Fußball

Norweger Thorsby kommt aus Genua Bratwurst-Klub Union verpflichtet "Greta des Fußballs"

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Morten Thorsby (l.) mit seinem Norwegen-Kumepl Haaland.

(Foto: IMAGO/Bildbyran)

Der 1. FC Union Berlin bekommt in Morten Thorsby keinen gewöhnlichen Kicker: Der Norweger gilt wegen seines Kampfs für die Umwelt als "Greta Thunberg des Fußballs". Bei seinem neuen Klub in Berlin-Köpenick wird ihn ein kleines Detail wundern.

Gut möglich, dass Dirk Zingler jetzt doch umdenken muss. Dass der Präsident von "Kult-Klub" Union Berlin keine veganen Würstchen im Stadion sehen will, dürfte Morten Thorsby gar nicht schmecken. Der Neuzugang der Köpenicker gilt als "grüner Kicker", er kämpft gegen den Klimawandel und für Umweltschutz, in Italien nannten sie ihn "Greta Thunberg des Fußballs". Und: Thorsby ruft zu weniger Fleischkonsum auf.

Sein Erweckungserlebnis hatte der 26-Jährige im Jahr 2014, als er eine Reportage-Reihe verfolgte. "Ich war traurig, verzweifelt und wütend", sagte er, "ich hatte Klima-Angst." Sein Beruf als Profi sei ihm plötzlich sinnlos vorgekommen, er dachte ans Aufhören - und begann, sich zu engagieren. Zunächst im Kleinen.

Thorsby radelte zum Training und steckte bald seine Kollegen beim SC Heerenveen an, die ihn anfangs noch ausgelacht hatten. Als er 2019 zu Sampdoria Genua wechselte, hatte Heerenveen eine Solaranlage auf dem Stadiondach und einen entsprechenden Trikotsponsor. In Italien sammelte Thorsby Müll, setzte ein Recyclingprojekt durch und warb bei der Stadt erfolgreich dafür, Bäume zu pflanzen.

Sein Auto heißt "Greta"

Mit Vater Espen, der ihn berät, rief Thorsby die Stiftung "We play green" ins Leben, um bei Kollegen, Vereinen und Verbänden Mitstreiter zu gewinnen. Obwohl er im Mittelfeld agiert, trägt der Nationalspieler die Nummer 2, um auf das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens aufmerksam zu machen. "Es brennt unter unseren Füßen", sagte Thorsby, "wir alle müssen mehr tun." Er wolle niemandem etwas aufzwingen, schon viele kleine Schritte führten zu einem großen. Besonders bei Profis: Weniger föhnen, weniger Fleisch essen, einen Linienflug und nicht den Privatjet nehmen - und es den Millionen Followern im Netz zeigen.

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"Fußballer tragen Verantwortung", sagte Thorsby, dessen E-Auto "Greta" heißt, "es gibt keine größeren Influencer als uns." Superstar Cristiano Ronaldo hat über 700 Millionen Follower. Thorsby hat keine 40.000, und er weiß: "Je besser ich spiele, desto mehr kann ich bewirken." Seine Sommerferien gab er für Besuche bei der hohen Politik dran. "Wir sind mitten in der Klimakrise, da kann man doch keinen Urlaub machen", sagte er zu UN-Umweltchefin Veronika Hunt-Safrankova.

Mit EU-Klimakommissar Frans Timmermans verabredete er eine Zusammenarbeit bei seinem neuesten Projekt "Green Bag", das sich für die Wiederverwertung von Fußballer-Kleidung einsetzt. Kumpel Erling Haaland hat seine Schuhe schon gespendet.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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