Formel1

Illegale Kopie bei Racing Point? Renault protestiert gegen "pinken Mercedes"

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Racing Point fährt in auffälligem Pink, aber auch anderweitig zieht der Bolide die Blicke auf sich.

(Foto: imago images/HochZwei)

Erfolgreiches Wochenende für Racing Point: Beim zweiten Formel-1-Rennen der Saison werden die beiden Piloten Sergio Pérez und Lance Stroll Sechster und Siebter. Doch es gibt nachträglich Ärger, Renault legt Protest gegen den Konkurrenten ein. Zu sehr erinnert der Bolide an den Mercedes der Vorsaison.

Der "pinke Mercedes" auf dem Prüfstand: Die Boliden des Formel-1-Rennstalls Racing Point sind Gegenstand einer Untersuchung des Automobil-Weltverbandes Fia. Auslöser ist ein offizieller Protest des direkten Konkurrenten Renault, diesen reichten die Franzosen nach dem Großen Preis der Steiermark am Sonntag ein. Da der RP20 von Racing Point deutliche Ähnlichkeiten zum Weltmeister-Mercedes der vergangenen Saison hat, soll nun geprüft werden, ob hier gegen das Reglement verstoßen wurde.

Nachdem die Rennkommissare am Sonntagabend nach Anhörung von Vertretern beider Parteien den Protest offiziell zugelassen hatten, beschlagnahmte und versiegelte ein Vertreter der Technischen Abteilung der Fia die entsprechenden Teile der Wagen 11 und 18 von Sergio Pérez und Lance Stroll, um eine "detaillierte Analyse" vorzubereiten. Weiter darf er externe Unterstützung von Renault und auch Mercedes bei der Bewertung in Anspruch nehmen. Wie lange dies dauern wird, ließ die Fia offen.

Renault beruft sich bei seiner Bitte um Prüfung der "Legalität" des pinken Autos auf Teile des Sportlichen Reglements, die Folgendes festlegen: Bestimmte Komponenten der Boliden ("listed parts") müssen vom jeweiligen Team selbst entworfen worden sein, auch die Weitergabe von Informationen über diese Bauteile ist nicht erlaubt.

Mit seinen Bedenken angesichts der Ähnlichkeit zwischen dem aktuellen RP20 und dem Mercedes W10 von 2019 ist Renault nicht allein im Starterfeld. Racing Point gilt als Anwärter auf Rang vier der Konstrukteurs-WM, schwächelt Ferrari weiter deutlich, scheint sogar Rang drei hinter Mercedes und Red Bull möglich. Als gewöhnliches Kundenteam beziehen die Engländer, die im kommenden Jahr als Aston Martin an den Start gehen werden, den Antrieb und das Getriebe von Mercedes.

Quelle: ntv.de, ara/sid