Formel1

"Zu 95 Prozent zufrieden" Schumacher steigt mit kleinem Sieg in F1 ein

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Schumacher brachte das Rennen zu Ende, präsentierte sich der Aufgabe gewachsen.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Ein Dreher nimmt früh die Chance auf ein besseres Ergebnis, viel mehr als Platz 16 war im Haas jedoch ohnehin nicht drin. Mick Schumacher liefert ein höchst solides Debüt in der Formel 1 ab. Und verdient sich das Lob eines Weltmeisters, der schon gegen seinen Vater auf der Strecke gekämpft hat.

Der Formel-1-Bolide wartete schon, aber ein bisschen Zeit hatte Mick Schumacher noch vor dem Start - also fasste er die Bedeutung dieses Tages in aller Kürze selbst zusammen. "Für mich wird jetzt ein lebenslanger Traum wahr", sagte der 22-Jährige in Bahrain, sprang wenig später ins Cockpit, trat aufs Gas - und ist nun offiziell Teil der Königsklasse.

Eine Hauptrolle spielte er in seinem ersten Rennen wie erwartet nicht. Im unterlegenen Haas sammelte er am Ende des Feldes Kilometer und Erfahrungen, erste Überrundungen und ein Dreher in der Anfangsphase gehörten dazu. Am Ende belegte Schumacher den 16. Rang. Sein russischer Teamkollege Nikita Mazepin schied in der ersten Runde aus. "Ich nehme viel Positives mit, ich habe viel gelernt und Spaß gehabt. Ich freue mich schon auf das nächste Rennwochenende", sagte Schumacher bei Sky.

Dass er Mazepin nicht nur im Grand Prix, sondern auch im Qualifying und in den Trainingseinheiten im Griff hatte, ist ein erster kleiner Sieg für den Neuling. Wobei klein in diesem Fall relativ ist, denn vermutlich ist dieser kleine Erfolg zugleich auch der größtmögliche in dieser Saison, die Haas schon vor dem Start als Übergangsjahr weitgehend abgeschenkt hat.

"Zu 95 Prozent bin ich zufrieden, natürlich nicht mit meinem Dreher zu Beginn. Aber dass ich das Rennen zu Ende fahren konnte, war wichtig für mich. Insgesamt habe ich mich wohlgefühlt im Auto, ich konnte viel Positives mitnehmen, worauf ich aufbauen kann", hielt er nach seinen ersten Grand-Prix-Kilometern fest.

Vier Weltmeister gegen zwei Schumachers

Dennoch, seit diesem Wochenende hat die Formel 1 mit Schumacher eine neue Attraktion, dabei will der junge Aufsteiger das ziemlich offensichtlich noch gar nicht sein. Mit viel Arbeit hat er es in die Königsklasse geschafft, und genau so will er gerne weitermachen. Das hat Schumacher mittlerweile sehr oft und sehr glaubhaft betont: Arbeiten, lernen, besser werden - das ist der Plan fürs erste Jahr. Und, so der Eindruck, nicht allzu viel darüber reden.

Über den Deutschen mit dem großen Namen wird dafür jede Menge gesprochen, die Story ist einfach zu gut. 30 Jahre nach seinem Vater bestreitet nun auch Mick Schumacher seine Debütsaison, und wie der Rekordweltmeister startet auch der Sohn unter dem Kürzel "MSC". Allein dieses kleine Detail, sagt er selbst, "ist sehr schön und sehr emotional für mich".

Und so viele weitere Geschichten ergeben sich beinahe von allein. Michael Schumacher fuhr 2012 seinen letzten Grand Prix, damals ebenfalls dabei: Sebastian Vettel, Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen - dieses Weltmeister-Quartett sitzt auch heute im Cockpit. "Wenn ich so darüber nachdenke, ich das witzig", sagt der Debütant: "Dass diese Fahrer gegen zwei Generationen Schumacher antreten."

Nicht nur die einstigen Wegbegleiter des Vaters, auch zahlreiche weitere prominente Menschen wurden in Bahrain zum Neuling befragt. Und nicht wenige antworteten so, wie Toto Wolff es tat: "Am besten wäre, wir würden über Mick gar nicht sprechen", sagte der Mercedes-Motorsportchef bei Sky. Denn sehr viel, vielleicht zu viel prasselt momentan auf den Rookie ein.

"Als ob er es schon seit fünf Jahren macht"

Der allerdings begegnet diesem Sturm mit viel Ruhe, eine kleine Episode am Vorabend des Rennens gab einen Einblick: Das aufreibende erste Qualifying war gerade geschafft, da saß Schumacher an einem kleinen Tisch mitten im lauten, hell erleuchteten Fahrerlager. Und spielte eine Partie Schach, zum Runterkommen.

Überhaupt sei Schumacher "sehr selbstsicher", sagt sein Teamchef Günther Steiner, "es geht alles, als ob er es schon seit fünf Jahren machen würde. Er hat viel Zeit investiert, um so vorbereitet zu sein." Für Haas ist in diesem Jahr das Ende des Feldes reserviert, das war schon vor dem Start klar, der kleine US-Rennstall nutzt fast alle Ressourcen für die Vorbereitung auf die Regel-Revolution 2022. Dann will Schumacher liefern.

Und wenn jemand zweifelt am Talent dieses berühmten Sohnes, dann wird sogar Kimi Räikkönen deutlich. "Mick", sagt der Finne, dem ja so oft so vieles egal ist, "ist sicher nicht nur wegen seines Nachnamens in der Formel 1."

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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