Fußball

Offenbarungseid von Coach Wagner Der FC Schalke 04 ist nur noch Katastrophe

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Ratlos? Ratlos!

(Foto: Tim Rehbein/RHR-FOTO/Pool)

Puh, beim FC Schalke 04 sind sie einfach nur froh, "dass die scheiß Rückrunde" endlich vorbei ist. Aber mit dem Abpfiff der 57. Saison der Fußball-Bundesliga werden die gewaltigen Probleme des Klubs nicht kleiner. Sowohl sportlich als auch im Umfeld herrscht größtmögliche Unruhe.

Den Abschlussbericht zur "Absturzursache" wollte David Wagner erst Montag vorlegen, den Offenbarungseid hat der Trainer von Schalke 04 aber schon vor seiner Saisonanalyse geleistet. Der Bericht verzögerte sich nun mindestens bis Mittwoch, offiziell wegen einer "kurzfristig aufgetretenen" Terminkollision. "Wir stehen da zusammen und haben das Gefühl, dass wir in der Fußball-Bundesliga schon seit Wochen kaum konkurrenzfähig sind", sagte der niedergeschlagene Coach nach dem 0:4 (0:2) am letzten Spieltag beim SC Freiburg: "Das tut unheimlich weh, das ist wahnsinnig schwer mitanzusehen."

Kaum mit anzusehen war auch der erneute Katastrophen-Kick der hilflosen Königsblauen im Breisgau. Die Klatsche sorgte dafür, dass der Krisenklub seine Horrorserie mit in die Sommerpause nimmt. Die Schalker, die nach der Hinrunde nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz im Vergleich zum Erzrivalen Borussia Dortmund nicht auf einem Champions-League-Platz standen, haben keines der letzten 16 Saisonspiele (7:37 Tore) gewonnen.

Schon vor der Begegnung in Freiburg war klar, dass S04 als Folge dieses Negativrekords die schwächste Rückrunde der Klubgeschichte absolviert hat. Trotz der erschreckenden Bilanz und dem enttäuschenden zwölften Platz in der Abschlusstabelle darf Wagner wohl in seine zweite Saison gehen. Sportvorstand Jochen Schneider steht weiter zu seinem Wunschtrainer - und der zuletzt ratlos wirkende Coach will trotz der wachsenden Kritik nicht das Handtuch werfen.

"Hypothek ist sehr, sehr groß"

"Einen Rücktritt wird es nicht geben. Das ist außerhalb jeglicher Vorstellungskraft. Ich bin ein Schalker - und Schalker kämpfen", gab Wagner zu Protokoll. Immerhin weiß er, vor welcher Herkulesaufgabe er im Fall seines Verbleibs steht: "Es ist gar keine Frage, dass die Hypothek sehr, sehr groß ist." Dafür sorgte auch die Demontage im Breisgau. Luca Waldschmidt (20./57.), Jonathan Schmid (38.) sowie Lucas Höler (46.) trafen für den knapp am Europacup-Einzug gescheiterten SC. Der fahrlässige Umgang der Freiburger mit ihren Chancen ersparte der Mannschaft Wagners eine noch deutlichere Pleite.

Im Grunde hat der Coach Glück, dass die Trainerfrage mittlerweile in den Hintergrund gerückt ist. Der Ruf nach dem Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies wird immer lauter. Während der Partie am Samstag demonstrierten mehrere Hundert Fans gegen die Klubführung. Sie bildeten eine Menschenkette rund um die heimische Arena und das Trainingsgelände. Die Kritiker sind der Ansicht, dass Tönnies als Folge seines Rassismus-Eklats zu Saisonbeginn und des ihm zur Last gelegten Corona-Ausbruchs in seinem Schlachtbetrieb längst nicht mehr zu halten ist.

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Weitere Gründe für den Unmut der Anhänger ist der Ärger um den Härtefallantrag für Ticketerstattungen und die Kündigung langjähriger Fahrer der Nachwuchsabteilung. Zudem ist die finanzielle Lage aufgrund der Mindereinnahmen wegen der Geisterspiele und Schulden von knapp 200 Millionen Euro angespannt. "Dass wir viele Schwierigkeiten haben, ist hinlänglich bekannt", gab Wagner zu: "Urlaub ist deshalb das, was wir alle brauchen." Gerüchte über die Verpflichtung des Freiburger Torwarts Alexander Schwolow und einen Umbau des Betreuerteams wollte der Trainer nicht bestätigen. Dafür brachte Daniel Caligiuri bei Sky die Stimmungslage auf den Punkt: "Wir sind froh, dass die scheiß Rückrunde endlich vorbei ist."

Quelle: ntv.de, Alexander Sarter, sid