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Bayern im Pokalfinale "knacken" Eintracht träumt vom "Wow"-Effekt

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Pokalsieg in Berlin: Für Boateng und Meier würde ein Traum in Erfüllung gehen.

(Foto: picture alliance / Thomas Frey/d)

Klar, die Eintracht will den DFB-Pokal gewinnen - auch wenn's gegen den FC Bayern geht. "Wir fahren nicht zum Gratulieren nach Berlin", sagt Sportchef Fredi Bobic. Dragoslav Stepanovic und Uli Stein sehen Schwächen beim Meister.

Die Bilanz ist niederschmetternd: Der bisher letzte Sieg der Frankfurter Eintracht gegen den FC Bayern liegt acht Jahre zurück. Im jüngsten Aufeinandertreffen in der Bundesliga gab es eine 1:4-Klatsche in München gegen eine bessere B-Elf des deutschen Fußballmeisters. Auf dem Papier steht der DFB-Pokalsieger 2018 also schon fest, bevor Schiedsrichter Felix Zwayer das Endspiel an diesem Samstag (ab 20 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) vor mehr als 74.000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion anpfeift. Aber zum Glück für alle Eintracht-Fans soll der Pokal ja seine ganz eigenen Gesetze haben.

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SGE-Sportvorstand Bobic: "Es muss einiges zusammenpassen."

(Foto: picture alliance / Marijan Murat)

"Es muss unheimlich viel zusammenpassen. Aber wir werden nicht nach Berlin fahren, um nur zu gratulieren", kündigt dann auch Sportvorstand Fredi Bobic im hr-Fernsehen an. "Wir können in einem Spiel den Bayern weh tun. Das haben wir schon bewiesen. Aber wir müssen eine Top-Performance abliefern, um die Bayern zu knacken", unterstreicht er. "Wir wollen mit Stolz rausgehen, am besten mit dem Pott." Die Zuversicht Bobic' kommt nicht von ungefähr. Den Frankfurtern ist es gelungen, zum zweiten Mal in Folge das Pokalfinale zu erreichen. "Eine außergewöhnliche Leistung", sagt Bobic. "Das macht uns unheimlich stolz." Das Endspiel 2017 hatte die Eintracht mit 1:2 gegen Borussia Dortmund verloren - aber in der ersten Halbzeit stark auf- und sich Chancen herausgespielt.

"Wenn Seferovic in der ersten Hälfte gegen Dortmund letztes Jahr vielleicht eine seiner Chancen genutzt hätte, wer weiß, was mit einer Führung im Rücken drin gewesen wäre", sagt Eintracht-Kulttrainer Dragoslav Stepanovic im Gespräch mit ntv.de. "Hätte, hätte ... in diesem Jahr ist die Konstellation vom Papier her noch krasser." Für Stepanovic, der mit den Frankfurtern in der Saison 1991/1992 die Meisterschaft am letzten Spieltag knapp verpasste und am Ende hinter dem VfB Stuttgart und dem BVB Tabellendritter geworden ist, sind die Münchener der Goliath: "Der Pokalsieg wäre ein Wow für die Eintracht. Bayern ist als Meister und Champions-League-Halbfinalist klarer Favorit. Dennoch rechne ich mir für die Eintracht mehr aus als im letzten Jahr."

FC Bayern? "Die Luft ist raus"

Der Grund für seinen Optimismus: "Ich denke, dass bei den Bayern nach dem Halbfinal-Aus gegen Real Madrid in der Champions League, als der große Traum vom Triple geplatzt ist, die Luft raus ist. Das Spiel gegen Stuttgart hat das deutlich gezeigt. Du bist Meister, spielst zu Hause, kriegst danach die Schale und lässt dich 4:1 wegbügeln?" Dass sich die Münchner im letzten Spiel mit ihrem Trainer Jupp Heynckes hängen lassen, ist aus Frankfurter Sicht dann allerdings doch ein wenig zu optimistisch spekuliert.

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Stepis Motto: "Lebbe geht weiter!"

(Foto: picture-alliance / dpa)

"Die Niederlage kam, freundlich ausgedrückt, sehr überraschend", sagt auch der ehemalige Frankfurter Torwart Uli Stein ntv.de."Aber letzten Endes ist die Pleite gegen Stuttgart auch ein Zeichen dafür, dass die Bayern schlagbar sind, dass die Eintracht sie knacken kann." Stein, der von 1987 bis 1994 für die Eintracht spielte, weiß auch wie: "Frankfurt muss selbstbewusst auftreten, darf sich nicht hinten reinstellen. Mutig spielen. Motivieren? Brauchst du keinen, der im Pokalfinale steht." Das sieht Stepanovic ähnlich: "Jeder Eintracht-Spieler wird alles geben, wird sich zerreißen", kündigt der Serbe an, der zu seiner aktiven Zeit Ende der 1960er, Anfang der 1970er zu den besten Außenverteidigern der Welt gehörte. "So kannst du die Bayern auch packen: Hinten kompakt stehen, wie in der Bundesliga-Hinrunde und vorne haben wir schnelle Leute wie Wolf und Rebic. Dazu kommen Haller und Jovic, die gezeigt haben, dass sie Tore schießen können.

Stepi: "Unheimlicher" Fußballgott Meier

Und dann gibt es auch noch Alex Meier "Fußballgott". Der Langzeitverletzte Ex-Bundesliga-Torschützenkönig kehrte kurz vor Saisonende in den Kader zurück. Er wurde beim 3:0-Sieg gegen den Hamburger SV eingewechselt und traf sofort sehenswert. "Selbst wenn er nur 15 Minuten zum Schluss spielt, ist er immer für den entscheidenden Treffer gut. Der weiß einfach, wo der Ball hinfällt, wo er stehen muss und wie der Ball ins Tor muss. Der Meier ist unheimlich!"

So oder so, für Eintracht-Sportvorstand Bobic ist klar: "Es muss unheimlich viel zusammenpassen, damit wir gewinnen." Torwart-Idol Stein erhofft sich "ein richtig spannendes Pokalfinale". "Vor dem Spiel steht es immer 0:0 und man spielt Elf gegen Elf", sagt er und lacht. "Die Chancen stehen 50 zu 50 und man darf nicht vergessen: Im Fußball ist alles möglich!" Und der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

Quelle: n-tv.de

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