Fußball

WM-Countdown (42) Sabiwaka - der WM-Wolf mit Geheimnissen

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Sabiwaka hat den Wettbewerb der Maskottchen gewonnen.

imago/Laci Perenyi

Er fliegt ins All, hat mal einen Tiger geschlagen und inspiriert die Sorte von Zeichnungen, die man sich auf dem Computer im Büro besser nicht ansieht: WM-Maskottchen Sabiwaka ist ein Wolf mit vielen Geheimnissen.

Es gibt ihn als Kuscheltier, als Mütze und als Kühlschrankmagnet, als Schlüsselanhänger und als Federmäppchen. Sabiwaka, offizielles Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft, begegnet einem dieser Tage in Russland in vielen Formen. Doch auch wenn er fast allgegenwärtig erscheint, hat der kleine Wolf durchaus so seine Geheimnisse. Darum hier sieben Dinge, die Sie vermutlich noch nicht über Sabiwaka wussten.

Unsere Kolumnistin

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie gerade nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Und nun schreibt sie für n-tv.de den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt.

  1. Sein Name lässt viele Deutungsmöglichkeiten zu. Offiziell soll Sabiwaka "der, der ein Tor trifft" heißen. Das Verb "sabiwat", von dem sich der Name ableitet, hat allerdings auch noch andere Bedeutungen. Demnach könnte der flauschige kleine Wolf auch derjenige sein, der etwas rammt, der jemanden abschlachtet oder absticht - ein ziemlicher Rüpel also. Vielleicht nicht die beste Namenswahl bei einer WM, die ohnehin von Ängsten vor Hooligans begleitet wird.
     
  2. Er hat eine Katze und einen Tiger geschlagen. Also, nicht mit der Faust, sondern per Abstimmung. Die beiden Tierchen waren seine Mitbewerber um den Maskottchenjob, aber die meisten Russen wollten dann doch lieber von Sabiwaka, dem Wolf, repräsentiert werden. Und das, obwohl der Tiger im kompletten Astronautenanzug angetreten war in einem Land, das immer noch viel Stolz aus seinen Erfolgen bei der Erkundung des Weltalls zieht.
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  3. Sein Zimmer im Luschniki-Stadion ist direkt neben der Dopingkontrolle. Will sagen: Wenn Sabiwaka nach dem Eröffnungsspiel mit seinem Anheizerjob fertig ist, kann er in die Katakomben des früheren Olympiastadions abtauchen, dort wartet ein separater Raum mit eigenem Türschild auf ihn. Von dort muss der Wolf dann nur ein paar Schritte gehen, falls er ins Röhrchen pinkeln soll. Sehr praktisch, da kann er sich unterwegs nicht versehentlich verlaufen.
     
  4. Seine kleinste Ausgabe ist nur anderthalb Millimeter groß. Der russische Physiker Wladimir Aniskin aus Nowosibirsk hat bereits einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde, weil er das kleinste Buch der Welt geschaffen hat. Man kann es sich hier in der vergrößerten Version ansehen, das Dunkle drumherum ist ein halbes Mohnkorn (!), in das Aniskin das Buch eingebettet hat. Passend zur Weltmeisterschaft hat er sich nun Sabiwaka vorgenommen und von ihm eine winzige Version geschaffen. Einen Monat hat er daran gearbeitet, das schwierigste, so Aniskin, seien der Kopf und die Finger gewesen.
     
  5. Das Internet ist voll mit nicht jugendfreien Zeichnungen von ihm. Wie war das mit Regel 34 des Internets? "Von allem, was du dir vorstellen kannst, gibt es auch Pornos." Entsprechend waren kurz nach seiner Wahl bereits Leute zur Stelle, die ihr Zeichentalent nutzten, um Sabiwaka ohne Kleidung, dafür manchmal mit Kondom und immer eindeutig beschäftigt darzustellen. Nein, ich werde das jetzt nicht verlinken - das kann, wer es wirklich sehen will, gerne selber googeln. Nur so viel: Unter dem Tweet, mit dem die russische Botschaft in London damals Sabiwakas Wahl verkündet hat, steht bis heute als prominentester Kommentar: "Ok, but how do you feel about all the porn of him?"
     
  6. Nein, er hat keine Skibrille auf. Als Sabiwaka neu im Amt war, kamen schnell die Fragen: Wieso hat er eine Skibrille auf, wenn er doch ein Fußballwolf ist? Gut, dass Jekaterina Botscharowa zur Stelle war, die den Wolf entworfen und dafür von der Fifa angeblich gerade mal 500 Dollar bekommen hat. Sie stellte klar: Die Inspiration für die Brille kam aus dem Rad- und nicht aus dem Wintersport. Sabiwaka renne einfach so schnell übers Feld, dass er seine Augen gegen den Wind schützen müsse, wie ein Fahrradprofi.
     
  7. Derzeit ist Sabiwaka auf der ISS. Die Maus aus der Sendung mit der Maus war schon vor ein paar Jahren dort, nun durfte auch Sabiwaka nach ganz, ganz oben. Kosmonaut Oleg Artemjew hat ihn Ende März mit in sein Raumschiff genommen, seitdem ist das WM-Maskottchen auf der Raumstation und hat von da alle russischen Stadien im Blick. Nur eines ist schade: Da die Liste derjenigen, die sich gerade im All aufhalten nur Menschen berücksichtigt, kommt Sabiwaka dort leider nicht vor.

Alle Folgen des WM-Countdowns finden Sie hier

Quelle: n-tv.de