte auch Vettel seinen Fokus zügig auf das Tagesgeschehen: "Wir sind hier, um Rennen zu fahren. Die Aufgabe des Deutschen ist dabei klar definiert - und doch so schwierig zu erfüllen: Er muss schnell einen Weg finden, die Mercedes-Dominanz zu beenden. Selbst Hamilton beklagte die Langeweile. "Was die Formel 1 ausmacht, sind die Momente, in denen du gegen andere Teams kämpfst."

Er und sein Kollege Bottas machten in den ersten fünf Rennen die Plätze eins und zwei unter sich aus. Sechs Doppelsiege in Folge wären ein Novum in der fast 70-jährigen Formel-1-Geschichte. Dass dieser Rekord im Leitplankengeschlängel des Fürstentums fällt, ist durchaus wahrscheinlich, besonders in den Kurven war Mercedes der Konkurrenz von Ferrari und auch Red Bull zuletzt deutlich voraus. "Auf dem Papier wird Monaco schwierig, wir sind in den Kurven zu langsam", räumt Vettel ein, der als Vierter 48 Punkte Rückstand auf Hamilton aufweist.

Ferrari scheint beim Konzept des SF90 auf das falsche Pferd gesetzt zu haben. Der Speed auf den Geraden ist beeindruckend, doch dies reicht insgesamt nicht aus. Eine grundlegende Umstellung des komplexen Systems mitten in der Saison ist nicht so einfach möglich. Das weiß auch Vettel: "Es reicht momentan nicht, das ist ganz einfach. Aber es ist nicht einfach, das zu lösen." Über die Mercedes-Dominanz hinaus, die gemessen an den nackten Zahlen im sechsten Jahr der Turbo-Hybrid-Ära größer denn je ist, präsentiert sich aber die gesamte Serie äußerst berechenbar.

Ferrari und Red Bull mit Max Verstappen mögen der Spitze hinterherfahren. Ihr Vorsprung auf das breite Mittelfeld jedoch ist so groß, dass sich die Top Fünf in jedem Rennen in diesem Jahr aus Hamilton, Bottas, Verstappen, Vettel und dem Monegassen Charles Leclerc im zweiten Ferrari zusammensetzt. Mercedes kann am wenigsten dafür: Zum dritten Mal nach 2014 und 2017 hatten die Silberpfeile auf eine grundlegende Änderung des technischen Reglements die beste Antwort - und wurden überlegener anstatt eingebremst zu werden.

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Quelle: n-tv.de, Marco Heibel, sid

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