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Frist läuft - Konten leer? DFB bittet 1860-Investor Ismaik zur Kasse

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Soll Millionen nachschießen: Hasan Ismaik

(Foto: Andreas Gebert/dpa)

Nach dem Abstieg regiert bei 1860 München das Chaos. Es sieht so aus, als habe nur der Spielbetrieb der zweiten Fußball-Bundesliga den Klub zusammengehalten. Ex-Geschäftsführer Ayre tritt gehörig nach. Und der DFB will bis Freitag Zahlen sehen.

Der ehemalige deutsche Meister TSV 1860 München muss nach dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga womöglich um die Teilnahme an der dritten Liga bangen. "Die Lizenz ist nicht zu erlangen, ohne dass es zu weiteren Zahlungen von Herrn Ismaik kommt", sagte Rainer Koch, 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes und Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes.

Die Löwen hatten am Dienstagabend die Abstiegsrelegation gegen Jahn Regensburg verloren. Die Münchner Abendzeitung meldet, die Konten der Profiabteilung des Vereins seien komplett leergeräumt. Demnach haben weder Ex-Geschäftsführer Ian Ayre, noch die Spieler ihre Gehälter überwiesen bekommen. Verwaltungsratschef Drees habe keine Stellungnahme abgeben wollen. 1860 droht die Insolvenz.

Bis kommenden Freitag, 15.30 Uhr, müssen die Löwen ihre Unterlagen beim DFB eingereicht haben, diese würden dann bis spätestens Mitte Juni geprüft werden. Dazu sind, wie bereits seit Längerem bekannt, weitere finanzielle Mittel von Investor Hasan Ismaik erforderlich. Um bei einem Nichtabstieg eine Lizenz für die zweite Liga zu erhalten, hätte der jordanische Geschäftsmann bis zum 31. Mai 21 Millionen Euro bereitstellen müssen. Der Gang in die dritte Liga verändert die Situation.

Sowohl Präsident der Münchner als auch Ayre haben hingeschmissen. Der Engländer hatte schon vor dem entscheidenden Spiel gegen Regensburg gekündigt und berichtete von Chaos unter den verantwortlichen Führungskräften. "Leider habe ich in meinen kurzen acht Wochen eine Struktur vorgefunden, in der die Anteilseigner weder gemeinsame Interessen verfolgten, noch eine Vision für die Zukunft des Klubs hatten", sagte der Engländer in einer Stellungnahme, aus der mehrere Medien zitierten.

"Erhebliche Unstimmigkeiten"

Besagte Anteilseigner sind Investor Hasan Ismaik und der TSV 1860 München e.V. "Obwohl ein Budget für die kommende Saison verabschiedet wurde, bleiben erhebliche Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Anteilseignern, was es mir in dieser kritischen Zeit unmöglich macht, in meiner Position weiterzumachen", erklärte er. In der nun beendeten Saison hatten die Münchner mit ihrem Minus von rund sieben Millionen Euro die sechstschlechteste Transferbilanz in der ersten und zweiten Bundesliga.

Ayre versicherte, dass Investor Ismaik, der 49 Prozent der stimmberechtigten und elf Prozent der nicht stimmberechtigten Aktien an der TSV 1860 München KGaA hält, voller Leidenschaft für den Verein sei. "Sein Investment wird allerdings keine Früchte tragen, so lange nicht alle Gesellschafter sich mit Respekt füreinander auf gemeinsame Ziele für die Zukunft einigen können. Derzeit ist dies nicht der Fall", betonte er.

DFB-Vize Koch sieht Ismaik als "Schlüsselfigur". 60 Prozent der Profiabteilung gehören Ismaik, er kaufte sie vor sechs Jahren für 18 Millionen Euro. Bis Freitag sei 1860 ein Drittligaverein, sagte Koch, und was er als BFV-Präsident sagen könne, sei, "dass wir gegebenenfalls auch Platz für eine 19. Mannschaft in der Regionalliga hätten". Manche Anhänger sind einem solchen Neustart im Amateurbereich nicht abgeneigt - allerdings nur ohne Ismaik.

Quelle: ntv.de, rpe/sid