Fußball-EM

"Unechte" Tränen bei Deutscher Uefa manipuliert TV-Bild erneut

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Inszenierung nach Uefa-Art. Fußballspiele werden zu "Scripted Reality".

(Foto: Screenshot sky.de)

Löw und der Balljunge sind noch nicht vergessen, da fummelt die Weltregie der Uefa erneut am Live-Bild der EM herum und schneidet eine Szene, die vor dem Spiel aufgenommen wurde, einfach in die Übertragung des Halbfinales hinein. Der Zuschauer ist ergriffen, Wirklichkeit und Wahrheit bleiben auf der Strecke.

Die ausgelassene Szene mit Bundestrainer Joachim Löw und einem Balljungen beim Gruppenspiel gegen die Niederlande am 13. Juni war hübsch anzusehen, gehört aber dennoch zu den Ärgernissen dieser Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Nach der Empörung über die vermeintlichen Live-Bilder, die tatsächlich aber schon vor dem Spiel aufgenommen worden waren, gelobte die Uefa, verantwortlich für das sogenannte Weltbild und die Bildregie, Besserung. Doch nun gibt es erneut Ärger um die Manipulation des TV-Bildes.

Diesmal geht es um das Halbfinale Deutschland gegen Italien. Die Dramaturgen in der Bildregie wollten dem Spiel offenbar noch ein wenig mehr Emotionen beimischen. Nach den beiden Gegentoren wurde darum die Szene einer weinenden deutschen Anhängerin in das Live-Bild geschnitten. Der Zuschauer war ergriffen. ARD-Kommentator Steffen Simon wunderte sich: "Für Tränen ist es noch zu früh". Oder zu spät. In Wirklichkeit waren die Kullertränen nämlich bereits vor dem Anpfiff aufgenommen worden.

Eine ARD-Sprecherin bestätigte den Vorfall. Der weibliche Fan aus Düsseldor hat demnach Mails aus der Heimat erhalten. Sie sei während des Spiels weinend riesengroß gezeigt worden - zu ihrer Irritation, denn die Tränen, so sagt sie, seien ihr in Warschau vor dem Spiel über die Wange gelaufen, und "nicht aus Schock und Enttäuschung, sondern, im Gegenteil, aus wohliger Rührung".

Jörg Schönenborn, EM-Teamchef der ARD und WDR-Chefredakteur, reagierte ungehalten. "Wir sind erstaunt und irritiert. Diese Bilder sind für uns so nicht akzeptabel - zumal wir mit der UEFA über die Problematik vor wenigen Tagen gesprochen hatten. Wir werden jetzt erneut das Gespräch suchen." Für die Kommentatoren der unterschiedlichen TV-Sender auf der Tribüne des Warschauer Stadions war erneut nicht erkennbar, dass die Szene vor Spielbeginn aufgezeichnet wurde.

Quelle: n-tv.de, tar/sid

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