Fußball

Im Oligarchengehirn arbeitet es Chelsea erwägt Doppelspitze

Unrühmlicher Abgang: Carlo Ancelotti erfährt von seinem Rauswurf beim FC Chelsea in einem Stadion-Korridor. Der englische Erstligist will einem Medienbericht zufolge nun eine niederländische Doppellösung auf der Trainerbank. Guss Hiddink und Marco van Basten sollen nach dem Willen von Besitzer Roman Abramowitsch die "Blues" übernehmen.

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Roman Abramowitsch hat mit Carlo Ancelotti einen weiteren Trainer weggeekelt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Trennung von Carlo Ancelotti erfolgte in bester Oligarchen-Manier, nun strebt der FC Chelsea eine niederländische Doppellösung auf der Trainerbank an. Guus Hiddink und Marco van Basten sollen einem Medienbericht zufolge im Sommer den englischen Fußball-Erstligisten übernehmen. Zuvor hatte Chelseas eigenwilliger Eigentümer Roman Abramowitsch nach zwei Jahren das Aus für den Italiener Ancelotti verkündet.

Ein letztes Mal musste Ancelotti nach dem 0:1 beim FC Everton in der Pressekonferenz betonen, dass er seinen bis 2012 datierten Vertrag gerne erfüllen wolle. Dann wurde der frühere Champions-League-Sieger mit dem AC Mailand noch vor dem Rückflug nach London entlassen.

Chelsea-Geschäftsführer Ron Gourlay erklärte dem 51-Jährigen in einem Stadion-Korridor, dass er den Vizemeister verlassen müsse. Ancelotti sei "hinter den Erwartungen zurück geblieben", verkündeten die "Blues". Der Rausschmiss zwischen Tür und Angel war der unrühmliche Schlusspunkt eines Prozesses, der mit Chelseas enttäuschenden Ergebnissen im Herbst begonnen hatte.

Im November entließ Eigentümer Abramowitsch aus bislang ungeklärten Gründen Ancelottis Assistenten Ray Wilkins. Der Rauswurf des in der Kabine populären Engländers war ebenso wenig mit dem Italiener abgesprochen wie die Verpflichtungen von David Luiz (Benfica Lissabon) und Fernando Torres (FC Liverpool) im Winter.

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Guus Hiddink (rechts) mit Marco van Basten

(Foto: dpa)

Der Gewinn des Doubles im Vorjahr konnte in den Augen des russischen Milliardärs eine Saison ohne Titel nicht aufwiegen. "Ich respektiere und akzeptiere die Entscheidung", sagte Ancelotti, der eine sofortige Rückkehr in die Serie A ausschloss: "Ich habe vor, in der Premier League zu bleiben."

Chelsea braucht nun seinen siebten Trainer seit 2004. Laut einem Radio-Bericht der "BBC" gilt Abramowitsch-Intimus Hiddink als aussichtsreichster Kandidat. Der aktuelle türkische Nationaltrainer sei jedoch nicht gewillt, seinen bis zum nächsten Sommer laufenden Vertrag zu brechen.

Spekulieren mit türkischem Scheitern

Eine Niederlage im EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien am 3. Juni könnte den Abschied des 64-Jährigen aus Istanbul aber beschleunigen: Die Türkei liegt in der Gruppe A hinter Deutschland und Belgien auf dem dritten Platz und kann sich keinen Ausrutscher leisten.

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Jose Mourinho kehrt nicht an die Themse zurück.

(Foto: dpa)

Hiddink ist laut Presseberichten bereits aktiv in Chelseas Kaderplanungen für das nächste Jahr. Er soll das Chelsea-Amt nach "BBC"-Informationen im Verbund mit Marco van Basten übernehmen. Der 46 Jahre alte frühere Nationalstürmer und Bonds-Coach wäre sofort verfügbar.

Die niederländische Doppellösung gilt momentan als realistischere Variante als die Verpflichtung des jungen Erfolgstrainers André Villas-Boas. Dieser gewann soeben mit dem FC Porto das "Triple" aus Meisterschaft, Pokal und Europa League.

Die vom englischen Boulevard und vielen Chelsea-Fans ersehnte Rückkehr von José Mourinho wird es dagegen definitiv nicht geben. Der bei Real Madrid beschäftigte Portugiese hat den Verantwortlichen bei den "Königlichen" sein Bleiben zugesichert.

Quelle: n-tv.de, Tom Tauzien, dpa

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