Fußball

Gerüchte um neuen Großsponsor Bei Gazprom-Aus: Tönnies würde Schalke helfen

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Für Clemens Tönnies ist Schalke immer noch eine Herzensangelegenheit.

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Der finanziell angeschlagene Fußball-Zweitligist FC Schalke 04 will wegen der russischen Invasion in die Ukraine die Zusammenarbeit mit Hauptsponsor Gazprom beenden. Ein einheimischer Nachfolger steht angeblich bereit - auch der umstrittene Ex-Klubchef Clemens Tönnies bietet Hilfe an.

Wenn es in diesen Tagen um den Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 geht, dann eher nicht sportlich. Der Klub aus Gelsenkirchen ist tief verwoben mit seinem Hauptsponsor Gazprom, dem russischen Gasgiganten. Eine seit 15 Jahren gepflegte und umstrittene Partnerschaft, die nun vor der Trennung steht. Im Spiel beim Karlsruher SC (1:1) an diesem Samstagnachmittag waren bereits die ersten Konsequenzen zu sehen. Den Gazprom-Schriftzug verbannten die Schalker in Folge des Angriffskriegs gegen die Ukraine von ihren Trikots.

Hinter den Kulissen laufen in Gelsenkirchen fieberhaft die Planungen, wie es in Zukunft mit dem immer noch verschuldeten Verein ohne seinen mit Abstand spendabelsten Werbepartner weitergehen kann. Bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr überweist Gazprom Medienberichten zufolge derzeit an den Traditionsklub - und das trotz des Absturzes ins Unterhaus. Nun deutet sich offenbar eine schnelle Lösung an: Wie das Portal "Spox" berichtet, zeigt sich ein einheimisches Unternehmen interessiert, den eng mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin verwobenen Gasgiganten auf Schalke abzulösen. Im Falle einer Trennung von Gazprom drohen den Knappen laut "Süddeutscher Zeitung" Einnahmeverluste von 60 bis 70 Prozent.

"Schalke bleibt Herzensangelegenheit"

Parallel dazu gibt es ein weiteres Hilfsangebot, das durchaus brisant ist: Der frühere Aufsichtsratschef Clemens Tönnies bietet wieder Unterstützung an. "Ich bin im Klub nicht mehr aktiv eingebunden, aber Schalke bleibt für mich eine Herzensangelegenheit. Wenn ich irgendwo unterstützen könnte, würde ich es wahrscheinlich tun", sagte der 65 Jahre alte Fleischfabrikant gegenüber "Bild".

Der im Umfeld extrem umstrittene Unternehmer war im Sommer 2020 nach einem massiven Corona-Ausbruch in seinem Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück und anschließenden Protesten der S04-Anhänger gegen ihn von seinen Ämtern beim Revierklub zurückgetreten. Die Vereinsführung hatte im Januar 2021 zudem finanzielle Unterstützung durch Tönnies abgelehnt. Dieser wollte damals mit einem Millionen-Sponsoring dabei helfen, Schalke vor dem Abstieg zu bewahren.

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Auch bei der UEFA wird offenbar intensiv daran gearbeitet, sich von Großsponsor Gazprom zu trennen. Nach Informationen der "Times" wird an einer Auflösung des noch bis 2024 laufenden Vertrags gearbeitet. Mit einer endgültigen Entscheidung, so das Blatt, sei sehr bald zu rechnen. Schätzungen zufolge kassierte die UEFA bislang zwischen 40 und 48 Millionen Euro pro Jahr von Gazprom. Sollte es zu einer raschen Trennung kommen, wäre der Konzern ab März auch bei den Spielen in den europäischen Pokalwettbewerben nicht mehr präsent.

Bereits am Freitag hatte die UEFA das für den 28. Mai angesetzte Endspiel in der Champions League von St. Petersburg in das Stade de France in Paris verlegt. Spartak Moskau, Gegner von RB Leipzig im Achtelfinale der Europa League, muss sein "Heimspiel" zudem auf neutralem Platz austragen.

Quelle: ntv.de, tno

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