Fußball

Trauerflor und Gedenkminute Drittligisten ziehen Rote Karte gegen Hass

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Nicht zuletzt durch die Beleidigungen gegen Leroy Kwadwo wurde die Rassismus-Debatte erneut angestoßen.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Vereine der 3. Fußball-Bundesliga setzen gemeinsam mit dem DFB ein Zeichen gegen Rassismus. Die Spieler laufen mit Sondershirts und Trauerflor auf. Im Anschluss an alle Partien wird den Opfern von Hanau gedacht.

Die 3. Liga zeigt Hass und Rassismus die Rote Karte. Mit Sondershirts, Trauerflor und Gedenkminute wollen der Deutsche Fußball-Bund und die Vereine der dritthöchsten deutschen Spielklasse an diesem Spieltag ein Zeichen setzen. "Wir stehen zusammen gegen jeden, der unsere Werte angreift. Die Reaktion sowie der Zusammenhalt der Fans und Vereine sind beeindruckend - sowohl unmittelbar nach dem beschämenden Vorfall von  Münster als auch jetzt, wenn es darum geht, weiter gemeinsam gegen Rassismus einzutreten", sagte DFB-Präsident Fritz Keller.

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Der DFB und die 3. Liga reagieren damit auf die mutmaßlich rechtsextreme und rassistische Gewalttat von Hanau am Mittwochabend und auf den Vorfall beim Spiel von Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers, als Leroy Kwadwo von einem Zuschauer durch das Imitieren von Affenlauten rassistisch beleidigt worden war. Der Täter wurde durch Fans für die Ordnungskräfte erkennbar gemacht, dann gestellt und festgenommen. Zudem machten Anhänger mit "Nazis raus"-Rufen ihre antirassistische Haltung deutlich.

Gedenkminute für die Opfer von Hanau

"Die Aktion zeigt uns allen eindrucksvoll, welche Kraft unser Fußball hat und wie groß der Zusammenhalt der gesamten Fußball-Familie ist", sagte Kwadwo in einer Mitteilung der Würzburger. Er kann beim Spiel gegen Eintracht Braunschweig am Samstag wegen einer Gelbsperre nicht auflaufen, wird aber im Stadion sein. "Ich begrüße es sehr, dass die Vereine der 3. Liga und so viele Fans ihre Stimme für die Menschlichkeit und Leroy Kwadwo erheben", sagte der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau.

Bei seinen Terminen erlebe er, wie viel Positives im Fußball passiere - für Integration und Vielfalt, gegen Diskriminierung, Hass und Rassismus, sagte Ex-Nationalspieler Cacau: "Aber man müsste blind sein, um nicht zu erkennen, dass der Rassismus auch in den Stadien größer geworden ist." Fast alle Drittligisten, die Schiedsrichter und die Einlaufkinder würden in einheitlichen T-Shirts auflaufen, kündigte der DFB an. Im unmittelbaren Anschluss soll bei allen zehn Spielen eine Gedenkminute für die Opfer von Hanau und deren Angehörige durchgeführt werden. Zudem sollen alle Akteure auf dem Platz Trauerflor tragen. Diese Aktion sei ein "starkes Signal" gegen Rassismus, so DFB-Präsident Keller.

Quelle: ntv.de, lgr/sid/dpa