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Augsburgs Neuzugang fliegt Bremen siegt im Fehlstarter-Spektakel

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Yuya Osako leitete das Spektakel ein und machte auch den Deckel drauf.

(Foto: imago images / Team 2)

Fußball-Bundesligist Werder Bremen sammelt seine ersten Saisonpunkte, der FC Augsburg sortiert sich tief im Tabellenkeller ein. Das Duell zweier schlecht gestarteter Teams wird mit offenem Visier geführt, am Ende entscheidet ein Traumtor das Spektakel. Augsburgs Promizugang erlebt ein bitteres Auswärtsdebüt.

Drittes Spiel, erster Dreier: Florian Kohfeldt atmete tief durch, dann klatschte er jeden seiner Spieler auf dem Rasen ab: Nach dem ersehnten ersten Saisonsieg in einem spektakulären Spiel war dem Trainer von Werder Bremen die Erleichterung anzusehen. "Es ist wichtig, dass wir punktemäßig endlich in der Saison angekommen sind", sagte auch Mittelfeldspieler Nuri Sahin nach dem turbulenten 3:2 (2:1) gegen FC Augsburg.

Yuya Osako per Doppelpack (6. und 67.) und Josh Sargent (21.) trafen für die spielfreudigen Bremer, die nach einer Gelb-Roten Karte für den Augsburger Stephan Lichtsteiner (34.) allerdings auch fast eine Stunde in Überzahl spielten. Für den FCA, der mit einem Punkt erst einmal im Tabellenkeller festhängt, hatte Ruben Vargas (12. und 46.) zweimal ausgeglichen.

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Stephan Lichtsteiner organisierte sich einen kurzen ersten Pflicht-Arbeitstag.

(Foto: imago images / eu-images)

"Das Wichtigste ist, dass wir drei Punkte behalten und endlich den verdienten ersten Sieg eingefahren haben", sagte Werders Marco Friedl, der die Vorlage zum Siegtor lieferte: "Kompliment an die Mannschaft. Wir haben es von der ersten bis zur letzten Minute durchgezogen." Augsburgs Doppel-Torschütze Vargas sah derweil den Platzverweis als Knackpunkt: "Wenn man so früh ein Mann weniger ist, wird es schwierig zurückzukommen."

Fünf Tore, noch mehr Chancen und ein Platzverweis: Die 40.041 Zuschauer im Weserstadion sahen ein Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Bremen, das ohne sieben (!) verletzte Profis auskommen musste, dominierte die Partie über weite Strecken und zeigte sich nach vorne ungemein spielfreudig und erspielte sich etliche Gelegenheiten.

"Die Null da" nervt jetzt nicht mehr

Hinten wirkten die Grün-Weißen allerdings einmal mehr anfällig. Trotz des Mitwirkens von Neuzugang Michael Lang, der am Donnerstag von Borussia Mönchengladbach für ein Jahr ausgeliehen worden war, kassierten die Bremer im dritten Spiel die Gegentreffer sieben und acht.

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"Diese Null da, die nervt mich", hatte Bremens Coach Kohfeldt vor der Partie gesagt, sie sorge für Frustration: "Wir wollen so nicht in die Länderspielpause gehen." Mit genau dieser Entschlossenheit starteten die Grün-Weißen ins Spiel. Es dauerte exakt fünf Minuten, bis die Werder-Fans erstmals jubeln durften. Niclas Füllkrug chippte den Ball gefühlvoll in den Lauf von Osako, der im Duell gegen FCA-Keeper Tomas Koubek cool blieb und aus 16 Metern flach einschob.

Zwar antwortete Augsburg mit viel Druck und dem schnellen Ausgleich per Vargas-Kopfball, doch Werder blieb am Drücker und eroberte keine zehn Minuten später mit einem wunderschönen Treffer die Führung zurück. Nach hohem Zuspiel von Nuri Sahin bat Sargent zum Tänzchen: Ohne dass der Ball den Boden berührte, holte der US-Angreifer das Leder aus der Luft, lupfte es dann gefühlvoll über Koubek und schob schließlich ins leere Tor ein.

Traumtore und Chancenwucher

Und die Hausherren machten weiter Dampf, nach dem frühen Platzverweis gegen Lichtsteiner boten sich noch mehr Räume. Werder musste sich angesichts von Chancen fast im Minutentakt aber den Vorwurf gefallen lassen, die Partie nicht schon zur Pause entschieden zu haben.

Das rächte sich schnell. Exakt 52 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Vargas wie aus dem Nichts. Die Bremer Spieler schienen mit ihren Gedanken noch in der Kabine, da drang Florian Niederlechner völlig unbedrängt über rechts in den Werder-Strafraum ein und bediente den Torschützen, der nur noch einschieben brauchte. Werder antwortete mit viel Druck, schnürte die Gäste phasenweise in den eigenen Strafraum ein. Schüsse von Osako (57.), Davy Klaassen (60.) und Kapitän Niklas Moisander (65.) verfehlten ihr Ziel, dann traf Osako per Direktabnahme.

Quelle: n-tv.de, Christoph Stukenbrock, sid

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