Fußball

"Wenger out" nach 22 Jahren Als der Zerfall des FC Arsenal begann

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Arsene Wenger sagt "au revoir".

(Foto: imago images/PA Images)

Mehr als zwei Jahrzehnte regiert Arsene Wenger an der Seitenlinie beim FC Arsenal. Unter seiner Regie marschieren die "Unbesiegbaren" um Thierry Henry 2004 zum Titel. Bald darauf kriselt es und der Trainer muss sich der Kampagne "Wenger out" beugen. Dann folgt der noch größere Absturz.

Es kam, wie es kommen musste. Nach monatelangen Rücktrittsforderungen der Bewegung "Wenger out" gab Arsene Wenger nach und kündigte am 20. April 2018 an, den FC Arsenal am Saisonende zu verlassen. Fast 22 Jahre lang durchlebte der Franzose die Höhen und Tiefen des Fußballgeschäfts an der Seitenlinie der Gunners und wurde zur Institution beim Londoner Traditionsklub.

Die Erfolge im FA Cup reichten den Fans der Kanoniere aber nicht mehr. Sie wollten mehr. Wie sie es nach der Jahrtausendwende gewohnt waren, als Wenger mit Thierry Henry & Co 2004 ungeschlagen englischer Meister wurde und "the Invincibles" (die Unbesiegbaren) geboren wurden. Oder als die Nordlondoner 2006 bis ins Finale der Champions League marschierten und dort nur knapp dem FC Barcelona unterlagen.

Arsenal stürzt ab

Doch nach der Finalniederlage und dem Umzug in das schmucke Emirates Stadion verpuffte die Dominanz. Zwar schwang sich der Klub mit weiteren FA-Cup-Erfolgen zum Rekordsieger auf, doch ernsthaft um die Meisterschaft mitzuspielen, gelang dem Verein nicht. Und die sportliche Misere hatte Folgen: Rund um den Globus tauchte der Schriftzug "Wenger out" auf. Ob auf Toilettenpapier-Rollen in Australien oder Pappkartons in Simbabwe, die Fans waren sich weltweit einig und die Zeit des erfahrenen Fußballlehrers aus dem Elsass abgelaufen.

Trotz des unrühmlichen Abgangs verehrt das Gros der Arsenal-Fans Wenger weiterhin als Teammanager-Ikone. Mit drei Meistertiteln und sieben Pokalsiegen gilt der gebürtige Straßburger als erfolgreichster Coach der Klubgeschichte. Ein Platz neben den Statuen von Thierry Henry oder Dennis Bergkamp vor dem Emirates scheint schon reserviert. Der Coach war es auch, der den Rio-Weltmeister Mesut Özil von Real Madrid zu den Londonern holte.

Der Abgang Wengers bewirkte aber nicht den erhofften Schritt zurück zur Dominanz. Im Gegenteil: Der FC Arsenal machte noch schwierigere Zeiten durch als in den letzten Jahren mit der Klub-Legende an der Seitenlinie. Im ersten Jahr nach der Trainer-Legende wurden die Londoner noch fünfter, in der Saison darauf achter und derzeit liegen sie nur auf Platz neun.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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