Fußball

Pleite, Pleiten, Streit & Corona Der Horror von Schalke 04 wird chronisch

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David Wagner hats derzeit wirklich nicht leicht.

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Peinlichkeiten in Testspielen, kein Geld für Neuzugänge und auch noch ein Corona-Fall im Team: Die Vorbereitung auf die neue Saison verläuft für den FC Schalke 04 bestenfalls ruckelig. Für Coach David Wagner ist das eine schlechte Nachricht, der braucht dringend Erfolgsmeldungen.

Eine historisch schlechte Rückrunde, zwei peinliche Testspielpleiten, noch kein einziger Neuzugang, aber weiter horrende Schulden: Aktuell haben die Fans des FC Schalke 04 wenig Grund zur Freude, den Humor haben sie aber noch nicht verloren. "Endlich mal eine positive Nachricht" war dann auch der beliebteste Kommentar auf Twitter, als die Königsblauen der nächste Rückschlag ereilte.

Ein positiver Corona-Test zwang die Schalker in ihrem Trainingslager im österreichischen Längenfeld zum Nichtstun: Das Testspiel gegen den Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers am Montag wurde abgesagt, der komplette Reisetross wurde noch einmal getestet. Alle Ergebnisse waren nun negativ, das Training der Mannschaft konnte fortgesetzt werden.

"Die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten stehen an erster Stelle", sagte Sportvorstand Jochen Schneider. Die Anhänger haben vorläufig allerdings keinen Zutritt mehr zum Training. "Um mögliche gesundheitliche Risiken für die Allgemeinheit zu reduzieren, werden die verbleibenden Einheiten in Längenfeld ohne Fans stattfinden", teilten die Königsblauen mit.

"... weil ich Testspiele richtig einordnen kann"

Irgendwie passte der Coronafall ins Bild: Die Vorbereitung auf die neue Runde läuft nach der schlechtesten Rückserie der Vereinsgeschichte mit 16 Spielen in Folge ohne Sieg nicht wirklich rund. Gegen die Drittligisten SC Verl (4:5) und KFC Uerdingen (1:3) blamierte sich das Team bis auf die Knochen, Schneider sah sich gar genötigt, dem umstrittenen Trainer David Wagner noch einmal den Rücken zu stärken.

"Ich kann die Vorbereitung richtig einordnen, weil ich Testspiele auch richtig einordnen kann", sagte der Manager, Unruhe gebe es "bei mir nicht". Die Kritik könne er aber nachvollziehen: "Die Rückrunde war katastrophal, und die zwei Ergebnisse in der Vorbereitung passen da auch rein." Damit die Pleitenserie nicht weitergeht, will er den Kader verändern. Es fehlen Außenverteidiger und ein treffsicherer Stürmer, Torhüter Alexander Schwolow, an dem Schalke interessiert war, wechselte vom SC Freiburg zu Hertha BSC.

Wohl auch, weil Schneider noch die Hände gebunden sind. Für Neuzugänge ist beim mit 200 Millionen Euro verschuldeten Traditionsklub kein Geld da. Nur wenn Schneider teure Spieler wie die Fehleinkäufe Nabil Bentaleb oder Sebastian Rudy, die sein Vorgänger Christian Heidel holte, loswird, kann er neue verpflichten. Oder wenn der abwanderungswillige Amerikaner Weston McKennie einen Premier-League-Klub findet, der 25 Millionen Euro Ablöse zahlt.

In Längenfeld gehören der bereits viermal suspendierte (!) Bentaleb und Rudy ebenso zum 28-köpfigen, wenig ausgeglichenen Kader wie Mark Uth, der kein Hehl daraus macht, dass er lieber beim Konkurrenten 1. FC Köln, der ihn zuletzt ausgeliehen hatte, spielen würde. Schneider bemüht sich angesichts der wegen Corona bis zum 5. Oktober verlängerten Transferperiode um Gelassenheit. "Geduld und Schalke passen nicht immer zusammen", sagte er, "Geduld und Schneider - das passt".

Geduld alleine wird Schneider nicht reichen, er braucht in der neuen Saison auch schnelle Erfolge. Denn sollte Wagner den schwierigen Auftakt mit Auswärtsspielen in München, Leipzig und Dortmund in den ersten fünf Wochen verpatzen, dürfte er nicht mehr zu halten sein. Denn schon nach der Horrorserie in der Rückrunde hatte Schneider große interne Widerstände gegen seinen Wunschtrainer ausräumen müssen.

Quelle: ntv.de, Thomas Lipinksi, sid