Fußball

Rettungsposse in Kaiserslautern Aufsichtsratschef tritt für FCK-Rettung ab

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Es geht doch weiter in Kaiserslautern.

(Foto: www.imago-images.de)

Märchen aus der Pfalz: Dem taumelnden 1. FC Kaiserslautern bietet sich ein Investor an. Sein Wunsch aber ist der Abtritt des Aufsichtsratsschefs. Der weigerte sich und zieht Helfer aus dem Hut. Jetzt aber lehnen die Kreditgeber ab. Jetzt soll es doch ein Happy End geben. Zumindest für die meisten.

Der schwer angeschlagene 1. FC  Kaiserslautern hat auf seiner jüngsten Irrfahrt die nächste Kehrtwende vollzogen - und die könnte nun zur Rettung führen. Der Fußball-Drittligist wird nach einigem Hin und Her nun doch das Angebot des umstrittenen Investors Flavio Becca aus Luxemburg  annehmen. Das teilte der Klub nach einer Sitzung des Beirats mit. Bis zum 28. Mai muss der viermalige deutsche Meister seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen, um die Lizenz vom Deutschen Fußball-Bund zu erhalten.

Zuletzt drohten dem Verein die Insolvenz und der Zwangsabstieg. Becca hatte als Voraussetzung für sein Engagement den Rücktritt von Michael Littig, Beiratsmitglied und Vorsitzender des  Aufsichtsrates, gefordert. Die Vereinsgremien favorisierten zunächst das Angebot einer regionalen Investorengruppe, das Littig laut Medienberichten selbst initiiert hatte. Nun gab er seine Ämter nun aber ab und machte den Weg für Becca frei.

"Befreiungsschlag für den Verein"?

Littig begründete seine Entscheidung damit, "dass er Ruhe in die Gremien bringen und einen wichtigen Beitrag zur Befriedung innerhalb des 1. FC Kaiserslautern leisten möchte". Offenbar sollen im Klubumfeld aber vor allem Hauptkreditgeber Quattrex und Vermarkter Lagardere Vorbehalte gegenüber der Lösung mit den regionalen Investoren gehabt haben.

Beirats-Chef Patrick Banf und Kaiserslauterns Torwarttrainer-Ikone Gerry Ehrmann hatten die Kritikpunkte zuletzt in Worte gefasst. "Jetzt hat sich eine Gruppe von sechs Leuten, die namentlich nicht bekannt sind, den Verein für 30 Millionen gekauft", sagte Banf der "Rheinpfalz". Laut Ehrmann sei ein "seriöser  Geschäftsmann, der der ganzen Stadt gut getan hätte, verprellt worden." Eine Zusammenarbeit mit Becca sah er als "Befreiungsschlag für den Verein - ein Ankerinvestor, der uns auf Jahre Planungssicherheit gegeben hätte."

Nun kommt diese Lösung doch zustande, trotz des ja durchaus zweifelhaften Gebarens von Becca in Bezug auf Littig. Wohl auch, weil Quattrex und Lagardere den Milliardär als potenten Investor bevorzugten, um das eigene Engagement abzusichern. Der Klub teilte nun letztlich mit, gemeinsam mit dem Unternehmer eine "nachhaltige und langfristige Zusammenarbeit" anzustreben.

Zunächst bietet der Luxemburger offenbar eine Art Vorschuss von 2,6 Millionen Euro an, diesem sollen in den kommenden fünf Jahren rund 25 Millionen Euro folgen. Die zuletzt von Fans durch die sogenannte Betze-Anleihe II und eine Crowdlending-Aktion eingesammelten drei Millionen Euro reichten nicht aus. Weiteres Geld musste her, um das schlimmste Horror-Szenario zu verhindern.

Quelle: n-tv.de, jwu/sid