Fußball

Plus 8000 Euro Geldstrafe DFB sperrt Leistner nach Fan-Angriff

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Der Ausflug auf die Tribüne wird für Leistner teuer.

(Foto: imago images/Steffen Kuttner)

Sein Ausflug auf die Tribüne kommt Toni Leistner teuer zu stehen: Beim DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden rastet der Spieler vom Hamburger SV nach einer Beschimpfung eines Fans aus und attackiert ihn. Während sein Klub auf eine Strafe verzichtet, ist das Sportgericht des DFB härter.

Harte Strafe für Toni Leistner: Wegen seiner Schubs-Attacke gegen einen Fan hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Abwehrchef des Zweitligisten Hamburger SV für drei Pflichtspiele gesperrt. Zudem muss der 30 Jahre alte HSV-Neuzugang zwei weitere Partien auf Bewährung absolvieren und 8000 Euro Geldstrafe zahlen, teilte der DFB mit.

Der 30-Jährige hatte am Montag nach dem DFB-Pokalspiel der Hanseaten bei Dynamo Dresden (1:4) als Reaktion auf eine verbale Beleidigung einen Dynamo-Fan im Zuschauerbereich tätlich angegriffen, ihn am Kragen gepackt und zu Boden gestoßen. Durch diese Aktion missachtete Leistner zudem die Bestimmungen des DFB-Hygienekonzepts - er trug keinen Mundschutz.

"Wir haben dies als schwerwiegende Sportverfehlung gewertet, die Sperre gilt daher auch für den Ligabetrieb", sagte der Vorsitzende Richter des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz. Man habe aber auch die Schwere der vorangegangenen Provokation bewertet, so Lorenz weiter. "Für den Spieler sprach zudem, dass er sportgerichtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist, er sein Fehlverhalten bedauert und aufrichtig um Entschuldigung gebeten hat."

"Extrem unter die Gürtellinie"

Leistner berichtete am Dienstag laut Klub-Mitteilung, dass er sich mit dem beteiligten Fan ausgesprochen habe: "Wir haben telefoniert und die Sache untereinander geklärt." Beide hätten ihre Fehler eingesehen. "Ich nehme seine Entschuldigung an, zwischen uns ist die Sache damit aus der Welt."

Der HSV-Profi hatte gerade bei Sky zum Interview gestanden, als er die Beschimpfungen von der Tribüne hörte. "Ich bin nach dem Spiel von der Tribüne meiner Heimatstadt aus massiv beleidigt worden. Damit kann ich normalerweise umgehen. Doch dann ging es extrem unter die Gürtellinie gegen meine Familie, meine Frau und meine Tochter. In dem Moment sind mir die Sicherungen durchgebrannt", erklärte Leistner den Vorfall. Leistner ist in Dresden geboren und spielte von 2010 bis zum Zweitligaabstieg 2014 bei den Sachsen.

Der HSV hatte seinen Abwehrchef nach dem Vorfall von der Mannschaft separiert, um einer möglichen Ansteckung vorzubeugen. Leistner nahm seitdem auch nicht am Teamtraining teil. Trainer Daniel Thioune plante mit ihm auch nicht für das Auftaktspiel (18.30 Uhr im ntv.de-Liveticker) gegen Fortuna Düsseldorf. Eine Strafe kassierte er aber nicht. Er sei "kein Freund" davon, "populistische Geldstrafen auszusprechen", sagte Sportvorstand Jonas Boldt bei Sky Sport News. Vielmehr wolle der Klub "durchdachter handeln" und überlegt, Leistner in soziale Projekte einzubinden, sagte Boldt.

Quelle: ntv.de, ara/sid