Fußball

Flaggen-Eklat bei Premierenspiel Aktivisten provozieren Chinas U20

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Im Spiel des TSV Schott Mainz gegen die chinesische U20-Nationalmannschaft sorgen Tibet-Banner für Diskussionen.

(Foto: dpa)

Chinas U20-Auswahl verliert ihr erstes Fußballspiel gegen einen deutschen Regionalligisten deutlich. Doch das gerät im Spiel gegen den TSV Schott Mainz zur Nebensache: Tibet-Aktivisten verärgern die Chinesen. Schon im Vorfeld hatte es massive Kritik gegeben.

Ein Eklat hat das erste Spiel der chinesischen U20-Nationalmannschaft in der Testspielserie gegen Fußball-Vereine aus der Regionalliga Südwest überschattet. Das chinesische Team verließ im Spiel beim TSV Schott Mainz nach 23 Minuten den Platz, nachdem eine Gruppe von Zuschauern ein Tibet-Transparent ausrollte. "Wir haben das Recht auf freie Meinungsäußerung", erklärte einer der Tibet-Aktivisten und wies auf Probleme der Bevölkerung im von China unterdrückten Tibet hin.

Erst nach 25 Minuten Unterbrechung wurde die Partie wiederaufgenommen, nachdem die Zuschauer das Transparent wieder eingerollt hatten. Sportlich hatten die Gäste aus Fernost dem Regionalliga-Aufsteiger auf der Bezirkssportanlage Mainz-Mombach nur wenig entgegenzusetzen. Dank der Treffer von Janek Ripplinger (35.), Ilias Soultani (39.) und Khaled Abou Daya (61.) erzielten die Rheinhessen vor 400 Zuschauern einen souveränen 3:0-Erfolg.

Das Projekt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist seit der Bekanntgabe umstritten. 16 von 19 Regionalligisten haben allerdings Grünes Licht für die Kooperation mit Chinas U20 gegeben. Ab der Rückrunde tragen diese Klubs freiwillig je ein Testspiel gegen die Gäste aus Fernost aus, die sich so auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorbereiten wollen. Jeweils 15.000 Euro erhalten die Vereine dafür.

"Die Proteste können wir nicht verbieten, es gibt das Recht auf freie Meinungsäußerung", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann: "Wir werden nun noch einmal das Gespräch mit der chinesischen Delegation zu diesem Thema suchen und ihr empfehlen, gelassener mit solchen Aktionen umzugehen. Umgekehrt verurteilen wir es, den Fußball für bewusste Provokationen gegen unsere Gäste zu missbrauchen."

Chinas Trainer Sun Jihai gab sich verwundert. "Ich hätte erwartet, dass über Fußball geredet wird. Aber jetzt geht es um etwas anderes", sagte er: "Für mich war es ein Freundschaftsspiel. Ich hoffe, dass es hier um Fußball und nichts anderes geht. Fußball ist ein Sport."

Quelle: n-tv.de, ara/sid/dpa

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