Fußball

Fünffach-Premiere im DFB-Pokal Der FC Bayern lernt auch gegen Düren etwas

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Das Abklatschen funktioniert schon mal.

(Foto: imago images/ActionPictures)

Ein Härtetest ist das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Düren zwar nicht, trotzdem lernt der FC Bayern etwas daraus. Denn alle fünf Neuzugänge laufen erstmals auf, wirklich beweisen kann sich allerdings nur einer. Was aber nicht daran liegt, dass die vier anderen Schwächen gezeigt hätten.

Auf den ersten Blick liefert so ein DFB-Pokalspiel gegen einen Fünftligisten wenig belastbare Erkenntnisse. So auch beim FC Bayern, der den 1. FC Düren beim 3:0 (2:0) souverän bezwang, auch wenn die vier Spielklassen Unterschied einen höheren Sieg der Münchner hätten vermuten lassen. Aber Trainer Hansi Flick dürfte es in der verspäteten Erstrundenpartie neben dem nie gefährdeten Sieg auch darum gegangen sein, einen Eindruck davon zu bekommen, wie sich die fünf Neuzugänge des Sommers bei ihren Pflichtspiel-Debüts so anstellen.

1.FC Düren - Bayern München 0:3 (0:2)

Düren: Jackmuth - Sobiech, Weber, Becker - Omerbasic, Pütz, Störmann (82. Sarikaya), Wipperfürth (81. Mabanza) - Antoski (54. Matuschyk) - Brasnic (70. Lo Iacono), Simon (53. Bleja). - Trainer: Brunetto
München: Nübel - Sarr, Süle (46. Stiller), Boateng, Davies - Roca, Martinez - Musiala, Müller (61. Dajaku), Douglas Costa (61. Sieb, 87. Ontuzans) - Choupo-Moting (77. Arp). - Trainer: Flick
Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg)
Tore: 0:1 Choupo-Moting (24.), 0:2 Thomas Müller (36., Foulelfmeter), 0:3 Choupo-Moting (75.)
Zuschauer: keine (in München)
Gelbe Karte: Sobiech

Denn während die Nationalspieler mit Ausnahme von Niklas Süle nach ihren Länderspielreisen eine Pause erhielten, trugen gleich fünf Profis das Trikot des FC Bayern zum ersten Mal. Wobei bei Douglas Costa dafür der Zusatz "in dieser Saison" notwendig ist, schließlich dribbelte er schon zwischen 2015 und 2017 bevorzugt die Außenbahnen auf und ab und ist grundsätzlich als Ersatz für Serge Gnabry und Leroy Sané eingeplant. Als der Brasilianer kurz vor der Halbzeit zwei Dürener aussteigen ließ und mit dem linken Außenrist den Abschluss suchte, schien offensichtlich, dass sich an Costas Spielweise nichts Grundlegendes gewandelt hatte.

Deutlich größer war der Erkenntnisgewinn bei Bouna Sarr, dem Außenverteidiger, mit dessen Verpflichtung der FC Bayern selbst branchenkundige Beobachter überrascht hatte. Der 28-Jährige überzeugte mit seiner Sprintstärke und guter Ballbehandlung. Beides setzte er etwa in der 24. Minute ein, als er von der rechten Seite in der Mitte Eric-Maxim Choupo-Moting fand, der die Vorlage mit seinem Treffer zum 1:0 vollendete.

Nübel verhindert großes Tor

Für Choupo-Moting war es das erste von zwei Toren an diesem Abend, der 31-Jährige besorgte außerdem den 3:0-Endstand in der 75. Minute, dazwischen holte er noch den Elfmeter zum 2:0 durch Thomas Müller (36.) heraus. Ein rundum gelungener Auftakt, bei der er dem "Kicker" zufolge den Rekord verpasste, als erster Debütant einen Dreierpack zu erzielen. "Ich freue mich", sagte er anschließend über seinen "gelungenen Einstand" und Flick ergänzte: "Er hat gezeigt, dass er Tore schießen kann." Dafür wurde der Stürmer geholt, schließlich soll er die Mensch gewordene Tormaschine Robert Lewandowski vertreten. Gegen Düren erfüllte er diese Aufgabe vorzüglich.

Das gilt auch für Alexander Nübel, den Ersatz der Mensch gewordenen Torverhinderungsmaschine Manuel Neuer. Die größte Dürener Chance entschärfte Nübel bereits in der ersten Spielminute, als Marc Brasnic per Kopf die Gelegenheit zum wohl berühmtesten Tor der Vereinsgeschichte verpasste. Davon abgesehen erhielt der 24-Jährige allerdings wenige Chancen, sich auszuzeichnen, was gegen einen Fünftligisten aber auch keine große Überraschung ist. Es war eben ein Spiel, das der FC Bayern abarbeitet für das Ziel, das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League zu verteidigen.

Der fünfte Neue in der Startaufstellung war Marc Roca, den die Münchner vom spanischen Erstliga-Absteiger Espanyol Barcelona verpflichtet hatten. Wie auch die vier Vorgenannten besteht seine Hauptaufgabe darin, Stammkräfte zu vertreten - bei Roca sind das Joshua Kimmich und Leon Goretzka. Im zentralen Mittelfeld erledigte der 23-Jährige diese Aufgabe pflichtgemäß, indem er Zweikämpfe gewann und sichere Pässe an seine Mitspieler verteilte. Außerdem hätte er kurz vor Schluss fast im ersten Spiel sein erstes Tor für den neuen Klub erzielt, was Dürens Torwart Kevin Jackmuth allerdings verhinderte.

Was also bleibt von diesem ungleichen Duell des Rekordmeisters mit dem Fünftligisten? Choupo-Moting war als Doppelpacker und Elfmeter-Herausholer der Mann des Spiels und wies seine Eignung als Lewandowski-Ersatz nach. Die weiteren Neuzugänge hinterließen weniger Eindruck, was allerdings nicht an ihren höchst soliden bis guten Leistungen lag. Sondern daran, dass der 1. FC Düren zwar ein bisweilen unbequemer Gegner war, aber eben keiner, der den FC Bayern wirklich fordert.

Quelle: ntv.de