Fußball

Nach Infektion mit Covid-19 Bundesliga-Profi muss trotz Atemnot spielen

c65b1f4a2b8763a6b939cd90a4956a2c.jpg

Pongracic kämpfte zwar, doch selbst für eine Halbzeit reichte die Fitness nicht.

(Foto: Pool via REUTERS)

Von seiner Infektion mit dem Coronavirus ist Marin Pongracic genesen - doch im Vollbesitz seiner Kräfte ist der Fußballer des VfL Wolfsburg offensichtlich längst nicht wieder. Beim Bundesliga-Spiel in Berlin steht der 23-Jährige dennoch in der Startelf. Obwohl sein Trainer um die Atemprobleme weiß.

Marin Pongracic ist nicht fit. Das ist kein Geheimnis, im Gegenteil, es war dem Verteidiger des VfL Wolfsburg ganz eindeutig anzusehen. Nicht nur wegen seines Fehlpasses zum zwischenzeitlichen 1:1 des 1. FC Union Berlin, als er Xaver Schlager suchte und Unions Marcus Ingvartsen fand, der den Treffer von Sheraldo Becker in der 29. Minute vorbereitete. Sondern vor allem, weil Pongracic zu diesem frühen Zeitpunkt schon am Ende seiner Kräfte angekommen schien und in der Halbzeit ausgewechselt werden musste.

"Marin hatte große Probleme mit der Luft", berichtete VfL-Trainer Oliver Glasner dem 2:2-Unentschieden, wieso er ungewöhnlich früh seinen Innenverteidiger vom Feld nahm. Das lag jedoch nicht allein an der kalten Luft in der Alten Försterei - sondern offenbar an den Nachwirkungen von Pongracics Infektion mit Covid-19. Glasner wusste sogar, dass der kroatische Nationalspieler "nicht in einem 100 Prozent fitten Zustand" ist, berief ihn aber trotzdem in die Startelf. Die medizinische Abteilung der Wolfsburger hatte offenbar auch keine Bedenken.

Dabei scheint Pongracic mit den Nachwirkungen seiner durch das Coronavirus ausgelösten Erkrankung zu kämpfen zu haben. Sonst hätte der 23-Jährige nicht schon in der ersten Halbzeit mehrfach die Arme auf die Knie gestützt, um sich auszuruhen. Bereits in den vorangegangenen Spielen "sank der Spieler mehrmals entkräftet zu Boden", wie der "Kicker" schreibt. "Wir hatten Not am Mann", erklärte Glasner, wieso er den offensichtlich angeschlagenen Pongracic dennoch von Anfang an einsetzte.

Dabei hatte der Klub jüngst erst die Trainingsbelastungen von Maxence Lacroix und Jerome Roussillon reduziert, weil auch sie positiv auf Covid-19 getestet worden waren. "Da haben die Ärzte gesagt: Bitte nicht zu schnell eine zu hohe Intensität", wurde Glasner in diesem Zusammenhang zitiert. Bei Pongracic, der vor seiner Covid-19-Infektion im November zu Saisonbeginn auch noch am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt war, wäre diese Vorsicht angesichts seiner erkennbaren Probleme womöglich auch angebracht gewesen.

Gerade weil zumindest ein gewisses Bewusstsein für die Nachwirkungen des noch jungen Krankheitsbildes vorhanden zu sein scheint. Schließlich sagte ja auch Glasner: "Keiner von uns weiß, wie sich die Infektion über Monate hinweg auswirkt." Bei Pongracic offenbar so, dass ihm schlicht die Fitness, vor allem die Ausdauer zu fehlen scheint. Denn auch wenn die Forschung zu Langzeitfolgen noch am Anfang steht, mahnt der Fall Janik Möser vor einer zu schnellen Rückkehr in die Maximalbelastung. Beim Eishockeyprofi der Grizzlys Wolfsburg wurde eine Herzmuskelentzündung in Folge einer Covid-19-Erkrankung festgestellt.

Quelle: ntv.de, tsi