Fußball-EM

Nach Ronaldos Flaschenzauber UEFA droht nationalen Verbänden mit Strafen

Die EM-Stars Cristiano Ronaldo und Paul Pogba stören sich an Getränkeflaschen. Sie räumen sie im Vorfeld ihrer jeweiligen Pressekonferenzen aus dem Bild. Die Sponsoren geben sich gelassen. Doch Turnierdirektor Kallen fürchtet um Einnahmen und droht mit Strafen.

Nach den für die Turniersponsoren wenig erfreulichen Aufräumaktionen von Cristiano Ronaldo und Paul Pogba hat die UEFA die EM-Teilnehmer an deren Verpflichtungen erinnert. "Wir haben mit dem Team gesprochen, das ist wichtig, weil die Einnahmen durch die Sponsoren wichtig für das Turnier und den europäischen Fußball sind", sagte Turnierdirektor Martin Kallen. Auf die Spieler sei der Dachverband nicht direkt zugegangen, bei wiederholtem Fehlverhalten könnten aber Strafen für die nationalen Verbände drohen. "Das ist immer eine Möglichkeit", sagte Kallen.

Ronaldo hatte vor dem EM-Auftakt der Portugiesen in Budapest gegen Ungarn vor Beginn einer Pressekonferenz die Flaschen des Sponsors Coca-Cola beiseite gestellt. Danach hielt der 36-Jährige eine Wasserflasche hoch und rief mit dem Wort "Agua" zum Wassertrinken auf. Der Franzose Pogba hatte nach dem 1:0 gegen Deutschland am Dienstagabend eine Flasche alkoholfreies Bier des EM-Sponsors Heineken aus dem Sichtfeld der Kameras geräumt. Wenn das aus religiösen Gründen geschehe, habe die UEFA kein Problem damit, sagte Kallen. Es ist bekannt, dass Pogba Moslem ist.

Für den Softdrink-Giganten Coca-Cola hatte Ronaldos Zauberei auch Konsequenzen am Aktienmarkt. Der Kurs des Unternehmens gab um 1,6 Prozent nach und der Marktwert sank um 4 Milliarden auf 238 Milliarden US-Dollar. Eine schöne Geschichte. Doch bis auf den direkten zeitlichen Zusammenhang wohl eher zufällig, wie die "FAZ" berichtete. Ohnehin verschmerzbare Zahlen bei all der PR. So gab man sich dort auch gelassen und kommentierte: "Jeder hat ein Recht auf seine Getränkevorlieben." Heineken hingegen musste keine Kursverluste verzeichnen. Der niederländische Konzern teilte auf Anfrage von ntv.de mit, dass jede Person die freie Wahl habe, "wenn es um das Getränk der Wahl geht", und man diese Entscheidung "absolut respektiert".

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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