Fußball

Machtkampf, Intrigen, Rücktritte Bei Dynamo Dresden herrscht das Chaos

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"Der K-Block ist Anti-Ritter!!!"

(Foto: imago/Dennis Hetzschold)

Sportlich läuft es beim Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden mit dem neuen Trainer Maik Walpurgis wieder einigermaßen. Aber abseits des Rasens überschlagen sich die Ereignisse. Das Präsidium tritt zurück, spricht von Lügen, Diffamierungen und Anfeindungen.

Bei der SG Dynamo Dresden regiert hinter den Kulissen das Chaos. Der Fußball-Zweitligist bestätigte, dass das komplette Präsidium zurückgetreten ist. Die Funktionäre nannten "Grabenkämpfe" im Verein, "Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen" als Gründe. Auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und zwei führende Mitglieder des Ehrenrates legten ihre Ämter nieder. Das ist der große Knall eines lange schwelenden Konflikts, bei dem die Geschäftsführer Ralf Minge und Michael Born im Mittelpunkt stehen.

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"Ralf Minge - unantastbar!"

(Foto: imago/Jan Huebner)

Zu den Ursachen sagte der Klub nichts. Jens Heinig, der Chef des Aufsichtsrats, räumte lediglich "große atmosphärische Herausforderungen" ein. Er betonte aber: "Der Verein ist im Tagesgeschäft weiter voll handlungsfähig." Das Präsidium um Ex-Chef Andreas Ritter hat hauptsächlich repräsentative Aufgaben. Nun will Dynamo dafür sorgen, dass es wieder arbeitsfähig wird. Ausgelöst wurde die Rücktrittswelle auch von Dynamos aktiver Fanszene. "Der K-Block ist Anti-Ritter!!!", stand auf einem Spruchband beim 0:1 am Sonntag gegen Fürth. Schon vorher hatten die Ultras klargemacht, auf wessen Seite sie im undurchsichtigen Machtkampf stehen: "Ralf Minge - unantastbar!"

Angeblich soll es in den Führungsgremien des Klubs Bestrebungen gegeben haben, den bei Spielern und Fans beliebten Sport-Geschäftsführer Minge zu entmachten. Dem früheren Spieler wird ein angespanntes Verhältnis zum Kaufmännischen Geschäftsführer Born nachgesagt. Über Borns Führungsstil hatten sich Mitarbeiter der Geschäftsstelle intern beschwert. Minge, der nach monatelanger Pause wegen einer Krankheit im Sommer wieder eingestiegen war, solidarisierte sich mit den Mitarbeitern. Doch auch Minges Arbeit und Führungsstil sind nicht unumstritten.

"Bezahlen werdet ihr später"

Die zurückgetretenen Funktionäre schrieben, es gebe "Grabenkämpfe, die den Frieden unserer Sportgemeinschaft bedrohen". Diese Zustände, die auch in "persönliche Anfeindungen" mündeten, "wollen wir nicht weiter mittragen". Die aktive Fanszene hatte Druck ausgeübt. Auf der Titelseite der Fan-Zeitschrift "Zentralorgan" zum Spiel gegen Fürth stand: "Eure Lügen sind wie ein Kredit. Ihr genießt sie jetzt, bezahlen werdet ihr später."

Im Text sind Zeilen zu lesen, die wie Drohungen klingen: "Sollten in den nächsten Tagen und Wochen hier weitere Intrigen aufgedeckt werden, könnte es ungemütlich für die betreffenden Personen werden." Kapitän Marco Hartmann hatte Minge unterstützt und dabei im Namen der Mannschaft gesprochen: "Es gibt für uns keinen anderen, der in diesem Verein wichtiger ist. Das weiß jeder."

Auch wegen der besonderen Emotionalität hatte sich Trainer Maik Walpurgis vor wenigen Wochen für Dynamo als neuen Verein entschieden - jetzt bekommt er diese mit voller Wucht zu spüren. Abgeschreckt ist er deswegen nicht: "Ich bin davon überzeugt, dass wenn es mal Probleme gibt, was auch völlig menschlich ist, sich alle größte Mühe geben und gewillt sind, die Reihen in Zukunft zu schließen."

Quelle: n-tv.de, Jörg Soldwisch, sid

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