Fußball

Union ist in der Liga angekommen Comeback-Eiserne feiern historischen Tag

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Jubel nach dem ersten Bundesliga-Tor der Vereinsgeschichte: Torschütze Sebastian Andersson lässt sich feiern.

(Foto: imago images / Matthias Koch)

Union Berlin bejubelt das erste Tor und den ersten Punkt seiner Bundesliga-Geschichte. Dem Aufsteiger kommt entgegen, dass der FC Augsburg noch in einer Findungsphase ist - aber mit etwas Glück wäre sogar ein Sieg für die Eisernen drin gewesen.

Ein letztes Mal noch stockte den sangesfreudigen Anhängern von Union Berlin der Atem. Alfred Finnbogason, die personifizierte Lebensversicherung des FC Augsburg, stand plötzlich frei und in optimaler Position im Strafraum, er zog aus 15 Metern auch sofort und platziert ab - und scheiterte dennoch am glänzend reagierenden Torhüter Rafal Gikiewicz. Danach war auch schon der Schluss, und die Anhänger des Aufsteigers sangen sich vor Glück fast die Seele aus dem Leib.

Mit dem 1:1 (0:0) in Augsburg scheint der 1. FC Union nun angekommen in der Fußball-Bundesliga. Nach dem 0:4 bei der ernüchternden Premiere gegen RB Leipzig gab es: den ersten Punkt, durch den neun Minuten zuvor eingewechselten Sebastian Andersson (80.) das erste Tor, auch den ersten Platzverweis für den ungestümen Keven Schlotterbeck (83.) - und dazu die Erkenntnis, dass die Köpenicker in der höchsten deutschen Spielklasse mithalten können: So lange sie auf einen noch etwas unsortierten Gegner wie Augsburg treffen.

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"Einfach geil"

"Das fühlt sich gut an", sagte Kapitän Christopher Trimmel. Diesmal habe die Mannschaft "genau des Gesicht gezeigt", das der Gegner sehen solle. Das lag auch an Trainer Urs Fischer: Er hatte die Anfangself auf vier Positionen verändert, später wechselte er den Torschützen und dessen Vorbereiter Sebastian Polter ein (beide 71.). Hernach konnte er betonen, dass seine Auswahl sofort "Zugriff" und "auch Kontrolle" über das Spiel bekommen hatte - und nach dem Tor von Ruben Vargas (59.) "bis zum Schluss geglaubt hat, dass sie etwas holen kann".

Tatsächlich waren sich alle Beteiligten einig, dass das Unentschieden gerecht war. "Beide Mannschaften hätten mit ein bisschen Glück das Spiel für sich entscheiden können", sagte Neven Subotic, der nach eineinhalb Jahren bei AS St. Etienne erstmals seit 616 Tagen wieder in der Bundesliga spielte - und die Erfahrung "einfach geil" fand. Tatsächlich wäre für den langjährigen Dortmunder und seine neuen Mitspieler mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit mehr drin gewesen - Chancen jedenfalls besaßen die Eisernen genug.

Augsburg braucht Zeit

Aber: Auch Augsburg war nach der etwas schmeichelhaften Führung sowie nach dem Ausgleich nahe am Sieg. Es wäre der erste seit dem denkwürdigen 6:0 gegen den VfB Stuttgart am 20. April gewesen, dem Einstand von Trainer Martin Schmidt: Von den sieben Pflichtspielen danach haben die Schwaben fünf verloren und nun zum zweiten Mal unentschieden gespielt - und dabei 24 Gegentreffer kassiert, deren fünf vergangene Woche in Dortmund. Danach wurden schnell noch der Schweizer Stephan Lichtsteiner und Vizeweltmeister Tin Jedvaj verpflichtet.

Der zuletzt vertragslose Lichtsteiner und der von Leverkusen ausgeliehene Jedvaj spielten prompt von Beginn an, mit der Abstimmung innerhalb der Mannschaft hapert es freilich noch gewaltig. Zudem fehlen zahlreiche potenzielle Stammspieler verletzt. "Wir brauchen", sagte Trainer Schmidt, "noch ein bisschen Zeit". Die Schritte, die seine Mannschaft derzeit mache, "sind klein", aber: "Irgendwann wird etwas Großes daraus."

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein, sid