Fußball

Wer sind Löws neue Hoffnungen? Drei DFB-Debütanten, die kaum jemand kennt

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Immer für eine Überraschung gut, dieser Joachim Löw.

(Foto: imago images/Pressefoto Baumann)

Die Absagenflut zum Jahresabschluss hat in der Nationalmannschaft drei Neulinge nach oben gespült. Philipp Max hat lange auf diese Chance gewartet, für Felix Uduokhai und Ridle Baku kommt sie dagegen unverhofft. Das Trio rechnet sich vor allem im Testspiel am Mittwoch (20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei ntv.de) in Leipzig gegen Tschechien Chancen auf ein Debüt aus, auch Bundestrainer Joachim Löw machte ihnen Hoffnung: "Wir laden niemanden ein, dem wir nicht zutrauen würden, dies zu schaffen." Die Neulinge im Kurz-Porträt:

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Souveräner Typ: Felix Uduokhai.

(Foto: Imago images)

Felix Uduokhai, 22 Jahre, FC Augsburg: Im Sommer war die Verwunderung groß, warum der FCA die vertraglich vereinbarte Ablöse von sieben Millionen Euro für den bis dahin ausgeliehenen Uduokhai an den VfL Wolfsburg überwies. So viel Geld? Inmitten der Coronakrise? Doch sollte der Innenverteidiger nun in der A-Nationalmannschaft sein Debüt feiern, dürfte sich der Marktwert deutlich erhöhen. Für Augsburgs Manager Stefan Reuter ist der 22 Jahre alte Abwehrspieler mit nigerianischen Wurzeln schon jetzt das Geld wert. "Er ist kopfballstark, schnell, sehr ruhig, souverän und sehr fokussiert", schwärmte Reuter, und das "trotz seiner jungen Jahre". In Wolfsburg, wo er "den Schritt vom Jugendlichen zum Erwachsenen" gemacht habe, sei er noch "ein bisschen zu ruhig" gewesen, so Uduokhai: "Ich musste lernen, vollkommen aus mir herauszukommen."

In Augsburg übernimmt er mehr Verantwortung, das bewies Uduokhai vor allem beim 2:0 gegen Borussia Dortmund, als er den Offensivstars des BVB den Schneid abgekauft und vorne gar ein Tor geköpft hatte. Beim 0:3 am vergangenen Wochenende gegen Hertha BSC verursachte Uduokhai jedoch einen Foulelfmeter und stand auch sonst etwas neben sich. Das sei "ein bitterer Abend" gewesen, gab er zu.

Philipp Max, 27 Jahre, PSV Eindhoven: Der FCA kann sich auch die Nominierung von Max auf die Fahnen schreiben. Fünf Jahre schnürte der Sohn des einstigen Bundesliga-Torschützenkönigs Martin Max (2000 und 2002) die Schuhe für Augsburg. In der Saison 2017/18 machte er sich dank 15 Scorerpunkten (zwei Treffer, 13 Vorlagen) Hoffnungen auf die WM - doch Löw zeigte ihm die kalte Schulter.

Mit dem Wechsel zur PSV Eindhoven schien der Traum von der Nationalmannschaft endgültig geplatzt - doch plötzlich schaute Löw beim Teamkollegen von Mario Götze genauer hin. "Er hat offensiv gute Möglichkeiten, gute Standards und Flanken", sagte der Bundestrainer im "Kicker". Im DFB ist Max wahrlich kein Unbekannter: Der offensive Linksverteidiger ist Mitglied der Olympia-Mannschaft, die sich 2016 in Brasilien nur dem Gastgeber um Superstar Neymar geschlagen geben musste.

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Aufstrebender Typ: Ridle Baku.

(Foto: imago images/Camera 4)

Ridle Baku, 22 Jahre, VfL Wolfsburg: Der Rechtsverteidiger wurde als Bote Nzuzi Baku in Mainz geboren, doch seit 2018 ist der Vorname "Ridle" in seinem Personalausweis eingetragen. Warum? Weil ihn ohnehin alle bei diesem Spitznahmen riefen, den ihm sein Vater, ein glühender Fan des ehemaligen Nationalspielers Karlheinz Riedle, verpasst hatte. Das "e" in der Mitte fehlt, und auch spielerisch gleicht der Profi des VfL Wolfsburg nicht ganz dem Vorbild. Sein Vater wolle zwar, dass er genauso werde wie Riedle, sagte Baku, aber das sei "ziemlich schwierig".

Baku wurde zum Rechtsverteidiger umgeschult, hier kann er seine Stärken (Schnelligkeit, Technik, Robustheit) am besten ausspielen - aber eben auch weniger Tore schießen. Wolfsburg überwies im Sommer stolze zehn Millionen Euro an Mainz, um den jungen Mann mit kongolesischen Wurzeln für fünf Jahre an sich zu binden. Auf der rechten Abwehrseite hat er sich mit zuletzt starken Auftritten festgespielt. Baku hat noch einen Zwillingsbruder mit dem Vornamen Makana. Er steht bei Zweitligist Holstein Kiel unter Vertrag, in der deutschen U21-Nationalmannschaft liefen die Baku-Brüder gemeinsam auf. Makana Baku hat übrigens den Spitznahmen "Rudi" wegen seines Idols Rudi Völler.

Quelle: ntv.de, Jörg Soldwisch und Oliver Mucha, sid

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