Formel1

Formel-1-Lehren aus MiamiÜberflieger Antonelli schafft, was Schumacher nicht gelang

04.05.2026, 06:42 Uhr
00:00 / 04:25
Mercedes-driver-Kimi-Antonelli-of-Italy-kisses-his-trophy-after-winning-the-Miami-Formula-One-Grand-Prix-auto-race-Sunday-May-3-2026-in-Miami-Gardens-Fla
Kimi Antonelli mit dem Siegerpokal: Das Bild könnte zur Gewohnheit werden. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Kimi Antonelli steht wieder oben - und übertrumpft damit sogar Rekordweltmeister Michael Schumacher und Legende Ayrton Senna. Die Leistungssprünge vor allem von McLaren zeigen aber, dass sein Weg zum WM-Titel kein einfacher wird.

Kimi Antonelli ist der Beste - das erkennen alle an

Seine ersten drei Grand-Prix-Siege in Serie von der Pole-Position aus zu gewinnen, das schafften nicht einmal Rekordweltmeister Michael Schumacher und Formel-1-Legende Ayrton Senna. Kimi Antonelli ist nicht zu stoppen, der Auftritt in Miami verdeutlichte einmal mehr, dass der Teenager das Zeug zum Weltmeister hat.

Ein wieder einmal schlechter Start, ständiger Druck von hinten, die durchgehende Regengefahr - all diese Punkte brachten den Mercedes-Piloten nicht aus der Ruhe, auch wenn ihn die Anstrengung nach dem Rennen ins Gesicht geschrieben stand. "Das ist nur der Anfang, es ist noch ein weiter Weg", sagte Antonelli, der trotz seiner erneuten Sternstunde nicht in Euphorie verfiel und den Blick schnell auf die nächste Aufgabe richtete. Das Mercedes-Team arbeite "sehr hart. Ich werde das jetzt genießen und dann weitermachen. In drei Wochen geht es schon nach Kanada." 

Die Konkurrenz musste nach der kriegsbedingten Pause neidlos anerkennen, dass Antonelli das Maß aller Dinge ist. "Kimi hat einen starken Job gemacht", sagte Sprintsieger Lando Norris, der im wiedererstarkten McLaren viel Druck auf den jüngsten WM-Führenden der Geschichte gemacht hatte. Doch dieser behielt auf weltmeisterliche Weise die Nerven. "Für mich war es heute das beste Rennen, das er gefahren ist", lobte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinen Schützling bei Sky. In der Gesamtwertung liegt Antonelli nun 20 Punkte vor Teamkollege George Russell, der im Duell der starken Silberpfeile als Vierter wieder einen Dämpfer kassierte. In der Heimat Italien ist die Antonelli-Mania längst ausgebrochen, doch der Shootingstar will "auf dem Boden" bleiben. Den Erfolg in den USA widmete er dem verstorbenen Alex Zanardi: "Ich wollte unbedingt für ihn gewinnen."

Für McLaren gibt's mehr als einen Mutmacher

Lando Norris schmunzelte. Man müsse sich schon "ziemlich dumm vorkommen, wenn man nicht zuversichtlich in die Zukunft blicken würde, nachdem wir uns an diesem Wochenende so stark verbessert haben", meinte der Weltmeister. Die zahlreichen Upgrades von McLaren funktionierten glänzend, das verdeutlichten Norris' Sieg im Sprint sowie Platz zwei im Grand Prix. Papaya ist nach einem schwierigen Saisonstart wieder mittendrin - und aktuell Widersacher Nummer eins von Mercedes.

Audi steckt im Albtraum fest

Ein "charakterbildendes Wochenende" sei es für Audi gewesen, erklärte Nico Hülkenberg am Sky-Mikrofon. Nach einer Kollision musste er früh an die Box, wenige Runden später parkte er seinen Boliden mit Getriebeproblemen in der Garage. Damit geht das Warten auf die ersten WM-Punkte weiter. Das wurmt den Emmericher so richtig. Die Premierensaison mit dem deutschen Werksteam entwickelt sich langsam, aber sicher zu einem Albtraum, auch in Florida wurde es wieder nichts mit den ersten Punkten. "Unsere Pace ist nicht schlecht, aber wir müssen es auch irgendwie umsetzen, auf den Asphalt bringen, die Flagge sehen", betonte Hülkenberg erneut: "Wir bleiben dran und halten den Kopf hoch."

Bei den Bossen siegt die Vernunft

Die Verantwortlichen studierten die Wetterprognose, verfolgten die Entwicklungen genauestens - und trafen eine goldrichtige Entscheidung. Durch den verfrühten Start blieb das befürchtete Chaos aus, das Rennen ging ohne Unterbrechungen über die Bühne, und auch die Zuschauer konnten in Sicherheit den Grand Prix verfolgen. Sicherlich hätte sich der eine oder andere Fan über spektakuläre Bilder gefreut, doch in diesem Fall war Vorsicht der richtige Weg. Schließlich hatten auch die Fahrer Bedenken geäußert, kennen diese die kniffligen, neuen Autos bei nassen Bedingungen doch kaum.

Feedback wirkt - in Maßen

Haben die vielen Änderungen am Reglement die Formel 1 verbessert? Zumindest für Antonelli fühle sich das Qualifying "besser, natürlicher" an. Auch Norris sprach von "einem kleinen Schritt in die richtige Richtung". Aber: "Es ist noch nicht auf dem Level, auf dem sich die Formel 1 befinden sollte." Der Engländer monierte, dass man mit den Motoren und ihrem hohen Elektroanteil noch immer nicht voll ans Limit gehen könne. "Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man das wirklich beheben kann", sagte er: "Man muss einfach die Batterie loswerden. Hoffentlich ist das in ein paar Jahren der Fall."

Quelle: ntv.de, ara/sid

Formel 1AudiMcLarenMichael SchumacherMercedes AMGMotorsport