Fußball

"Real kontrolliert alles" Bale hat Lust auf Fußball, nur nicht bei Real

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Bei der Nationalmannschaft kann sich Gareth Bale für Fußball begeistern. Daheim in Madrid fehlt es offenbar an der Lust.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gareth Bale ist 2013 bei seinem Wechsel zu Real Madrid der teuerste Fußballspieler der Welt. Doch Klub und Spieler verlieren schnell die Begeisterung füreinander. Inzwischen irritiert, nervt und provoziert man sich offenbar nur noch gegenseitig.

Der walisische Fußball-Nationalspieler Gareth Bale kann sich eine Rückkehr in die Premier League vorstellen, falls ihn sein derzeitiger Arbeitgeber Real Madrid gehen lässt. Das sagte der 31 Jahre alte Profi dem britischen Sender Sky Sport News. "Wenn es so eine Gelegenheit gibt, dann werde ich mir das garantiert anschauen", sagte Bale, der in England bis 2013 bei Tottenham Hotspur war und beim spanischen Meister keine Rolle mehr spielt. "Die Zeit wird zeigen, was passiert, aber ich glaube, die Entscheidung liegt vor allem in den Händen von Real Madrid."

Bale hatte den Klub schon vor einem Jahr in Richtung China verlassen wollen. Real habe ihn aber nicht gehen lassen, berichtete der Waliser. "Sie haben alles in letzter Sekunde blockiert. Es war ein Projekt, auf das ich mich gefreut hatte, aber es ist nicht dazu gekommen." Auch weitere Wechselgesuche habe Real abgelehnt, sagte Bale. "Es gab viele Fälle, in denen ich versucht habe zu gehen, aber der Klub hat es nicht erlaubt oder sie haben irgendwas gemacht." Real-Trainer Zinedine Zidane hatte dagegen im Sommer 2019 gesagt, dass eine Trennung "eine gute Sache für alle sei".

Spekulationen, er habe keine Lust mehr Fußball zu spielen, wies der Nationalspieler zurück. Er trifft in der Nations League mit Wales zunächst auf Finnland und Bulgarien. "Ich will Fußball spielen, ich bin immer noch motiviert, Fußball zu spielen", betonte Bale. "Es liegt also am Klub. Die kontrollieren alles. Ich hab einen Vertrag, und alles, was ich tun kann, ist weiterzumachen und zu hoffen, dass irgendwas passiert."

"Bale ist ein ganz besonderer Mensch"

Die Gerüchte über eine massive Fußball-Unlust hatte Bale allerdings immer wieder selbst befeuert. Im Winter hatte Bale arg provokant klargemacht, was er von seinem Arbeitgeber hält: "Wales. Golf. Madrid. In dieser Reihenfolge", stand auf einer walisischen Fahne, die Bale nach einem Spiel in der Europameisterschafts-Qualifikation gegen Ungarn zum eigenen Vergnügen und der Belustigung seiner Mitspieler über den Rasen trug. Der ehemalige Real-Spieler und heutige Analyst des Radiosenders Cadena Ser, Pedja Mijatovic hatte zuvor gesagt: "Ich denke, Bale ist ein ganz besonderer Mensch. Das erste, woran er denkt, ist Wales. Dann kommt Golf, und danach Real Madrid. In dieser Reihenfolge."

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"Wales. Golf. Madrid."

(Foto: imago images/Action Plus)

Im Juli provozierte er seinen Arbeitgeber mit betonter Lustlosigkeit vor einem Millionenpublikum. Statt den 2:0-Erfolg der Königlichen gegen Deportivo Alaves von der Bank aus zu verfolgen, zog sich der Waliser minutenlang seine Schutzmaske für Mund und Nase über die Augen und lehnte sich auf seinem bequemen Reservistenstuhl gemütlich zurück. Und für das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale wollte sich der Waliser im August auch nicht mehr aufraffen: "Es war ein persönliches Gespräch. Er wollte nicht spielen. Der Rest bleibt zwischen uns", berichtete Real-Coach Zidane und folgte dem Wunsch seines Stürmers. Real schied nach zwei 1:2-Niederlagen aus.

Dabei hatte Bales Berater Jonathan Barnett gegenüber der BBC im Juli mit einem für den Klub wohl eher bitteren - und teuren - Treuebekenntnis überrascht: "Gareth geht es gut, er hat noch zwei Jahre Vertrag. Er lebt gerne in Madrid und wird nirgendwo hingehen."

Laut Barnett habe es "natürlich Interesse" am 31 Jahre alten Bale, der einst für über 100 Millionen Euro in die Primera División gewechselt war, gegeben. "Aber es gibt kaum einen Verein auf der Welt, der es sich leisten kann", sagte er. Dass Bale nicht spiele, liege ausschließlich an Zidane: "Er ist immer noch so gut wie jeder andere im Team. Es ist ein großer Verlust, dass er im Moment nicht im Real Madrid-Team ist, aber er wird nicht gehen." Mal sehen.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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