Fußball

1:1 beim "Lieblingsgegner" Bayern büßt weiter Punkte ein

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Leverkusen rettet einen Punkt - und muss weiter auf einen "Dreier" gegen die Bayern warten.

(Foto: dapd)

Der FC Bayern München verliert im Kampf um die Meisterschaft weiter an Boden. Das Team von Trainer Louis van Gaal kommt im Verfolgerduell bei Bayer Leverkusen nur zu einem 1:1. Torjäger Mario Gomez bringt den Rekordmeister zwar in Führung. Doch zu mehr reicht es nicht.

Bayern München verliert die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga immer mehr aus den Augen. Die Elf von Trainer Louis van Gaal musste sich am 13. Spieltag bei Bayer Leverkusen mit einem 1:1 (1:1) begnügen und liegt nun schon 14 Punkte hinter Tabellenführer Borussia Dortmund - noch nie in der Liga-Historie des Rekordmeisters war der Rückstand zur Tabellenspitze zu diesem Zeitpunkt so groß. Zugleich warten die Bayern weiter auf ihren zweiten Auswärtssieg in der laufenden Saison. Die Leverkusener rutschten unterdessen vom zweiten auf den dritten Platz ab und haben auch schon neun Zähler weniger auf dem Konto als der BVB.

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Arturo Vidal jubelt über seinen Treffer.

(Foto: dpa)

Mario Gomez brachte die Münchner mit seinem zwölften Pflichtspiel-Treffer in den vergangenen zehn Partien zunächst auf die Siegerstraße (34.), doch der chilenische Nationalspieler Arturo Vidal schaffte noch vor der Pause per Foulelfmeter den Ausgleich (45.+2). Zum ersten Leverkusener Sieg gegen den Rekordmeister seit dem 28. August 2004 reichte es aber auch nicht mehr.

'Es ist bitter, weil wir die Punkte unbedingt haben wollten. Leverkusen war sehr stark, nichtsdestotrotz hätten wir gewinnen können. Aber unter dem Strich: das 1:1 ist gerecht. Die Dortmunder sind im Moment bärenstark. Aber vielleicht kommt mal der Einbruch, und die verlieren ein paar Spiele. Dann müssen wir da sein', sagte Gomez. Und Kaiser Franz Beckenbauer stellte zur Titelverteidigung fest: 'Davon sind die Lichtjahre entfernt. Der 8. Tabellenplatz ist derzeit völlig berechtigt.'

Schweinsteiger & Co mit Druck

Dabei zeigten die Bayern vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena vor allem in der ersten Halbzeit eine ansprechende Leistung. Bastian Schweinsteiger und Co. setzten die Rheinländer von Beginn an unter Druck und waren um Dominanz bemüht. Das klappte auch recht gut. Die Leverkusener hatten große Probleme, sich aus der Umklammerung zu befreien und selbst Offensivaktionen zu starten.

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Bastian Schweinsteiger kann es nicht fassen.

(Foto: REUTERS)

Dabei ging es im Spitzenspiel der 13. Runde gleich von Beginn an zur Sache. Bereits nach gut 90 Sekunden zappelte der Ball bei Nationaltorhüter Rene Adler im Netz, nachdem Schweinsteiger nach Flanke von Danijel Pranjic per Kopf getroffen hatte. Doch Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf verwehrte dem Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung. Eine Fehlentscheidung, wie die TV-Bilder bewiesen. Kurz darauf wurde es wieder brandgefährlich, als Manuel Friedrich nach einer Freistoß-Kombination über Toni Kroos und Schweinsteiger in höchster Not klärte (13.).

Bei den Bayern fehlten erneut eine Reihe von Leistungsträgern. So hatte Trainer Louis van Gaal in seiner Startelf wieder auf Superstar Franck Ribery verzichtet. Der Franzose konnte unter der Woche im Testspiel gegen die SpVgg Unterhaching seinen Chef nicht überzeugen und schmorte 61 Minuten lang auf der Reservebank, ehe er für Anatoli Timoschtschuk ins Team kam. Wieder in der Startelf stand dagegen Thomas Müller, der Hamit Altintop ersetzte.

Nur ein Lattenschuss

Die Leverkusener kamen nur selten gefährlich vor das Bayern-Tor. Die beste Szene in den ersten 45 Minuten hatte noch Sidney Sam, der einen Schuss auf die Latte setzte (21.). Kurz darauf musste der frühere Leverkusener Keeper Butt gegen Vidal klären (32.).

Bei den Bayern lief das Angriffsspiel flüssiger, der Führungstreffer durch Gomez war die logische Folge. Nach einer tollen Kombination über Müller und Schweinsteiger traf der 30-Millionen-Mann aus kurzer Entfernung. Doch der Meister brachte sich selbst um den verdienten Lohn. Kurz vor der Pause ließ Pranjic gegen Sam den Fuß stehen, der Außenstürmer fiel, und Vidal ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht nehmen. Für den defensiven Mittelfeldspieler war es schon das fünfte Saisontor.

In der zweiten Halbzeit sahen die Zuschauer zunächst ein unverändertes Bild. Die Bayern kontrollierten das Geschehen, ließen aber auch gute Chancen ungenutzt. So setzte Kroos, der in der vergangenen Saison im Leverkusener Dress noch seinen Durchbruch in der Bundesliga geschafft hatte, den Ball aus zwölf Metern neben das Tor (52.). In der Folgezeit bekamen dann aber die Leverkusener Oberwasser. Dabei musste Butt gegen Eren Derdiyok (71.) und Vidal (72.) sein ganzes Können aufbieten.

Bei der Mannschaft von Bayer-Coach Jupp Heynckes waren Vidal und Sam die besten Spieler. Die Bayern hatten in Schweinsteiger und Butt ihre stärksten Akteure.

Quelle: n-tv.de, Stefan Tabeling und Ralph Durry, sid

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