Fußball

Doch was will Borussia Dortmund? Der ewige Piszczek kämpft um seine Ära

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Wenn es nach Lukasz Piszczek geht, bleibt er bis zum Karriereende in Dortmund.

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Auch in seiner zehnten Saison bei Borussia Dortmund überzeugt Lukasz Piszczek. Trotzdem ist die Zukunft des 34-Jährigen ungewiss. Der Vertrag des Verteidigers läuft im Sommer aus. Ob er bleibt, hängt nicht nur an Trainer Lucien Favre, sondern auch an Real Madrid.

Seine Pflichtspieleinsätze 349, 350 und 351 im BVB-Trikot absolvierte Lukasz Piszczek über die komplette Distanz. Dass Dortmund die Partien gegen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen in der Liga sowie Paris Saint-Germain in der Champions League allesamt gewann und dabei nur einen Gegentreffer kassierte, war auch dem inzwischen 34 Jahre alten Routinier zu verdanken. In der Defensive absolut souverän und gegen Frankfurt mit dem wichtigen 1:0. Auf ungewohnter Position als Innenverteidiger in einer Dreierkette überzeugte Piszczek neben Abwehrchef Mats Hummels und Youngster Dan-Axel Zagadou. Auch wenn sich bei Paris' zwischenzeitlichem Ausgleich der Torschützen Neymar in seinem Rücken freilaufen konnte, gab es ein Lob von Trainer Lucien Favre. "Clever" und "sehr, sehr gut" habe der Pole gespielt.

Im zehnten Jahr seines Engagements beim BVB ist "Piszczu", wie der nach Marcel Schmelzer dienstälteste Spieler im Kader in Dortmund liebevoll gerufen wird, aktuell nicht wegzudenken - wieder einmal. Umso überraschender ist es, dass die Ära Piszczek im Sommer nach aktuellem Stand zu Ende geht. Der im März 2018 zuletzt um zwei Jahre verlängerte Vertrag des ehemaligen polnischen Nationalspielers läuft aus. Eine offizielle Marschroute, ob und wie es mit Piszczek weitergeht, ließen sich die Verantwortlichen bislang nicht entlocken. Die Entscheidung über die Zukunft des früheren Berliners werde "zu gegebener Zeit" fallen, erklärte Zorc zuletzt reichlich nebulös gegenüber den "Ruhr Nachrichten". Immerhin: Laufende Gespräche mit Piszczek bestätigte der Manager.

Verbleib hängt auch an Favre, Hakimi & Co.

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Piszczeks eigenem Zeitplan hinken die aktuellen Entwicklungen längst deutlich hinterher. "Ende Januar oder Anfang Februar" wisse er Bescheid bezüglich eines möglichen Verbleibs beim BVB, kündigte der Musterprofi Anfang des Jahres im Interview mit dem Fanzine "schwatzgelb" an. Er selbst wolle am liebsten seine Karriere bei der Borussia beenden und hoffe, "dass es auch so kommen wird". Dass jetzt, in der letzten Februar-Woche, immer noch keine Entscheidung in die eine oder andere Richtung zu vermelden ist, kann eigentlich nur taktischen Überlegungen des BVB geschuldet sein. Denn noch sind aus Vereinssicht wohl zu viele Fragen offen, die die Personalie Piszczek direkt oder indirekt betreffen.

Bleibt der längst nicht unumstrittene Favre auch über die Saison hinaus Trainer? Falls ja, setzt der Schweizer dauerhaft auf die zuletzt erfolgreiche Dreierkette oder kehrt er zu seiner bevorzugten Formation mit vier Abwehrspielern zurück? Was wird aus Leihspieler Achraf Hakimi, dessen Rückkehr zu Real Madrid der BVB gerne verhindern würde? Wie entwickelt sich Mateu Morey, im Sommer als Perspektivspieler für Piszczeks angestammte Position auf der rechten Abwehrseite vom FC Barcelona geholt, bislang aber ohne Einsatz bei den Profis?

Piszczek klagt nicht, sondern liefert auf dem Feld

Sport.de

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Piszczek, der sich in der Woche vor dem Werder-Spiel lediglich entlocken ließ, "geduldig" bleiben zu wollen, dürfte sich dieser Unwägbarkeiten bewusst sein. Es scheint allerdings nahezu ausgeschlossen, dass der gebürtige Schlesier quasi hinter dem Rücken des BVB mit anderen Klubs verhandelt, auch wenn er in der Vergangenheit mit einer Rückkehr zu seinem Jugendverein LKS Goczalkowice liebäugelte. Wilde Gerüchte aus Frankreich aus dem letzten Herbst, PSG habe ein Auge auf Piszczek geworfen, dürften zudem jeglicher Grundlage entbehren - zumal Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel beim Scheich-Klub vor dem Aus stehen soll.

Lukasz Piszczek wäre nicht Lukasz Piszczek, wenn er über seine aktuell nicht ganz einfache persönliche Situation klagen würde. Stattdessen sammelt Dortmunds Dauerbrenner, der nach wie vor topfit und hochmotiviert wirkt, derzeit auf dem Platz viele Argumente über eine Weiterbeschäftigung bei seinem Herzensverein.

Quelle: ntv.de