Fußball

Erinnerungen an die BVB-Legende Die Nazis stoppten Preißlers große Karriere

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Preißler schoss für den BVB in 168 Liga-Tore.

(Foto: imago/Horstmüller)

Sein Spruch von der Theorie, die auf dem Platz nicht entscheidend ist, ist in die Fußball-Geschichte eingegangen. Die Dortmunder Fußball-Legende Alfred "Adi" Preißler wäre an diesem Freitag 100 Jahre alt geworden. Der gebürtige Duisburger war ein Ruhrpott-Malocher, ein Mann der klaren Worte.

Laptop-Trainer wie Thomas Tuchel oder Julian Nagelsmann hätten bei ihm nur ein verständnisloses Kopfschütteln ausgelöst, die "kippende Neun" hätte zu einem Lachkrampf geführt. Der in Duisburg geborene Alfred "Adi" Preißler war ein Ruhrpott-Malocher, stets ein Mann der klaren Worte. Am heutigen Freitag wäre der langjährige Mannschaftskapitän von Borussia Dortmund und spätere Bundesligacoach 100 Jahre alt geworden.

Sein Credo als Trainer ist in die deutsche Fußball-Geschichte eingegangen und prangt bis heute am BVB-Stadion. "Grau is' im Leben alle Theorie - aber entscheidend is' auf'm Platz" - punktgenauer kann man es nicht zusammenfassen, was wirklich wichtig ist zwischen den Toren.

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Auch als Trainer war Preißler erfolgreich.

(Foto: imago/Rust)

Schon als Spieler hatte Preißler den Ruf eines Strategen mit dem Gespür dafür, was auf dem Spielfeld zu tun war, um erfolgreich zu sein. Und erfolgreich war er mit "seinem" BVB: Zwei Endspielsiege um die deutsche Fußball-Meisterschaft 1956 und 1957 mit denselben elf Spielern sind ein Rekord für die Ewigkeit. In seinen zwölf Dortmunder Jahren erzielte Preißler, der 2003 im Alter von 82 Jahren starb, allein in der Liga 168 Tore.

"Die Nazis haben mir 50 Länderspiele geklaut"

Nur in der Nationalmannschaft kam "Adi" auf Dauer nicht an Fritz Walter und Max Morlock vorbei, es blieb bei nur zwei Einsätzen. In seiner möglicherweise stärksten Phase als Fußballer wurde er zur Wehrmacht eingezogen und in den Russlandfeldzug geschickt. "Die Nazis haben mir 50 Länderspiele geklaut", sagte Preißler einmal.

Auch wegen derart deutlicher Meinungsäußerungen gehörte der Mittelfeldregisseur mit ausgeprägtem Tordrang nie zu den Lieblingen von Bundestrainer Sepp Herberger. Folgerichtig entwickelte er sich nach dem Ende seiner Spielerkarriere 1959 als Coach ganz anders als der eher zaudernde "Chef": kernig, volksnah, manchmal schon fast kumpelhaft.

Mit dieser Attitüde führte Preißler 1969 Rot-Weiß Oberhausen zum ersten und bis heute einzigen Mal in die Bundesliga. Dennoch fand er als Trainer zu seiner "großen Liebe" Borussia Dortmund nie zurück. Geblieben als Erinnerung ist die "Adi-Preißler-Allee" - eine Straße auf dem Weg zum BVB-Trainingszentrum in Dortmund-Brackel.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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