Fußball

"Dieses Gestöhne" bei Fehlpässen Dortmunds Großkreutz kritisiert eigene Fans

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"Die Freude ist riesig": Kevin Großkreutz. Hier nach der Partie mit seinem Bruder Lenny.

(Foto: imago/Schwörer Pressefoto)

Der BVB steht im Viertelfinale der Champions League, doch bei der Niederlage gegen Zenit ist die Stimmung mau. Kevin Großkreutz appelliert an die Fans. Wer mit dem Erfolg nicht umgehen könne, "der ist falsch bei Borussia Dortmund".

"Wir haben viele Verletzte, wir stehen im Viertelfinale der Champions League und manche stöhnen - das ist unglaublich." Kevin Großkreutz, über die Stadtgrenzen Dortmunds hinaus bekannt als Ur-Borusse und taktisches Allroundgenie, verstand nach dem Achtelfinalrückspiel seines BVB gegen Zenit St. Petersburg die Fußballwelt nicht mehr - und sagte das auch in jede Kamera und jedes Mikrofon.

Der Grund: Nicht wenige unter den 65.629 Fans hatten während des Spiels deutlich vernehmbar gemurrt, wenn ein Ball verlorenging oder ein Pass beim Gegner landete. Kein ungewöhnlicher Vorgang in normalen Fußballstadien - in Dortmund aber schon, wie insbesondere die Reaktion von Großkreutz zeigte. Zwar richtete er nicht als einziger BVB-Profi kritische Worte an die Fans. Der gebürtige Dortmunder wurde aber am deutlichsten.

Natürlich hätten die Borussen beim 1:2 gegen St. Petersburg nicht ihr bestes Spiel gezeigt, das räumte auch Großkreutz ein: "Zenit ist eine spielerisch richtig starke Mannschaft, das haben wir heute zu spüren bekommen." Man habe nicht kompakt gestanden, sei nicht so gut in die Zweikämpfe gekommen, "und deshalb haben wir das Spiel vielleicht verloren". Weitergekommen ist der BVB trotzdem - und das ist es letztlich, was in K.o.-Runden zählt.

"Wir sind wieder dabei"

"Die Freude ist riesig. Wir haben wieder was erreicht, was unglaublich ist", sagte Großkreutz: "Wir sind unter den besten Acht, können uns Freitag auf die Auslosung freuen. Wir sind wieder dabei, und das hat sich die Mannschaft verdient." Zudem stehe man in der Bundesliga auf Platz zwei und im DFB-Pokal im Halbfinale: "Wir als Mannschaft sind stolz auf uns." Unstrittig ist: Besser steht in der Bundesliga nur der FC Bayern da.

Der 25-jährige Großkreutz, der auf allen Außenpositionen in Abwehr und Mittelfeld einsetzbar ist und dank seiner Flexibilität gute WM-Chancen hat, gilt als größter BVB-Fan im Dortmunder Kader. Vor seiner Profikarriere bei der Borussia stand er selbst jahrelang auf der Südtribüne, fuhr mit zu vielen Auswärtsspielen. Seine erste Dauerkarte fürs Stadion habe er mit Sieben bekommen. Das hat Großkreutz‘ Sicht auf das Verhältnis zwischen Anhängern und Mannschaft geprägt, das wurde am Mittwochabend deutlich.

"Man kann über die Ultras sagen, was man will, man kann schimpfen. Aber sie stehen hinter ihrer Mannschaft", wenn die sie brauche. Den jüngsten Unmut der Fans, "dieses Gestöhne" bei Fehlpässen und Ballverlusten, auch schon gegen Gladbach, empfindet Großkreutz als undankbar. Und als kontraproduktiv, weil die jungen Spieler dadurch in schwachen Phasen weiter verunsichert würden. "Was die Mannschaft in den letzten Jahren erreicht hat und den Fans für eine Freude bereitet, das sollte man nicht vergessen und sie unterstützen." Wer mit dem Erfolg nicht umgehen könne, "der ist falsch bei Borussia Dortmund."

Quelle: ntv.de

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