Fußball

Eintracht Frankfurt siegt locker Defensivmann Chandler brilliert als Torjäger

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Chandler kann es selbst kaum glauben: Gegen Augsburg trifft er doppelt.

(Foto: dpa)

Das Defensivpersonal ist im Fußball nicht primär fürs Toreschießen zuständig. Und trotzdem gelingt Timothy Chandler von Eintracht Frankfurt im Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg gleich ein Doppelpack. Doch das reicht seinem Team noch lange nicht.

Angeführt vom bärenstarken Timothy Chandler hat Eintracht Frankfurt die Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga auch gegen den FC Augsburg fortgesetzt. Die Hessen gewannen mit 5:0 (1:0) und überholten die Gäste in der Tabelle. Chandler (37. und 48.) mit seinem ersten Doppelpack, André Silva (55.) und Filip Kostic (89. und 90.) sorgten für den dritten Sieg im vierten Ligaspiel nach der Winterpause - damit stellte die Eintracht ihren 50 Jahre alten Rückrunden-Startrekord ein. Zehn Punkte zum Auftakt der Rückrunde hatte es zuletzt in der Spielzeit 1969/70 gegeben. Unter der Woche war der Europa-League-Starter zudem ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Eintracht Frankfurt - FC Augsburg 5:0 (1:0)

Frankfurt: Trapp - Toure, Abraham (30. Hasebe), Hinteregger, Ndicka - Kohr, Ilsanker - Chandler, Gacinovic (67. Rode), Kostic - Silva (84. Paciencia). - Trainer: Hütter

Augsburg: Koubek - Jedvaj (74. Lichtsteiner), Gouweleeuw, Uduokhai, Max - Khedira, Baier - Richter (81. Sarenren-Bazee), Vargas - Finnbogason (65. Löwen), Niederlechner. - Trainer: Schmidt

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Tore: 1:0 Chandler (37.), 2:0 Chandler (48.), 3:0 Silva (55.), 4:0 Kostic (89.), 5:0 Kostic (90.)

Der FCA, der vier der vorausgegangenen fünf Bundesligaduelle gegen Frankfurt gewonnen hatte, kassierte vor 48.800 Zuschauern dagegen die bereits dritte Pleite im Jahr 2020 und rutschte auf Platz elf ab. Frankfurt ist Neunter. "Es war ein sehr guter Auftritt gegen einen Gegner, gegen den wir nicht gerne spielen. Das war ein klares Statement und ein ganz wichtiger Sieg für uns", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic bei Dazn.

Zwei frühere Augsburger in Eintracht-Startelf

Der Eintracht war das gesteigerte Selbstvertrauen nach dem guten Start ins neue Jahr deutlich anzumerken. In der Abwehr agierte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter drei Tage nach dem Pokal-Coup gegen RB Leipzig zu Beginn aber etwas wackelig. Nach einem starken Pass von Florian Niederlechner kam Ruben Vargas plötzlich frei vor Kevin Trapp zum Abschluss, der Frankfurter Torwart parierte aber gut (9.).

In Martin Hinteregger und Dominik Kohr bot Hütter zwei frühere Augsburger in der Anfangsformation auf, dazu feierte der aus Leipzig gekommene Winter-Neuzugang Stefan Ilsanker sein Debüt in der Startelf. Der Österreicher, der die Frankfurter Fans vor zwei Jahren als "Vollidioten" bezeichnet hatte, musste nach einer halben Stunde in die Innenverteidigung rücken, nachdem Kapitän David Abraham offenbar angeschlagen vom Platz musste. Für den Abwehrchef kam Makoto Hasebe, der das Eintracht-Spiel von der Sechserposition aus ordnen sollte.

Chandler übertrifft persönlichen Rekord

Offensiv wurde die Eintracht im Anschluss stärker. Meist über Kostic und Chandler, der bereits in der Vorwoche mit seinem späten Treffer zum 1:1 in Düsseldorf geglänzt hatte, wurde es gefährlich für den FCA, der nach dem Rückstand keine Antworten fand. Chandler feierte seine Saisontreffer drei und vier - bisher waren es maximal zwei pro Spielzeit. Seinen ersten Treffer erzielte der 29-Jährige mit einem starken Rechtsschuss nach Vorlage von Kohr, den zweiten per Kopf nach einer Kostic-Ecke, bei der Augsburgs nach einer Grippe in die Startelf zurückgekehrte Torwart Tomas Koubek nicht den souveränsten Eindruck machte.

Zwar kamen die Gäste zwischenzeitlich auch zu Chancen. Top-Torjäger Niederlechner (40., 79. und 86.) und der nach drei Monaten Startelfpause wieder von Beginn an spielende Alfred Finnbogason (45.+1) scheiterten an Trapp. Nach dem Kopfballtor von Silva, der in der 75. Minute das 4:0 verpasste, fehlte der Mannschaft von Trainer Martin Schmidt aber der Zugriff auf die nun sehr ballsicher spielenden Gastgeber. Kurz vor Schluss krönte auch Kostic sein starkes Spiel.

Am Sonntag kommt es zum absoluten Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga. Um 18 Uhr empfängt der deutsche Rekordmeister FC Bayern den momentan ärgsten Gegner RB Leipzig (im Liveticker bei ntv.de).

Quelle: ntv.de, Andreas Schirmer und Jan Mies, dpa