Fußball

Gladbach sehnt Winterpause herbei Die "Fohlen" lahmen zum Jahresabschluss

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Thorgan Hazard vergab im Pokalspiel gegen Bremen zahlreiche gute Möglichkeiten - ein Sinnbild für die derzeit etwas lahmenden "Fohlen".

(Foto: imago/Moritz Müller)

13 Gegentore in nur drei Spielen: Borussia Mönchengladbach kriecht auf dem Zahnfleisch in Richtung Winterpause. Nun soll zumindest der Abschluss der Hinrunde gelingen - trotz des historischen Einbruchs der Elf von Coach André Schubert.

Drei Spiele, drei Pleiten und satte 13 Gegentore: Die nackten Zahlen der jüngsten Gladbacher Talfahrt ließen auch Max Eberl erschaudern. "Das ist enttäuschend. Man merkt, dass wir eine echt harte Hinrunde gespielt haben", sagte Borussias Sportdirektor nach dem zwar spektakulären, aber vogelwilden 3:4 (1:0) im DFB-Pokal gegen Werder Bremen. Die Enttäuschung stand Eberl dabei ins Gesicht geschrieben.

Besonders auffällig: Elf der 13 Gegentore gegen Manchester City (2:4), Bayer Leverkusen (0:5) und nun Bremen fielen in der zweiten Halbzeit. Seit dem furiosen 3:1-Triumph gegen Bayern München geht den Fohlen spürbar die Puste aus, angesichts des prall gefüllten Lazaretts kriecht das Team auf dem Zahnfleisch in Richtung Winterpause.

Historischer Einbruch

Der Einbruch nach dem famosen Höhenflug unter Trainer André Schubert hat sogar historische Dimensionen angenommen: Erstmals seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 kassierte Gladbach in drei aufeinanderfolgenden Pflichtspielen vier oder mehr Gegentore. Ursache waren zum Teil "gravierende" Fehler, wie Schubert zugab: "Wir haben zu wild nach vorne gespielt, waren nicht ruhig genug." Auch im Kopf wirkt die Borussia zum Ende einer seltsamen Hinrunde leer. Die fünf Niederlagen zu Saisonbeginn, der plötzliche Abschied von Trainer Lucien Favre und schließlich die famose Aufholjagd haben Spuren hinterlassen. Eberl sprach dann auch von einer fehlenden "geistigen und körperlichen Frische" zum Ende einer "unfassbaren und skurrilen" Hinserie.

Hinzu kommt eine Naivität innerhalb der jungen, ungestümen Mannschaft. "Wir bewegen uns auf einem schmalen Grat", sagte Schubert angesichts der zahlreichen gegnerischen, aber auch eigenen Tore. Gegen Bremen etwa wollte Kapitän Granit Xhaka nach dem 2:2-Ausgleich durch Branimir Hrgota (74.) das Spiel umgehend wieder schnell machen. "Das war bei unserer körperlichen Verfassung vielleicht nicht die beste Entscheidung", sagte Eberl. Das 2:3 durch Claudio Pizarro (75.) folgte prompt.

Keine Zeit zur Erholung

Da zudem gleich sieben Stammspieler verletzt ausfallen, bleibt seit Wochen kaum einmal Zeit für Erholung. Eberl kündigte für die Winterpause dann auch Verstärkungen an. "Wir überlegen etwas zu tun, das sinnvoll ist. Wir werden dem Kader dort etwas zufügen, wo es ihm hilft", sagte der Sportdirektor. Auf welchen Positionen die Borussia nachrüsten will, ließ er offen.

Zunächst gilt es ohnehin, am Sonntag gegen Darmstadt 98 für einen ordentlichen Abschluss der Hinrunde zu sorgen. "Ich appelliere an alle: Klar, wir sind müde. Aber das sollte man sich nicht dauernd sagen", sagte Eberl und stellte die Gladbach-Fans auf eine zähe Begegnung gegen den Aufsteiger an: "Das wird sicher kein Fußball-Fest, sondern extrem harte Arbeit." Kein Zweifel: Eine weitere Pleite will die Borussia mit allerletzter Kraft verhindern, um dann endlich ein wenig abschalten zu können. "Jetzt heißt es, das letzte Spiel anzupacken", sagte Eberl: "Denn es würde der Hinrunde nicht gerecht werden, wenn wir zu Hause ohne Punkte in die Winterpause gingen."

Quelle: ntv.de, Erik Roos, sid

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