Fußball

"Ganz Deutschland lacht" Ailton in der sechsten Liga

Ailton will in der Fußball- Provinz für Furore sorgen. "Ganz Deutschland lacht, dass ich jetzt für Uerdingen spiele. Aber ich finde die Aufgabe interessant und will viele Tore schießen", sagte der brasilianische Fußball-Stürmer nach seinem Wechsel zum Sechstligisten KFC Uerdingen.

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Der Beweis: Ailton hält ein Trikot des KFC Uerdingen in die Kamera.

(Foto: dpa)

Mit dem Transfercoup brachte sich der Krefelder Verein, der bis 1996 insgesamt 14 Jahre in der Bundesliga spielte, zurück in die Schlagzeilen. Die Verpflichtung des einstigen Bundesligastars soll beim KFC ein wichtiger Baustein für die geplante Rückkehr in den Profifußball sein. "Ailton ist ein Teil unseres Fünfjahresplans, an dessen Ende wir in der 3. Liga spielen wollen", sagte der KFC-Vorsitzende Agissilaos Kourkoudialos.

Der griechische Unternehmer aus der Immobilienbranche hat den Wechsel des 36 Jahre alten Ailton eingefädelt, dessen Vertrag in Uerdingen am 1. Januar 2010 beginnt. Im Oktober begannen die Verhandlungen mit dem Brasilianer, der 219 Bundesligaspiele (106 Tore) für Werder Bremen, Schalke 04, den Hamburger SV und den MSV Duisburg bestritt. "Mein Vater hat mir gesagt, dass ich auch in die 6. Liga gehen kann, wenn ich nur glücklich bin", sagte Ailton.

Bis 2011 in die Regionalliga

Der Bundesliga-Torschützenkönig von 2004 kann sich auch vorstellen, über sein Vertragsende bis Juni 2011 hinaus für den KFC aktiv zu sein. "Der Plan des Vorsitzenden ist gut, warum soll Uerdingen nicht zurück in die Bundesliga gelangen?", meinte Ailton. "Wir haben eine Vision, die wir mit Ailton erfüllen können. Sein sportlicher Wert ist hoch, für die PR bringt er uns ebenfalls weiter", sagte der 43-jährige Kourkoudialos stolz. Zunächst gelte es, bis 2011 bis in die viertklassige Regionalliga aufzusteigen.

Ailton zählt zu den schillerndsten Figuren der Szene und hat sich mit herausragenden Leistungen wie durch Eskapaden und kesse Sprüche einen Namen gemacht. 2004 gewann er mit Werder Bremen die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal, zuletzt war er beim chinesischen Club Chongqing Lifan untergekommen, wo sein Vertrag am 31. Oktober endete. Zweifel am sportlichen Wert Ailtons hegt der KFC aber nicht. "Ailton kann uns weiter bringen, die jungen Spieler werden zu ihm aufschauen. Er ist ein Glücksfall", sagte Trainer Wolfgang Maes, der als Disziplinfanatiker gilt.

Nun gegen den SV Hönnepel-Niedermörmter

Finanziert werden soll das Gehalt des Stürmers durch Mehreinnahmen aus dem Merchandising- und Sponsoringbereich. Klubs wie VfR Fischeln und SV Hönnepel-Niedermörmter sind Ailtons künftige Gegner. "Die Vereine kenne ich noch nicht, aber ich werde mich auf die Spiele konzentrieren", erklärte Ailton.

Mehrere Insolvenzverfahren und Abstiege musste Uerdingen in den vergangenen Jahren verkraften. Beflügelt durch das finanzielle Engagement von Kourkoudialos will sich der DFB-Pokalsieger von 1985 aber nicht mehr lange in diesen Niederungen aufhalten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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