Fußball

Achtelfinal-Sturmlauf mit Abwehrwacklern BVB überrennt Zenit mit Wucht und Wonne

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Nach fünf Minuten schon 2:0 - das hatte es für den BVB in der Champions League zuvor noch nicht gegeben.

(Foto: dpa)

Krise, welche Krise? Nach der Blamage beim HSV schüttelt sich Borussia Dortmund kurz und zeigt im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League wieder Gala-Fußball. Nach fünf Minuten führt der BVB auswärts schon 2:0. Als Zenit mitspielen will, schlägt Torjäger Lewandowski zu.

St. Petersburg - Dortmund 2:4 (0:2)

Tore: 0:1 Mchitarjan (4.), 0:2 Reus (5.), 1:2 Schatow (58.), 1:3  Lewandowski (61.), 2:3 Hulk (69., Elfmeter), 2:4 Lewandowski (71.)

Petersburg: Lodygin -  Anjukow (83. Smolnikov), Neto, Lombaerts, Criscito - Witsel,  Fajsulin (84. Kerschakow) - Hulk, Schatow, Arschawin (15.  Timoschtschuk) - Rondon

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Manuel Friedrich, Sokratis,  Schmelzer - Kehl, Sahin - Reus (85. Hofmann), Mchitarjan (70.  Aubameyang), Großkreutz (90.+1 Durm) - Lewandowski

Referee: Collum Zus.: 15.099 (av)
Schüsse: 8:12 Ecken: 6:3 Ballbes: 57:43

Dank des frühesten Champions-League-Doppelpacks in der BVB-Vereinsgeschichte und des neuen Rekordtorschützen Robert Lewandowski hat Borussia Dortmund das Viertelfinale in der Königsklasse bereits dicht vor Augen. In seinem 199. Fußball-Europapokalspiel gewann der Vorjahresfinalist bei Zenit St. Petersburg mit 4:2 (2:0). "Heute Abend waren wir nah am Optimum", lobte Trainer Jürgen Klopp: "Es war ein Klassespiel, keine Frage."

Henrich Mchitarjan (4.) und der in der ersten Halbzeit überragende Marco Reus brachten die Gäste binnen anderthalb Minuten mit 2:0 in Führung. "Das war natürlich ganz wichtig. Wir haben das Spiel in die richtige Richtung gebracht und Zenit verunsichert", sagte Kapitän Sebastian Kehl dem Bezahlsender Sky. In der weitaus abwechslungsreicheren zweiten Halbzeit konterte Lewandowski mit zwei Treffern (61./71.) jeweils die Anschlusstore von Zenit durch Oleg Schatow (58.) und Hulk (69./Foulelfmeter).

Mit seinen Toren hievte Lewandowski die Borussen nicht nur in eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel des Achtelfinales in drei Wochen. Er ist mit 18 Treffern im Europapokal für Dortmund nun auch alleiniger Spitzenreiter vor Stephane Chapuisat (16.).

Reus schlägt sofort ein

Nach einem Schlagabtausch wie zur Mitte der zweiten Halbzeit hatte es zu Beginn überhaupt nicht ausgesehen. Ein glücklicheres Händchen hätte BVB-Trainer Klopp dabei kaum haben können: Er stellte nach dem 0:3 beim HSV seinen Offensivstar Reus wieder in die Startelf.

Der Nationalspieler dankte es vor gerade mal 15.000 Zuschauern - wegen rassistischer Vorfälle waren Teile des Petrowski-Stadions gesperrt - auf seine Weise. Im Fallen legte er Mchitarjan den Ball zum Führungstreffer nach 3:39 Minuten auf. Die zweite Chance nach nicht einmal fünf Minuten verwandelte Reus selbst. Diesmal wühlte sich Mchitarian auf der rechten Seite durch, flankte nach innen, wo Kevin Großkreutz den Ball abtropfen ließ und Reus vollstreckte.

Umschaltspiel greift wieder

Anders als am Samstag in Hamburg profitierten die Westfalen wieder mal von ihrem gefürchteten schnellen Umschaltspiel. Nach einem herrlichen Doppelpass mit Lukasz Piszczek (30.) verpasste Reus das 3:0 nur knapp. Dass sich die Hoffnungen auf einen Einsatz von Abwehrchef Mats Hummels im sowieso ausgedünnten BVB-Kader schon vor dem Spiel erledigt hatten, war den Schwarz-Gelben zu keiner Zeit anzumerken.

Das lag allerdings auch am eine Halbzeit lang äußerst kläglich auftretenden Gegner, der schon mit gerade mal sechs Pünktchen als schwächster Gruppenzweiter in die erste K.o.-Runde eingezogen war. Zum Vergleich: In der BVB-Gruppe hatte der SSC Neapel mit zwölf Punkten die K.o.-Runde verpasst.

Erschwerend hinzu kam bei Zenit, dass die russische Meisterschaft erst im kommenden Monat wieder beginnt. Das letzte Pflichtspiel bestritt Zenit im Dezember vergangenen Jahres. Trainer Luciano Spalletti ging unruhig in seiner Coaching-Zone hin und her, die Miene des Italieners sprach Bände. Mehr als der Versuch eines Flugkopfballs von Winter-Neuzugang José Rondon war eine Halbzeit lang nicht drin, am Entschlossensten wirkte in Reihen der Russen noch der Brasilianer Hulk.

Lewandowski bremst Zenits Elan

Seine Teamkollegen bemühten sich dann nach dem Seitenwechsel auch deutlich mehr. Die beste Chance hatte aber erstmal Lewandowski (48.), seinen wuchtigen Schuss aus kurzer Distanz konnte Zenit-Schlussmann Juri Lodigin noch mit den Fäusten klären. Doch kurz darauf rächte sich die mittlerweile hohe Fehlpassquote bei den Gästen. Nach zwei Versuchen von Rondon, unter anderem an den Pfosten, drosch Schatow den Abpraller ins BVB-Netz.

Die richtige Reaktion folgte prompt: Auf Vorlage von Piszcek erzielte Lewandowski seinen fünften Treffer in der laufenden Champions-League-Saison. Dann kam Petersburg aber noch mal ran durch einen umstrittenen Elfmeter, den Hulk eiskalt verwandelte. Doch im direkten Gegenzug sorgte erneut Lewandowski für die passende Antwort und den Schlusspunkt.

Quelle: n-tv.de, Heinz Büse, dpa

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