"Administrativer Raubüberfall"Nationalteam präsentiert Pokal, der ihm gar nicht gehört
Das Chaos nach dem Finale des Afrika-Cups geht weiter: Obwohl Senegal den Sieg aberkannt bekommt, will das Nationalteam den Pokal nicht mehr hergeben - und sogar offiziell präsentieren. Der Verbandspräsident spricht von einem "administrativen Raubüberfall".
Senegals Fußballer wollen ungeachtet der nachträglichen Aberkennung vor ihrem anstehenden Länderspiel in Paris die Trophäe des Afrika-Cups präsentieren. Im Vorfeld des Testspiels gegen Peru am Samstag im Stade de France ist eine offizielle Vorstellung der Trophäe vorgesehen. Dies geht aus dem Programm für die Partie hervor.
Die Präsentation ist Teil einer zweistündigen Zeremonie vor dem Anpfiff. Laut Ablauf sind unter anderem Showeinlagen vorgesehen, ehe der Pokal offiziell gezeigt werden soll. Der Verband nutzt den Auftritt, obwohl der Kontinentalverband CAF Senegal den Titel aberkannt und Marokko nachträglich zum Sieger erklärt hat.
Verbandspräsident Abdoulaye Fall sprach auf einer Pressekonferenz in Paris von einem "administrativen Raubüberfall, dem gröbsten in der Geschichte unseres Sports". Zugleich kündigte er an: "Senegal weigert sich, das als gegeben hinzunehmen." Ein Anwalt des senegalesischen Verbandes erklärte zudem, es gebe keine Entscheidung, die zur Rückgabe von Medaillen oder der Trophäe verpflichte, die Verbandsseite kündigte eine Korruptionsbeschwerde gegen mehrere Personen an.
Sportlich gewonnen, aber Platz verlassen
Senegal hatte das Finale ursprünglich gewonnen, nachdem das Team zwischenzeitlich aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz verlassen hatte. Die CAF wertete die Partie in der Vorwoche als Niederlage und gab einer Berufung Marokkos statt. Der senegalesische Verband legte daraufhin am Mittwoch offiziell Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS ein.
Der CAS möchte eine möglichst zeitnahe, aber sorgfältige Entscheidung treffen. "Wir verstehen, dass Teams und Fans gespannt auf die endgültige Entscheidung warten, und wir werden sicherstellen, dass das Schiedsverfahren so zügig wie möglich durchgeführt wird, wobei das Recht aller Parteien auf ein faires Verfahren gewahrt bleibt", sagte CAS-Generaldirektor Matthieu Reeb.
