Fußball

Spannung im DFB-Pokal BVB mit Stolperfaktor, Freiburg hat Traumlos

81613258cbf70190b91b97f47cc359f0.jpg

Reus und Co. wollen ihrem neuen Coach einen perfekten Einstand bescheren.

(Foto: imago/Kirchner-Media)

Der BVB steht in Fürth vor einer Pokalaufgabe der schwereren Sorte: Das Duell mit dem Zweitligisten ist gleichzeitig das Pflichtspieldebüt von Trainer Favre. Stürmer Petersen trifft derweil mit dem SC Freiburg auf alte Bekannte und die Schanzer leiden unter Heimweh.

Mit Borussia Dortmund steigt der letzte Favorit in den DFB-Pokal ein. Für die zweite Runde braucht der Fußball-Bundesligist mit seinem neuen Trainer Lucien Favre einen Sieg beim Tabellendritten der zweiten Liga in Fürth. Auch die Partien des SC Freiburg beim Drittligaaufsteiger in Cottbus und der Berliner Hertha in Braunschweig versprechen Spannung.

SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund (20.45 Uhr)

Situation: Für Lucien Favre ist es das erste Pflichtspiel als Trainer des BVB. In Runde eins bei einem Zweitligisten antreten zu müssen, sei "kein Geschenk", sagte er. Fürth setzt auf den Heimvorteil. Wie schwierig es für favorisierte Teams im Ronhof werden kann,  erlebten die Dortmunder vor nicht allzu langer Zeit. Auf dem  Weg zum Pokaltriumph 2012 ging es im Halbfinale nach Fürth, und die  Spielvereinigung lieferte ein Duell auf Augenhöhe.  Erst in der 120. Minute gelang Ilkay Gündogan der Siegtreffer auf äußerst glückliche Weise.

c2e75d0b0404234d09835f1d1a2e0885.jpg

Spielt er? Axel Witsel.

(Foto: imago/Thomas Bielefeld)

Besonderes: Favre hat offen gelassen, wie er mit Zugang Axel Witsel plant. Der für 20 Millionen Euro von Tianjin Quanjian aus China verpflichtete belgische Nationalspieler könnte sein Debüt geben. Ansonsten fasst Dortmunds Trainer die Vorbereitung mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage so zusammen. "Es war okay. Wir haben gut  gearbeitet. Wir sind langsam bereit, wissen aber, dass es selten einfach ist, egal gegen wen man spielt." Die Hoffnungen des BVB ruhen auf dem deutschen Nationalspieler Marco Reus. Der Angreifer, dem unter Favre bei Borussia  Mönchengladbach einst der Durchbruch gelang, entlockt dem Coach  regelrechte Lobeshymnen. "Er ist ein Spieler mit sehr viel  Spielintelligenz, der den Unterschied ausmachen kann. Er versteht  den Fußball sehr gut, antizipiert sehr gut."

Stolperfaktor: Der ist durchaus vorhanden. Fürth ist mit vier Punkten aus zwei Spielen gut in die zweite Liga gestartet. Dortmunds Stars dürfen die Aufgabe also nicht unterschätzen. Aber ist das nicht immer so? Der Pokal jedenfalls ist der Titel, den der BVB am ehesten holen kann. Mahnende Beispiele aber gab es am Wochenende genug. Titelverteidiger  Eintracht Frankfurt scheiterte sensationell beim SSV Ulm 1846  Fußball (1:2), der VfB Stuttgart schied bei Hansa Rostock aus (0:2),  selbst Meister Bayern München mühte sich nur zu einem 1:0 beim  Dorfklub SV Drochtersen/Assel. Die Gegner war nur dritt- oder gar viertklassige Mannschaften - Dortmunds Hürde ist ungleich höher.

SC Paderborn - FC Ingolstadt (18.30 Uhr)

Situation: Das Zweitliga-Duell gab es bereits in der vergangenen Pokalsaison. Da war Paderborn allerdings noch Drittligist und besiegte Ingolstadt im Achtelfinale mit 1:0 durch einen Treffer von Ben Zolinski. Der Viertelfinaleinzug war der größte Pokalerfolg der Paderborner.

Besonderes: Der FC Ingolstadt leidet im DFB-Pokal an akutem Heimweh. Der Auftritt in Paderborn ist das 15. Auswärts-Pokalspiel in Serie. Am 13. August 2010 trug Ingolstadt sein bislang letztes Heimspiel im Pokal aus.

Stolperfaktor: Beide Teams agieren als Ligakonkurrenten auf Augenhöhe, Paderborn ist in den ersten beiden Ligaspielen mit drei Punkten besser aus den Startlöchern gekommen als die noch sieglosen Oberbayern.

Energie Cottbus - SC Freiburg (18.30 Uhr)

Situation: Mit sieben Punkten aus vier Spielen hat Aufsteiger Cottbus einen guten Start in die dritte Liga erwischt. Für die Freiburger ist es nach der Vorbereitung wie für die meisten Erstligisten das erste Pflichtspiel der Saison.

Besonderes: Im bislang letzten Pokal-Duell des SC Freiburg beim FC Energie Cottbus zählte Nils Petersen zur Startelf der Lausitzer. Sein Trainer damals: Claus-Dieter Wollitz. Wollitz ist wieder in Cottbus, Petersen inzwischen Nationalspieler. Für den Stürmer ist es ein "Traumlos".

Stolperfaktor: Hoch. Im vergangenen Jahr zwang Cottbus den VfB Stuttgart ins Elfmeterschießen. Die vier Spiele in der Liga sind ebenfalls ein Vorteil für den Gastgeber. Petersen warnt: "Das wird eine schwierige Aufgabe - und ich weiß auch schon, was Pele Wollitz machen wird", sagte der Torjäger der "Lausitzer Rundschau". Nämlich: "Er wird uns zum absoluten Favoriten erklären und sagen, dass Energie keine Chance hat. Das hat er früher schon so gemacht."

Braunschweig - Hertha BSC (18.30 Uhr)

Situation: Absteiger Eintracht Braunschweig startete schwach in die neue Drittliga-Saison. Mit drei Punkten nach vier Spielen steht der Turn- und Sportverein im Tabellen-Keller. Hertha siegte am Mittwoch im letzten Testspiel gegen den Drittligisten aus Halle mit 4:1.

Besonderes: Der nächste Versuch: Die Berliner haben mit ihrer Profimannschaft noch nie das Pokalfinale im heimischen Olympiastadion erreicht. Nur die Amateure schafften 1993 sensationell den Sprung ins Endspiel und verloren gegen Bayer Leverkusen (0:1) nur knapp.

Stolperfaktor: Durchaus vorhanden. Bereits in der Saison 2004/2005 scheiterte der Berliner Bundesligist beim damaligen Regionalligisten aus Niedersachsen mit 2:3. Auch 1974 (4:1) und 1965 (5:1) war die Eintracht im DFB-Pokal siegreich.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

Mehr zum Thema