Fußball

Fifa-Boss: "Nichts Illegales getan" Blatter will bleiben, Platini beteuert Unschuld

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"Präsident Blatter sprach heute zur Fifa-Belegschaft und informierte sie, dass er mit den Behörden kooperiere."

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Joseph Blatter will trotz der Eröffnung des Strafverfahrens keineswegs als Präsident des Fußball-Weltverbandes abtreten. Das habe der Schweizer seinen Mitarbeitern gesagt, teilt sein Anwalt mit. Schließlich habe er, so lässt Blatter ausrichten, nichts Unrechtes getan.

Joseph Blatter spricht trotz eines Strafverfahrens gegen ihn nicht vom Rücktritt als Fifa-Präsident. Im Gegenteil: Der Chef des Weltfußballballverbandes betonte in einer Rede vor Mitarbeitern in Zürich, nichts Illegales getan zu haben. Sein Anwalt Richard Cullen berichtete, sein Mandant habe die Beschäftigten informiert, dass er mit den Behörden kooperiere und Präsident bleiben wolle. Zumindest bis zum außerordentlichen Fifa-Wahlkongress am 26. Februar. "Präsident Blatter sprach heute zur Fifa-Belegschaft und informierte sie, dass er mit den Behörden kooperiere."

Am Donnerstag hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft das Verfahren gegen Blatter wegen des "Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung" sowie eventuell "wegen Veruntreuung" eröffnet, der 79 Jahre alte Fifa-Boss wurde tags darauf als Beschuldigter vernommen. Michel Platini, Chef der Europäischen Fußball-Union Uefa, soll von Blatter eine "treuwidrige Zahlung" erhalten haben und sprach als "Auskunftsperson" vor.

Sowohl Blatter als auch Platini wiesen die Vorwürfe zurück. Blatter ließ nun durch seinen Anwalt ausrichten, dass die Zahlung von zwei Millionen Franken an Platini legitim sei. Platini habe "ein wertvolles Beschäftigungsverhältnis mit der Fifa als Berater des Präsidenten ab 1998" gehabt. "Er erklärte den Ermittlern, dass die Zahlungen eine zulässige Vergütung und nicht mehr waren und sie ordnungsgemäß innerhalb der Fifa abgerechnet wurden."

Auch Platini beteuerte in einem Brief an die Mitgliedsverbände der Uefa erneut, nichts Illegales getan zu haben. "Dieses Einkommen habe ich den zuständigen Behörden vollumfänglich und wie gesetzlich vorgesehen deklariert." Platini ließ mitteilen, sich der Ethikkommission der Fifa stellen zu wollen. Er beantragte seine Anhörung vor der Kommission.

Allerdings: Besagte zwei Millionen Franken habe er sich als Angestellter der Fifa von 1998 und 2002 verdient, so Platini. "Und nachdem erste Teilbeträge bezahlt worden waren, erfolgte im Februar 2011 die Auszahlung des ausstehenden Betrags in der Höhe von zwei Millionen Franken", schrieb Platini. "Ich bin mir bewusst, dass diese Ereignisse mein Bild in der Öffentlichkeit und meinen Ruf beeinträchtigen können, und damit auch das Bild der Uefa." Angesichts der laufenden Ermittlungen müsse er es unterlassen, detaillierte Angaben zu machen. Er sei jedoch keines Fehlverhaltens beschuldigt worden.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid