Formel1

Ausrufezeichen zum Test-Beginn Vettel fährt allen davon

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Auch im RB07 flott unterwegs: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel.

(Foto: dpa)

Die Motoren heulen wieder und Weltmeister Sebastian Vettel macht im neuen Red Bull RB7 so weiter, wie er mit dem alten aufgehört hatte. Nico Hülkenberg deutet im Force India an, dass er als Testfahrer verschenkt ist. Bei Mercedes gibt es dagegen gleich einen kleinen Dämpfer.

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Vettel spulte in Valencia 93 Runden ab.

(Foto: REUTERS)

Tagesbestzeit für "Marathon-Mann" Sebastian Vettel, Kurzeinsatz für Rekordchampion Michael Schumacher: Als der Mercedes-Pilot am ersten Formel-1-Testtag in diesem Jahr endlich Gas geben konnte, hatte Weltmeister Vettel schon rund 280 Kilometer mit seinem neuen Red Bull abgespult. Und dabei gleich dort weitergemacht, wo er am 14. November 2010 beim Saisonfinale aufgehört hatte: auf dem ersten Platz.

Schumacher schaffte es mit über zweieinhalb Sekunden Rückstand gerade mal auf Rang neun, nachdem er lange auf seinen Einsatz im neuen Mercedes hatte warten müssen. Bei der Jungfernfahrt war sein Teamkollege Nico Rosberg von einem Hydraulikschaden gebremst worden. Der Defekt musste erst behoben werden.

Zweitschnellster war zum Auftakt der viertägigen Probefahrten Force-India-Ersatzmann Nico Hülkenberg aus Emmerich, dahinter reihte sich McLaren-Reserve-Pilot Gary Paffett ein. Ferrari-Star Fernando Alonso, der lange Zeit in Führung gelegen hatte, wurde Fünfter. Rosberg kam mit seinen gerade mal neun Runden nicht über den 13. und letzten Platz hinaus.

Vettel fährt vorneweg

Ganz vorne indes nichts Neues: Vettel gab im neuen RB7 ordentlich Gas. Der 23-jährige Heppenheimer war nicht nur der Schnellste, sondern auch der Pilot mit den meisten Runden. Unterm Strich kam er auf 93 Umläufe auf dem 4,005 Kilometer langen Circuit Ricardo Tormo, nachdem er und Teamkollege Mark Webber das neue Auto am Morgen vorgestellt hatten.

Rund 300 Fotografen, Kameraleute und Journalisten lauerten vor der Red-Bull-Box. Dann war es soweit. "Es sieht sehr interessant aus", sagte der gut aufgelegte Vettel über den RB7. Das neueste Werk aus der Feder von Erfolgsdesigner Adrian Newey ist mit einer höheren Nase ausgestattet. Red Bull folgt damit dem Trend: der Ferrari F150 und der Mercedes MGP W02 weisen ebenfalls dieses Merkmal auf. Von den Top-Teams fehlt nur noch das Gefährt von McLaren. Die Briten stellen ihren Wagen erst am Freitag in Berlin vor.

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Großer Andrang herrschte bei der Red-Bull-Vorstellung.

(Foto: AP)

Heute war zunächst wieder Vettel-Time. Schon vor den ersten Metern im neuen Auto warnte der Hesse jedoch vor zu schnellen Rückschlüssen. "Selbst nach einem Test brauchen wir noch ein bisschen mehr Zeit, um wirklich zu verstehen, wie stark wir sind", sagte Vettel. Jeder habe die Chance, Weltmeister zu werden. Alle würden bei Null starten. Auch der Fahrer mit der Nummer 1 auf dem Wagen. Vettel werden nun alle jagen.

Rosberg schielt Richtung Titel

Auch Mercedes will es versuchen. "Ich zähle uns auf jeden Fall dazu", sagte Rosberg über der vier Top-Teams Red Bull, Ferrari, McLaren und eben Mercedes. "Wir möchten gemeinsam etwas Großes aufbauen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in dieser Saison viel regelmäßiger auf dem Podium stehen werden - am liebsten in der Mitte", meinte Kollege Schumacher.

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Formel-1-Boss Bernie Ecclestone will Michael Schumacher nicht mehr im Mittelfeld rumgurken sehen.

(Foto: REUTERS)

Käme es so, würde auch das Mitleid von Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone mit dem 42 Jahre alten Rekordweltmeister ein Ende haben. "Dieses Gegurke im Mittelfeld hat mir wehgetan. Ich hoffe, Schumi tut mir das nicht noch mal an", sagte er der "Bild".

Doch allen ist gemein: Vorhersagen sind äußerst schwierig. Die Wiedereinführung des Energierückgewinnungssystems KERS und der neuerdings verstellbare Heckflügel sollen das Überholen leichter machen. Schwieriger macht es aus Rosbergs Sicht allerdings die Bedienung der Wagen. "Es ist an der Nähe der Grenze", meinte Rosberg etwas besorgt. Immerhin fühlte sich der 25-Jährige im neuen, glänzenderen Silberpfeil auf Anhieb wohl. "Es ist generell ein besseres Auto", so das erste Fazit. "Das erste Gefühl war hammergeil", sagte er mit einem Schmunzeln. Das Gefühl hätte er sicher gern länger genossen als neun Runden.

Quelle: ntv.de, dpa