Fußball

Letzte Chance für S04 vertan? Auch Schalkes fünfter Coach kann nicht zaubern

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Dimitrios Grammozis konnte seinem neuen Klub, dem FC Schalke 04, nicht zu einer Art Befreiungsschlag verhelfen.

(Foto: Tim Rehbein/RHR-FOTO)

Kein Sieger im Kellerduell: Schalke 04 verpasst es, den vielleicht letzten Strohhalm für den Klassenerhalt zu ergreifen und trennt sich torlos von Mainz 05. Der extrem harmlose Revierklub kämpft zwar, aber bleibt besonders in der Offensive viel schuldig. Der drohende Abstieg rückt immer näher.

Auch der fünfte Trainer der Saison hat Schalke 04 keine neue Hoffnung im fast aussichtslosen Abstiegskampf geben können. Beim Bundesliga-Debüt von Dimitrios Grammozis als Coach kam das Tabellenschlusslicht im Spiel der wohl letzten Chance gegen den direkten Konkurrenten FSV Mainz 05 nicht über ein 0:0 hinaus. Der Rückstand auf die Rheinhessen, die vorerst auf den Relegationsplatz kletterten, beträgt weiter acht Punkte.

"Mit der ersten halben Stunde können wir zufrieden sein, danach haben wir das Spiel aus der Hand gegeben", sagte Kapitän Sead Kolasinac bei DAZN: "Am Ende kann man glücklich über den Punkt sein, aber der reicht natürlich nicht." Nach nur einem Sieg aus den letzten 40 Bundesligaspielen rückt der vierte Abstieg der Schalker immer näher. Ihr ehemaliger Sportvorstand Christian Heidel, dem viele in Gelsenkirchen wegen seiner teuren Fehleinkäufe eine Mitverantwortung am brutalen Absturz geben, kann dagegen mit Mainz weiter auf den Klassenerhalt hoffen: In den vergangenen sieben Partien holte der FSV elf Punkte, Schalke währenddessen drei. "Wir haben im Großen und Ganzen ein gutes Spiel gemacht. Wir haben die Anfangsphase gut überstanden und waren dann dominant", meinte der 05er Abwehrspieler Stefan Bell.

Grammozis, der am Dienstag die Nachfolge des gefeuerten Christian Gross angetreten hatte, überraschte mit dem 18 Jahre alten Bundesliga-Debütanten Kerim Calhanoglu in der Startelf, die Routiniers Benjamin Stambouli und Omar Mascarell mussten auf die Bank. Im Tor gab die Frankfurter Leihgabe Frederik Rönnow nach dreieinhalb Monaten ihr Comeback. "Ich habe mir in relativ kurzer Zeit einen Überblick verschafft und gehe mit einem sehr, sehr positiven Gefühl ins Spiel", sagte Grammozis, der zudem taktisch auf eine Dreier-Abwehrkette umstellte und Kapitän Sead Kolasinac von der linken Außenverteidigerposition ins zentrale Mittelfeld beorderte. Kurzfristig brachte der neue Coach auch noch den 19-jährigen Can Bozdogan für den beim Aufwärmen verletzten Amine Harit.

Bescheidenes Niveau

Nach sehr verkrampftem Beginn nach dem Motto "Not gegen Elend" hatte Schalke die erste Torchance: Abwehrchef Shkodran Mustafi kam nach einem Bozdogan-Eckball völlig frei zum Kopfball, scheiterte aber an Mainz-Keeper Robin Zentner (18.). Danach bestimmten wieder Fehlpässe, Ungenauigkeiten und Fouls auf beiden Seiten das Geschehen. Immerhin kam auch noch Mainz vor der Pause zur ersten Torannäherung: Danny da Costas Hereingabe lenkte Leandro Barreiro neben den Pfosten (38.). "Er ist in seiner Ansprache sehr motivierend. Er gibt Feuer mit", sagte Schalkes verletzter Torhüter Ralf Fährmann in der Pause bei DAZN über Grammozis und befand: "Die Systemumstellung tut uns gut." Dabei war das Spiel der Schalker alles andere als ein Leckerbissen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Niveau bescheiden, dem Tabellenplatz der beiden Teams angepasst. Die Gäste hatten nun mehr Ballbesitz, spielten mit etwas mehr Vehemenz nach vorne, brachten das Schalker Tor aber nur selten in Gefahr. Bei den Gelsenkirchenern war die Fehlerquote weiter extrem hoch. Grammozis brachte mit dem 21-jährigen Jan-Luca Schuler einen weiteren Nachwuchsspieler. In der Schlussphase scheiterte Suat Serdar mit einem Distanzschuss an Zentner (81.). Nur Augenblicke später hatte auf der Gegenseite Jonathan Burkardt (82.) die bis dahin beste Chance der Mainzer, Rönnow entschärfte den Schuss.

Schalke hatte am vergangenen Sonntag nach der 1:5-Pleite beim VfB Stuttgart nicht nur Trainer Gross, sondern auch Sportvorstand Jochen Schneider, Teammanager Sascha Riether und zwei Co-Trainer gefeuert. Vor Gross hatten bereits David Wagner, Manuel Baum und Interimscoach Huub Stevens den Absturz nicht stoppen können.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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